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Adrian Sutil begann seine Motorsport-Karriere mit 13 Jahren als Kart-Fahrer © imago

In Teil zwei des Interviews mit Sport1.de erläutert Adrian Sutil, weshalb für ihn ein fingierter Crash unvorstellbar ist.

Von Andreas Kloo

München - Die Renault-Affäre erschüttert die Formel 1.

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Adrian Sutil über "Crashgate" und verrät

Die Aktion von Nelson Piquet, der in Singapur 2008 absichtlich einen Unfall gebaut hatte, verurteilt er dabei aufs Schärfste. Zudem schätzt Sutil das Rennen um die WM-Krone ein.

Sport1.de: Die Team-WM scheint entschieden für Brawn. Wer glauben Sie, wird bei den Fahrern die Nase vorn haben?

Sutil: Bei den Fahrern schätze ich derzeit Barrichello stärker als Button ein. Er hat zuletzt zwei Rennen gewonnen. Er kann es durchaus schaffen, Weltmeister zu werden. Aber er muss mit 14 Punkten natürlich noch einiges an Rückstand aufholen. Das wird nicht einfach in vier Rennen. Aber es wird sich beim Weltmeister auf jeden Fall um einen von den beiden handeln.

Sport1.de: Der Kampf um den WM-Titel ist von einem neuerlichen Skandal überschattet worden. Nach der Crashgate-Affäre musste Flavio Briatore das Renault-Team verlassen? Wie haben Sie diesen Skandal aufgenommen?

Sutil: Es war eine ganz heikle Situation für die Formel 1. Ein manipuliertes Rennen ist schlimm, auch dass das erst nach einem Jahr rauskam. Es ist nicht nur schade, dass das falsche Team gewonnen hat. Das ganze Resultat des Rennens wurde umgeworfen. Auch für uns war das damals eine entscheidende Situation. Nicht schön für den Sport.

Sport1.de: Das Renault-Team hat nun mit der Trennung von Flavio Briatore reagiert. War das die richtige Maßnahme?

Sutil: Ich denke, das war die einzige Möglichkeit für das Team, um weiter in der Formel 1 bleiben zu können.

Sport1.de: Ist damit Renault aus dem Schneider oder sollte das Team darüber hinaus auch bestraft werden?

Sutil: Dazu möchte ich gar kein Urteil fällen. Das müssen die Verantwortlichen in der FIA entscheiden.

Sport1.de: Wäre so etwas für sie vorstellbar, wie Nelson Piquet junior absichtlich einen Unfall zu bauen?

Sutil: Niemals. Ich habe meinen Stolz als Fahrer und würde niemals meinem Teamkollegen auf diese Art und Weise helfen. So etwas ist komplett daneben. Es ist für mich schon unvorstellbar einen Kollegen vorbeizulassen, wenn es um die WM geht. Aber ein Auto absichtlich gegen die Wand zu fahren, ist einfach tabu. Das ist ja auch gefährlich für die anderen Fahrer und absolut unverantwortlich.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie das derzeitige Image der Formel 1? Wie stark wurde das Ansehen durch die Skandale der letzten Zeit beschädigt?

Sutil: Noch hat die Formel 1 einen großen Namen und steht immer noch für guten Sport. Aber allzu viel darf nicht mehr passieren. Wir hatten in der letzten Zeit so viele Skandale. Jetzt muss erst einmal wieder hundertprozentig der Sport im Vordergrund stehen. Es muss eine längere Zeit ohne Skandale geben. Ich hoffe, dass wir da jetzt erst einmal unsere Ruhe haben.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews

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