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Norbert Haug ist seit 1990 Mercedes-Motorsportchef © getty

Im Interview vor dem Australien-Grand-Prix spricht Mercedes-Motorsportchef über den Saisonstart und die Chancen in Melbourne.

Melbourne - Michael Schumachers erster Sieg im Silberpfeil wird noch etwas auf sich warten lassen.

Das sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug im Interview vor dem Australien-Grand-Prix (Qualifying, Sa. ab 6.45 Uhr LIVE). Auch das zweite Rennen in Melbourne werde ein sehr schwieriges, meint Haug: "Unsere Verbesserungen werden kommen und Wirkung zeigen - von heute auf morgen ist dies allerdings nicht möglich." (214240DIASHOW: Fahrerzeugnis des Bahrain-Grand-Prix)

Frage: Nach dem Bahrain-Grand-Prix wurde Michael Schumacher schon als Schleich-Schumi verspottet. Hat Sie das geärgert?

Norbert Haug: Wir hatten in Bahrain im Rennen Probleme, die Reifen optimal zu nutzen. Unsere Fahrer nutzten ihre Möglichkeiten bestens und fuhren die Ergebnisse ein, die unter diesen Umständen möglich waren. Sie werden bald bessere Voraussetzungen haben und dann an der Spitze fahren.

Frage: Michael Schumacher hat nach dem Auftakt entspannt und zuversichtlich gewirkt. Täuscht dieser Eindruck?

Haug: Michael weiß, dass er das mögliche Ergebnis geholt hat - und genau das zeigt er. Und Michael weiß, dass wir gemeinsam und auch dank seiner Erfahrung und seinem Können weiter vorankommen werden. (Schumacher im Interview: "Eine Odyssee")

Frage: Was haben Sie wegen des Testverbots überhaupt machen können, um das Auto von Bahrain bis Australien zu verbessern?

Haug: Australien wird ein schwieriges Rennen für uns werden. Unsere Verbesserungen werden kommen und Wirkung zeigen - von heute auf morgen ist dies allerdings nicht möglich.

Frage: Was sagen Sie zur Langeweile-Kritik an der Formel 1? Brauchen wir wieder neue Regeln, um das Überholen einfacher zu machen?

Haug: Der Rennverlauf beim Saisonauftakt bot in der Tat wenig Spannung. Die nächsten Rennen bieten größeres Potenzial. Natürlich muss man beobachten, wie sich die Dinge entwickeln und dann reagieren.

Frage: Auf einem Stadtkurs wie in Melbourne werden die Karten neu gemischt. Was rechnen Sie sich für den Australien-Grand-Prix aus?

Haug: Wir haben gute Erinnerungen an Melbourne, Michael Schumacher hat dort schon viermal gewonnen, wir haben mit McLaren vier Siege geholt, Ross Brawn gewann dort im vergangenen Jahr mit Jenson Button, und Nico Rosberg schaffte in Melbourne sein erstes Podium. Das Rennen wird dennoch schwierig werden, weil unsere technischen Verbesserungen noch nicht alle umgesetzt sind.

Frage: Ferrari und Red Bull waren in Bahrain das Maß der Dinge. Hat Sie das überrascht?

Haug Das zeichnete sich bei den Tests ab, auch Lewis Hamilton im McLaren war schneller als wir unterwegs. Aber wir werden uns steigern und nach vorne kommen, unser Auto hat eine gute Basis.

Frage: Für Nico Rosberg ist die Situation als Teamkollege von Michael Schumacher alles andere als einfach. Wie geht er damit um und was halten Sie von seiner Leistung?

Haug: Nico steht mehr im Blickpunkt als jemals zuvor in seiner Karriere. Und er hat sich in Bahrain weiter profiliert - alles ist also gut für ihn. Und ganz gut wird es werden, sobald wir ihm ein weiter verbessertes Auto geben. Er wird dann genauso wie Michael an der Spitze fahren können.

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