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Adrian Sutil feierte 2006 bei Midland sein Formel-1-Debüt © getty

Adrian Sutil spricht bei Sport1.de über das nötige Glück, neue Motoren in seinem Force India und Freundschaften im Fahrerfeld.

Von Andreas Kloo

München - Adrian Sutil erhofft sich einiges für die neue Formel-1-Saison (VIDEO: Rennkalender und Kurse 2009).

In seinem zweiten Jahr beim Rennstall Force India will der Bayer zumindest zum Mittelfeld der Königklasse aufschließen und auch das eine oder andere Mal in die Punkte fahren.

Das gelang ihm 2008 nicht - der 26-Jährige beendete die Saison ohne einen WM-Punkt auf dem Konto.

Im Interview mit Sport1.de spricht Sutil über seine Libelingsstrecke, die neuen Mercedes-Motoren in seinem Boliden und er verrät seine WM-Favoriten.

Sport1.de: Herr Sutil, Teameigner Vijay Mallya hat gefordert, dass Sie diese Saison auf jeden Fall in die Punkte fahren müssen. Was stimmt Sie zuversichtlich, diese Vorgabe zu erreichen?

Adrian Sutil: Die Einstellung im gesamten Team stimmt. Das Auto macht einen guten Eindruck und ich glaube, dass wir noch Potential haben, es weiter zu entwickeln. Auch wenn wir nur sehr wenige Testtage hatten. Es sieht so aus als ob alle eng zusammen liegen. Es wären auch 2008 schon Punkte drin gewesen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass wir uns verbessert haben und uns auch mal das zum Erfolg nötige Glück hilft (Sutil will Hinterbank verlassen).

Sport1.de: Sie haben im Vergleich zu anderen Teams sehr spät mit den Tests begonnen. Fahren Sie dadurch nicht von Anfang an hinterher?

Sutil: Die Gefahr besteht, dass wir 2-3 Rennen benötigen um unser richtiges Potential zeigen zu können. Aber das wissen wir erst nach Melbourne.

Sport1.de: Eine Neuerung bei Force India sind die Motoren. 2008 wurden Sie von Ferrari beliefert, in dieser Saison von Mercedes. Eine Verbesserung?

Sutil: Die Motoren sind sicherlich gleich gut, aber die Partnerschaft mit McLaren-Mercedes wird uns helfen. Davon bin ich überzeugt, denn es ist mehr als nur ein guter Motor, den wir bekommen. Getriebe, KERS, und gute Leute von McLaren-Mercedes sollten helfen, dass wir nach vorne kommen.

Sport1.de: Generell hat sich an den Boliden einiges geändert (Die Turbo-Revolution). Vor allem die Aerodynamik der neuen Autos ist völlig anders. Wie stark merken Sie diese Änderungen auf der Strecke?

Sutil: Es ist ein anderes Fahren, was mir sehr entgegen kommt. Es gibt mehr Grip auf der Vorderachse, damit weniger Untersteuern. Die Slicks bieten mehr Grip besonders in langsamen Kurven beim Rausbeschleunigen. Alles in allem gefallen mir die Änderungen sehr gut.

Sport1.de: Sie starten erst einmal ohne KERS in die Saison. Wo lagen die Probleme?

Sutil: Ich denke, es starten so einige ohne KERS. Wir glauben, dass wir uns die ersten Rennen auf andere Dinge konzentrieren sollten. Den Sinn der KERS-Einführung zu diesem Zeitpunkt muss man sowieso hinterfragen. So recht habe ich das nicht verstanden.

Sport1.de: Sehen Sie das als großen Nachteil gegenüber den Teams, die mit KERS fahren?

Sutil: Das werden wir leider erst in Melbourne sehen. Mein Gefühl sagt mir, dass sicherlich 40-50 Prozent ohne KERS antreten.

Sport1.de: Gegen Jahresende gab es Spekulationen, dass Sie durch Paul di Resta ersetzt werden könnten. Spüren Sie weiterhin das Vertrauen des Teams?

Sutil: Die Spekulationen gab es nur in der Presse und es war wirklich anstrengend, jedem immer und immer wieder zu erklären, da ist nichts dran. Ich habe zu keinem Zeitpunkt Sorge um meinen Platz gehabt. Man hat meinem Manager Manfred Zimmermann sogar eine frühzeitige Verlängerung des Vertrages über 2009 hinaus angeboten. Was wir aber nicht gemacht haben. Das Team steht voll hinter mir und ich bin froh, 2009 wieder für Force India fahren zu dürfen.

Sport1.de: Was glauben Sie, wer holt dieses Jahr den Titel?

Sutil: Das kann man zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich einschätzen. Ich zumindest nicht. Ich denke Ferrari, BMW, Renault, Toyota und vor allem Brawn-Mercedes sind gut dabei. McLaren hat wie es aussieht noch Arbeit vor sich.

Sport1.de: Seit zwei Jahren sind Sie in der Formel 1 aktiv. Haben Sie schon eine Lieblingsstrecke, die Ihnen mehr liegt als andere?

Sutil: Ja, ich denke schon, dass es Monaco ist. Wann immer ich dort gefahren bin, in der F3 halte ich den Runderekord, oder in der F1, konnte ich über mich hinauswachsen. Ich liebe den Stadtkurs und fühle mich dort sehr wohl. Spa mag ich auch sehr gerne.

Sport1.de: Mit welchem deutschen Fahrer pflegen Sie den engsten Kontakt?

Sutil: Den engsten Kontakt habe ich zu Lewis Hamilton. Ihn bezeichne ich als Freund. Zu den deutschen Fahrern habe ich weniger Kontakt. Zu Nico Rosberg noch den engsten.

Sport1.de: Wie sieht es denn mit Ihren persönlichen Zielen für die nächsten Jahre aus? Träumen Sie von einem Wechsel in ein anderes Team? Als Gräfelfinger würden Sie gut in das einzige bayerische Team der Formel 1 passen.

Sutil: Gute Idee, fragen Sie doch mal bei Dr. Theissen nach. Spaß beiseite, jeder Formel-1-Fahrer träumt vom besten Auto. BMW ist ein tolles Team, McLaren-Mercedes und Ferrari sicherlich auch. Ich will aber nicht träumen, ich will mit Leistung überzeugen. Dann werde ich meine Chance bekommen. Dafür werde ich alles tun und kämpfen. Ich möchte eines Tages um Siege fahren.

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