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Adrian Sutil holte in Monza erstmals Punkte für Force India © imago

Nach seinem besten Karriere-Resultat spricht Adrian Sutil über den rasanten Aufschwung bei Force India, Fehler und Wechselpläne.

Von Andreas Kloo

München - Adrian Sutil fährt seit 2007 in der Formel 1, zuerst für das Spyker-Team, das 2008 zu Force India wurde. Lange kurvte er mit dem unterlegenen Boliden des jungen Teams auf den hinteren Position des Feldes umher.

In den letzten Rennen ging es aber für das Team des indischen Industriellen Vijai Mallya sprunghaft nach oben. Zunächst fuhr Giancarlo Fiscichella in Spa auf den sensationellen zweiten Platz. In Monza ließ Sutil dann einen vierten Platz folgen.

Bei besserer Boxenstopp-Strategie wäre sogar noch mehr für den 26-Jährigen drin gewesen, der von Platz zwei ins Rennen gegangen war. Im im Interview mit Sport1.de gibt Sutil den Taktik-Fehler zu: "Wir hatten auf zwei Stopps gesetzt, aber ein Stopp wäre besser gewesen.

Außerdem spricht der Gräfelfinger über seine Chancen in den letzen vier Grands Prix, mögliche Wechselabsichten und die "Crashgate-Affäre" um Renault.

Zweiter Teil des Interviews: Sutil zum Crashgate-Skandal

Sport1.de: Den vierten Platz in Monza kann man guten Gewissens als Ihren größten Karriere-Erfolg bezeichnen. Wie stolz sind Sie auf diese Leistung?

Adrian Sutil: Sehr stolz. Vor allem, weil wir das ganze Wochenende über konstant schnell waren. Das hat schon Spaß gemacht.

Sport1.de: Wie erklären Sie sich denn die starke Verbesserung in den letzten Rennen vom Hinterbänkler-Team zu einem Team, das in den vorderen Rängen mitmischt?

Sutil: Der Mercedes-Motor war schon das ganze Jahr sehr stark. Wir waren immer die Schnellsten auf der Geraden. Von der Aerodynamik her haben wir auch sehr wenig Luftwiderstand. Jetzt kam noch der Downforce hinzu, das heißt der verbesserte Abtrieb in den Kurven. Dadurch sind wir bei den Rundenzeiten absolut konkurrenzfähig geworden. Seit Valencia haben wir dieses Paket und seit Monza großen Erfolg damit.

Sport1.de: Theoretisch wäre in Monza sogar mehr drin gewesen als Platz vier. Immerhin sind Sie von Position zwei ins Rennen gestartet.

Sutil: Das ist richtig. Es war ein harter Kampf, aber am Start war der Ferrari einfach zu stark. Ich habe dann das ganze Rennen auf eine Chance beim Boxenstopp gehofft um an Kimi Räikkönen vorbeizugehen. Aber dann haben wir beide gepatzt und so ist es letztlich beim vierten Platz geblieben. Aber das grundlegende Problem war, dass die Ein-Stopp-Strategie wohl besser war. Wir hatten auf zwei Stopps gesetzt, aber ein Stopp wäre besser gewesen. Denn unser Auto war absolut siegfähig. Wir haben das auch im Rennen mit der schnellsten Runde bestätigt. Aber wir sind eben noch ein kleines junges Team, das es noch nicht gewohnt ist, um Siege mitzufahren. Da müssen wir uns noch verbessern und einige Dinge optimieren.

Sport1.de: Glauben Sie, dass Sie in diesem Jahr noch die Chance zu Ihrem ersten Formel-1-Sieg bekommen?

Sutil: Möglich ist alles in dieser Saison. Unsere Autos gehen gut. Ich weiß zwar nicht, wie es in Singapur wird, das ist schwer zu sagen. Aber in den Top 10 sollten wir da auch landen. Vor allem für Suzuka und Sao Paulo bin ich guter Dinge. Das sollten Strecken sein, die uns wieder sehr gut liegen. Ein Sieg wäre grandios. Ich bin zwar noch etwas entfernt davon, aber möglich ist es.

Sport1.de: Wie geht es dann bei Ihnen im Jahr 2010 weiter? Bleiben Sie bei Force India?

Sutil: Das ist eine schwere Entscheidung. Ich fühle mich sehr wohl bei Force India und kenne die Leute sehr gut. Da ist ein besonderes Verhältnis zum Team entstanden, ein familiäres Gefühl. Aber dennoch muss ich schauen, dass es für mich weiter geht. Ich werde mir alles anhören. Force India ist eine Option und der Kandidat, mit dem wir als erstes Gespräche führen werden.

Sport1.de: Gibt es denn bereits Angebote von anderen Teams?

Sutil: Es gibt erste Kontakte.

Sport1.de: Wie haben Sie denn den Wechsel von Giancarlo Fisichella aufgenommen? Immerhin sind Sie dadurch zur Nummer eins im Team aufgerückt?

Sutil: Giancarlo und ich waren ein sehr gutes Team. Wir waren leistungsmäßig nah beieinander und haben uns gegenseitig gepusht. Und ich habe sehr viel gelernt von ihm. Aber man muss ihn verstehen. Es war sein Traum, bei Ferrari zu fahren, auch wenn es jetzt etwas schwieriger für ihn wird. Ich freue mich für ihn, dass das geklappt hat. Und jetzt habe ich ja einen anderen italienischen Teamkollegen, der seine Arbeit in Monza auch sehr gut gemacht hat. Mit Vitantonio Liuzzi arbeite ich auch sehr gut zusammen und das Team ist weiterhin gut aufgestellt.

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews

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