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Adrian Sutil gewann 2002 alle zehn Rennen der Formel Ford © imago

Force-India-Pilot Adrin Sutil spricht in Teil zwei des Interviews über Vertragspoker und das Comeback von Michael Schumacher.

Von Marc Ellerich

München - Im zweiten Teil des Sport1.de-Interview-der-Woche (Hier geht's zum ersten Teil) spricht Adrian Sutil über den tückischen Kampf um einen neuen Vertrag und die Rückkehr von Michael Schumacher

Sport1.de: Nach einigem Zögern haben Sie sich im vergangenen Jahr erneut für Force India entschieden, nachdem Sie zunächst Ihren Vertrag dort nicht verlängert hatten. Warum?

Sutil: Es war das Sinnvollste. Es gab Teams, mit denen wir in Kontakt standen, aber da wusste man letztlich nicht, wie deren Zukunft aussieht. Bei anderen Teams, sogenannten Top-Teams, war klar, dass es keine schnelle Entscheidung gibt. Das wäre es ein Risiko gewesen, zu warten.

Bei Force India waren wir da doch ziemlich sicher. Ich habe die Entwicklung im vergangenen Jahr gesehen, und da war es mir lieber, den Vertrag dort zu unterschreiben und einen sicheren Platz zu haben. Ich möchte noch lange in der Formel 1 fahren und kann noch warten, bis ich in ein großes Team wechseln kann. 201909(DIASHOW:Tests in Jerez).

Sport1.de: Der Spatz in der Hand?

Sutil: Man sieht es ja bei anderen Fahrern. Es mussten viele zittern, und zum Beispiel Nick Heidfeld hat keinen Vertrag mehr bekommen - auch, weil er zu lange gewartet hat.

Sport1.de: Überrascht es Sie, wie schnell die Formel 1, die 2009 doch zahlreiche negative Schlagzeilen produziert hat, ihre alte Anziehungskraft wiedergewonnen hat?

Sutil: Ja, schon. Es ist einfach schnelllebig, dieses Geschäft. Wenn ich an die Mitte des vergangenen Jahres zurückdenke, da war die Diskussion, ob die Formel 1 überhaupt überlebt oder ob nicht eine andere Serie kommt. Jetzt ist das komplett vergessen. Wir haben 2010 drei Teams mehr am Start und womöglich 26 Autos in der Startaufstellung. Das hätte niemand gedacht. (SERVICE: Alles Tests - Alle Zeiten)

Sport1.de: Das Comeback von Michael Schumacher ist?

Sutil: ? risikoreich, eine Überraschung, ist toll für Deutschland. Ich find's natürlich auch toll, dass er zurück ist. Ich bin gegen ihn noch nie gefahren, ich freue mich schon darauf. Er ist ein Held im Motorsport. (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

Sport1.de: Schauen Sie genauer hin, was Schumacher so abliefert?

Sutil: Das hat mich schon interessiert. Er scheint wirklich gut drauf zu sein. Mir war schon klar, dass er sein Talent nicht verlieren würde in zwei Jahren. Vielleicht verliert man ein wenig Reaktionszeit, aber da war er, glaube ich, eh immer gut. Ich glaube, dass er keine Probleme haben wird, mitzuhalten. Er wird schon ein starker Gegner sein, auf jeden Fall. Man muss ihn sehr ernst nehmen.

Sport1.de: Thema Finanzen. Ist es hart oder gar frustrierend, wenn man weiß, dass das Auto aus diesem Grund nicht so entwickelt werden kann, wie man es gerne hätte, um ganz vorne mitzuhalten.

Sutil: Ich sehe das nicht so. Früher war es frustrierend, weil man wusste, dass die anderen das Vierfache ausgeben und man einfach keine Chance hatte. Aber jetzt müssen sich die großen Teams doch alle einschränken und sich vorbereiten auf 2011. Mit Geld wird nicht mehr herumgeschmissen. Darin sehe ich eine große Chance. Wir sind gewohnt, mit wenig auszukommen. Es ist positiv, wie sich die Formel 1 verändert.

HIER geht's zum ersten Teil des Interviews

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