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Nico Hülkenberg wird von "Mister 20 Prozent" Willi Weber gemanagt © getty

Nico Hülkenberg hat bislang alle Rennserien, in denen er mitgefahren ist, auch gewonnen. Nun träumt er vom "endgültigen Ziel".

München - Den Aufstieg in die Formel 1 hat er nach dem Gewinn des GP2-Titels planmäßig geschafft, doch nur Dabeisein zählt für Nico Hülkenberg nicht.

"Natürlich will ich auch gewinnen", sagt der 22 Jahre alte Williams-Pilot aus Emmerich, der am Sonntag in Bahrain in seine erste Saison in der Königsklasse startet.

Langfristiges Ziel ist der WM-Titel - damit würde der Rheinländer der zweite Weltmeister nach Michael Schumacher, den Manager Willi Weber in die Formel 1 gebracht hat.

Im Interview spricht Hülkenberg über seine Ziele, Duelle mit Michael Schumacher und sein Verhältnis zum routinierten Teamkollegen Rubens Barrichello.

Frage: Herr Hülkenberg, als Willi Weber vor ein paar Jahren zu Ihnen kam und mit Ihnen arbeiten wollte, hatten Sie da geglaubt, dass Sie es wirklich bis in die Formel 1 schaffen?

Nico Hülkenberg: Das war Ende 2006. Da war es noch ziemlich weit weg und alles noch ein bisschen schwammig. 2006 war ein schwieriges Jahr in der Formel 3, und Willi war damals so ein bisschen die Rettung. Ich hatte immer die Hoffnung und den Glauben an mich, dass ich es schaffen kann.

Frage: Willi Weber hat einmal gesagt, Nico erinnert mich in vielen Dingen an Michael Schumacher, in der Art zu arbeiten, mit seinem Ehrgeiz, mit der Einstellung, sich lange mit dem Team und dem Auto zu beschäftigen. Das hätte ihm imponiert. Waren Sie schon immer jemand, der alles hinterfragt hat und alles wissen wollte?

Hülkenberg: Ich war schon immer an der Technik interessiert. Auf der einen Seite, weil man wissen sollte, mit seinem Arbeitsgerät umzugehen, und auch die Zusammenhänge verstehen sollte. Zum Beispiel was sich verändert, wenn man an einer Schraube dreht. Auf der anderen Seite, weil es mich persönlich interessiert und ich Spaß daran habe, auch mitreden zu können, wenn die Ingenieure in den Briefings diskutieren.

Frage: Was zeichnet den Rennfahrer Nico Hülkenberg aus?

Hülkenberg: Leidenschaft!

Frage: Freuen Sie sich auf Duelle mit Michael Schumacher?

Hülkenberg: Wenn es die gibt, auf jeden Fall. Duelle mit ihm sind dann schon ein bisschen spezieller als mit anderen Fahrern.

Frage: Man sieht Schumacher dann sicher jetzt auch mit anderen Augen, oder? Als Konkurrenten, und man schaut, wo er vielleicht Schwächen hat ...

Hülkenberg: Ich habe ihn schon vorher kennen gelernt. Im letzten Jahr vor seinem damals geplanten Comeback. Und ich habe ihn dann auch getroffen, als das abgesagt worden war. Ich kenne ihn auf privater Ebene. Das ist schon ein bisschen andere Situation als jetzt, wo man denkt: Hey, der fährt gegen mich.

Frage: Wie ist Ihr Kontakt zu den anderen deutschen Fahrern?

Hülkenberg: Ich komme mit allen gut klar, aber ich habe auch mit ihnen nicht wirklich viel zu tun. Derjeninge, den ich am besten kenne und mit dem ich auch gut klarkomme, ist Timo Glock.

Frage: Wie sehen Sie Ihren Teamkollegen Rubens Barrichello? Auch zuerst als Konkurrent? Oder ist er eher ein Partner, mit dem Sie zusammenarbeiten wollen?

Hülkenberg: Beides. Klar ist er ein Konkurrent, aber er ist auch mein Teamkollege. Wir sollten gut zusammenarbeiten, um das Auto und das Team voranzubringen. Das ist in unser beider Interesse. Aber am Ende des Tages will er mich schlagen und ich ihn schlagen.180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Frage: Gibt es etwas, was Sie von ihm vielleicht lernen können?

Hülkenberg: Ich denke, ich kann eine Menge von ihm lernen. Er hat sehr viel Erfahrung und ist ein guter Rennfahrer. Ein Teamkollege ist an einem Rennwochenende für einen immer ein bisschen durchsichtig. Man sieht die Daten, sieht, wie er arbeitet, was er macht, hört, was er sagt. Klar sind da Sachen dabei, von denen ich denke, dass ich sie auch für mich gebrauchen kann.

Frage: Sie waren bei Williams auch schon Testfahrer. Aber ist es etwas anderes, jetzt Stammpilot zu sein?

Hülkenberg: Klar ist es schon anders, als Rennfahrer an der Strecke zu sein und in der Fabrik rumzulaufen als als Testfahrer. Die Leute gucken einen auch anders an. Aber ich fühle mich wohl im Team und auf jeden Fall schon richtig angekommen.

Frage: Was nimmt man sich für seine erste Formel-1-Saison vor?

Hülkenberg: Sich zu etablieren, gute Ergebnisse zu holen, konstant zu fahren.

Frage: Und dann auch, in die Punkte zu fahren...

Hülkenberg: Ich komme nicht in die Formel 1, um Zehnter zu werden. Aber man muss immer auch gucken, wie gut ist mein Auto, was kann ich damit machen. Natürlich will ich auch gewinnen, aber das muss man mal abwarten.(DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

Frage: Sie haben bisher in jeder Serie, in der Sie angetreten sind, auch gewonnen. Ist das auch das Fernziel in der Formel 1: Weltmeister?

Hülkenberg: Auf jeden Fall. Weltmeister, das ist das endgültige Ziel. Ich habe allerdings keinen Zeitplan und sage, in drei, vier Jahren muss es soweit sein.

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