vergrößernverkleinern
Timo Glock belegte 2008 mit 25 Punkten Platz zehn der Fahrer-WM © getty

Toyota-Pilot Timo Glock spricht über seine Ziele für die neue Saison, die Formel-1-Krise und seinen Status in der Königsklasse.

Von Marc Ellerich

München - Timo Glock kehrte 2008 mit einer turbulenten Saison in die Formel 1 zurück. Beim Ungarn-Grand-Prix auf dem Hungaro-Ring belegte er Platz zwei und somit seine erste Podiumsplatzierung in der Formel. Mit Platz vier in Kanada hatte er ebenfalls aufhorchen lassen.

Für eine Sensation hätte der gelernte Gerüstbauer aus Wersau im Odenwald beinahe im hitzigen Saisonfinale in Interlagos gesorgt. Um ein Haar hätte der 27-jährige Toyota-Pilot den WM-Kampf zwischen Lewis Hamilton und Felipe Massa entschieden. Erst in der letzten Kurve überrundete der Brite im McLaren-Mercedes den Deutschen und stieß seinen Ferrari-Rivalen Massa doch noch vom Formel-1-Thron (Der Rennkalender 2009).

Im Sport1.de-Interview spricht Glock über seine Ziele für die neue Saison, die Formel 1 in der Krise und seinen Status in der Hackordnung der Königsklasse.

Sport1.de: Herr Glock, mal Hand aufs Herz: Hatten Sie nach dem Honda-Ausstieg Angst, dass die Saison 2009 ohne Sie beginnen könnte?

Timo Glock: Nein.

Sport1.de: Erhöht die Krise der Formel 1 und der gesamten Automobil-Industrie den Druck, erfolgreich sein zu müssen.

Glock: Wenn man unter den 20 besten Rennfahrern der Welt ist, dann ist der Druck immer enorm hoch. Ich persönlich versuche, immer positiv zu denken und konzentriere mich voll auf meine Arbeit. Das ist der beste Garant dafür, erfolgreich zu sein.

Sport1.de: Die Tests verliefen sehr erfreulich für Sie und Ihr Team. Was ist mit dem TF109 in diesem Jahr drin?

Glock: Das neue Auto ist stabil, schnell und fühlt sich sehr gut an. Ich bin zuversichtlich, dass wir damit diese Saison gut fahren.

Sport1.de: Was waren bei der Arbeit am Auto die größten Herausforderungen?

Glock: Durch die komplett neuen Regelungen und die Tatsache, dass wir während der Saison keine Tests mehr haben, war die Arbeit am Setup noch viel wichtiger als sonst. Eine große Herausforderung war auch die Umstellung von den Rillen auf die Slick Reifen. Wir mussten deren Verhalten in verschiedenen Konditionen erst mal testen, bei niedrigen Temperaturen und nasser Strecke zum Beispiel.

Sport1.de Welche Ziele setzen Sie sich für diese Saison?

Glock: Regelmäßig in den Punkten zu sein, einige Podien zu holen und den ersten Sieg!

Sport1.de: Für Diskussionsstoff hat die Gewichtsproblematik bedingt durch KERS gesorgt. Waren Sie auch auf Diät?

Glock: Nein. Ich habe mich über den Winter fit für die Saison gemacht, viel trainiert und dadurch auch ein bisschen abgenommen, um wieder auf mein Idealgewicht zu kommen. Es ist nicht gut, wenn man zu sehr abnimmt, weil Formel 1 fahren ein extrem kräftezehrender Sport ist. Dafür braucht man eine sehr gute Kondition.

Sport1.de: Die Testfahrten haben zum Teil sehr ungewöhnliche Ergebnisse hervorgebracht - zum Beispiel einen recht langsamen McLaren-Mercedes oder ein überraschend schnelles Brawn-GP-Team (Barrichello schwärmt vom "Mörderauto"). Täuscht der Eindruck, oder ist die WM in diesem Jahr offen wie lange nicht mehr?

Glock: Allgemein darf man die Ergebnisse der Tests nicht überbewerten. Wir werden erst beim ersten Rennen sehen wo jeder ungefähr steht. Sicherlich wird es aber noch ein Stückchen enger im Feld.

Sport1.de Welche Kollegen sind Ihre persönlichen WM-Favoriten?

Glock: Raikkönen, Massa und Hamilton sind meiner Meinung nach die WM-Favoriten.

Sport1.de: Welche Lehren nehmen Sie aus ihrem turbulenten und erfolgreichen Comeback-Jahr in der Formel 1 mit in die neue Saison?

Glock: Nie aufgeben und dass die Formel1 mehr als 100 Prozent von jedem Fahrer verlangt.

Sport1.de: Grüßt Sie Lewis Hamilton noch? Im Ernst: Werden Sie nach Ihre starken Auftritten 2008 im Fahrerfeld und teamintern anders behandelt? Sind Sie nun die Nummer 1 bei Toyota?

Glock: Bei Toyota werden beide Fahrer gleich behandelt. Eine Nummer 1 gibt es da nicht, aber ich habe mir durch die guten Ergebnisse aus dem letzten Jahr auf jeden Fall den nötigen Respekt verschafft.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel