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Max Mosley ist bereits seit 1993 Präsident des Weltverbandes FIA © getty

Der Machtkampf in der Königsklasse geht weiter. FIA-Boss Max Mosley stellt klar, dass man auch ohne Ferrari ein wertvolles Produkt hätte.

Von Julian Meißner

München - Nächste Runde im Machtkampf zwischen der FIA und Ferrari: Max Mosley hat klargestellt, dass die Formel 1 im Härtefall auch ohne ihr langjähriges Aushängestall klar kommen würde.

"Der Sport würde auch ohne Ferrari weiterleben", so der Weltverbands-Boss in der "Financial Times".

"Es wäre sehr traurig, Ferrari zu verlieren. Es ist die italienische Nationalmannschaft", schränkte der Brite jedoch ein.

Im Rahmen der Sitzung des Wourld Council der FIA unter der Woche in Paris hatte es eine ernste Konfrontation zwischen dem Weltverband und Ferrari-Boss Luca di Montezemolo gegeben (Machtkampf zwischen FIA und Ferrari) .

"Unfair, vielleicht sogar verzerrt"

Di Montezemolo hatte sich dabei vor allem gegen die Budgetobergrenze gewehrt und die Art ihrer Einführung scharf kritisiert (FIA verabschiedet Budgetgrenze).

Besonders das Zweiklassensystem, nach dem Teams, die sich an den Kostendeckel von 40 Millionen britischen Pfund halten, bevorzugt werden, ist dem Italiener ein Dorn im Auge.

"Die Meisterschaft wird damit unfair und vielleicht sogar verzerrt. Auf jeden Fall würde in der Öffentlichkeit eine Konfusion erzeugt und damit den Wert der Formel 1 dramatisch gesenkt", so di Montezemolo (DATENCENTER: Ergebnis und WM-Stand).

System mit Tücken

Doch Mosley stellt klar, dass er in diesem Punkt kaum mit sich reden lassen wird - zumindest nicht jetzt.

"Die Budgetobergrenze ist gekommen, um zu bleiben", sagte er. Über Details für die kommenden Jahre ließe sich allerdings diskutieren.

Doch auch Mosley sind die Tücken eines solchen Systems durchaus bewusst: "Es gäbe enorme Schwierigkeiten und natürlich die Gefahr des Betrugs. Falls wir den geringsten Verdacht in diese Richtung hegen sollten, würden wir sofort ein Team in die Spur schicken, das zu überprüfen. Das ist Teil des Deals."

Machtmensch Mosley

"Es gibt Leute bei den derzeitigen Teams, die meinen, dass die Teams und nicht mehr die FIA oder Bernie Ecclestone die Formel 1 betreiben sollten. Das Letzte, was diese Leute wollen, sind neue Teams, die ihnen etwas davon wegnehmen könnten, was sie bisher erreicht haben", so Mosley über die hitzige Debatte.

Mosley weiter: "Das ist es, was momentan im Hintergrund läuft: ein Machtkampf darum, wer die Formel 1 führt. Ich würde gerne sicherstellen, dass ich das bin."

Das dicke Ende kommt noch

Für die wirtschaftliche Zukunft der PS-Liga erwartet der Präsident weitere Probleme.

Er sagte: "Die Kreditkrise hat die Formel 1 noch nicht richtig getroffen. Wir haben Honda verloren, aber ernst wird es erst, wenn es darum geht, dass die laufenden Verträge verlängert werden sollen."

Denn das Gros der Sponsoren in der Formel 1 steckt in finanziellen Schwierigkeiten.

Und gerade die hart getroffenen Banken und die ebenfalls angeschlagene Automobilindustrie zählen bekanntlich zu den Kernkunden in der Königsklasse.

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