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Sebastian Vettel liegt in der WM mit 37 Zählern auf dem zweiten Platz © getty

Im Interview spricht Sebastian Vettel nach seinem Sieg in Malaysia über seine Freude nach dem ersten Saisonsieg und seinen Start.

Kuala Lumpu - Mit einem Sieg sieht die Welt auf einmal ganz anders aus. Sebastian Vettel hat sich mit einem starken Auftritt beim Malaysia-Grand-Prix eindrucksvoll im WM-Kampf zurückgemeldet. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

25 Zähler mehr hat der Red-Bull-Star nach seiner furiosen Siegfahrt auf dem brüllende heißen Sepang International Circuit auf dem Haben-Konto. Das macht Platz zwei in der WM-Wertung hinter dem führenden Felipe Massa vom Ferrari-Team. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Im Interview nach dem Südostasien-Wochenende spricht Vettel über seine Erleichterung über den geplatzten Knoten, über seinen raktengleichen Start und die Situation im WM-Rennen (220861Die Bilder des Rennens).

Frage: Wie groß ist die Erleichterung, dass es nach den Problemen in Bahrain und Australien endlich den ersten Sieg gegeben hat?

Sebastian Vettel: Ich bin sehr glücklich, dass es im dritten Anlauf endlich geklappt hat, nach den ersten beiden Rennen wurde es auch Zeit. So zurückzukommen, ist dann umso schöner. Aber aller guten Dinge sind halt drei. Vielen Dank an das Team. Es ist entscheidend, dass man nie in Panik gerät, sondern weiterarbeitet.

Frage: Sie hatten einen perfekten Start. War danach eigentlich schon alles entschieden oder hat Teamkollege Mark Webber Sie richtig gefordert?"

Vettel: Es war nicht so einfach, wie es aussah. Der Start war sicher der Schlüssel, aber danach hat Mark nie so richtig locker gelassen. Ich konnte mich nie ausruhen. Wir hatten etwa das gleiche Tempo, aber vor dem ersten Boxenstopp konnte ich mich ein bisschen absetzen. Wir haben bis zum Ende gegeneinander gekämpft, das muss auch so sein. Wir haben den nötigen Respekt voreinander, die Atmosphäre im Team ist großartig.

Frage: Kann man einen solchen Start vorher planen?

Vettel: Beim Start ist alles Intuition. Planen kann man vieles, was alles passieren könnte. Aber dann reagiert man einfach auf das, was tatsächlich passiert. Man konzentriert sich auf die Ampel, versucht, so schnell wie möglich zu reagieren. Ich habe auf der schmutzigen Seite versucht, dem Auto Zeit zu geben und mit Geduld ranzugehen. Das war der richtige Entschluss. Runter zur ersten Kurve habe ich mich im Windschatten angesaugt. Dann entscheidet man aus dem Bauch heraus.

Frage: Wäre das Rennen auch so souverän verlaufen, wenn Ferrari und McLaren nicht so weit hinten gestartet wären?

Vettel: Es war schon ein bisschen ein Luxus, dass wir drei vorne relativ alleine waren. Sonst wäre es mit Sicherheit anders gewesen. Aber alles in allem waren wir an diesem Wochenende sehr schnell unterwegs und hätten auch unter anderen Umständen die Chance gehabt, das Rennen zu gewinnen. Letztlich zählt das Ergebnis, und für unser Team gibt es die Punkte für den ersten und den zweiten Platz. Das ist sehr wichtig, alles andere ist uns relativ egal.

Frage: Sie wirken überglücklich. Hat Sie der Erfolg derart euphorisiert?

Vettel: Ich bin schon etwas beschwipst, das kommt vom Champagner. Es ist schön, vom Podium zum Team herunterzuschauen und die strahlenden Augen zu sehen. Das ist das, warum wir jeden Sonntag neu angreifen, ins Lenkrad beißen und versuchen, unser Bestes zu geben. Das sind die Momente, die man nicht bezahlen kann.

Frage: Wie war die körperliche Beanspruchung?

Vettel: Ich habe geschwitzt wie verrückt. Zwischenzeitlich habe ich sogar mal auf Regen gehofft, einfach, damit es ein bisschen abkühlt. Ich bin froh, dass ich aus diesem Ofen jetzt wieder rauskomme.

Frage: Sie hatten vor dem Rennen 25 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Fernando Alonso. Die haben Sie auf einen Schlag aufgeholt, jetzt sind Sie nur zwei Zähler hinter Felipe Massa. Wie sehen Sie die Situation für die weitere Saison?

Vettel: Das zeigt, wie schnell sich alles ändern kann. Ich bin hier, um Weltmeister zu werden, darum geht es. Aber es ist eine sehr lange Saison. Wir haben noch 16 Rennen vor uns. Wir wollen unser Bestes geben, und wir sind jetzt in einer viel besseren Position als noch am Freitag oder heute morgen.

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