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Das Toyota-Team ist seit 2002 in der Formel 1 aktiv © getty

Der Proteststurm gegen die Budgetgrenze setzt sich fort: Nun wollen sich auch die Japaner zurückziehen.

Barcelona - Der Machtpoker in der Formel 1 geht weiter.

Nach Ferrari und BMW haben nun auch Red Bull und Toyota mit dem Ausstieg gedroht, falls der Automobil-Weltverband FIA an der geplanten Einführung einer Budgetgrenze und dem damit verbundenen "Zwei-Klassen-Reglement" festhält.

"Wenn sich nichts ändert, werden wir uns nicht einschreiben", sagte Toyotas Motorsportpräsident John Howett mit Blick auf die von der FIA festgelegte Einschreibefrist von 22. bis 29. Mai: "Und ich denke, mit dieser Meinung stehen wir unter unseren Wettbewerbern nicht allein da."

Dies unterstrich auch Dieter Mateschitz, Besitzer des Red-Bull-Teams mit dem deutschen Shooting Star Sebastian Vettel, in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten": "Wenn die vorgeschlagenen Regeln so bleiben, nehmen wir im nächsten Jahr nicht an der Weltmeisterschaft teil."

Wie Ferrari und BMW

FIA-Präsident Max Mosley will für 2010 eine freiwillige Budgetgrenze von rund 44 Millionen Euro durchdrücken und den Teams, die sich dafür entscheiden, mehr Freiheiten in der Aerodynamik und beim Motor einräumen. Experten schätzen diesen Vorteil auf bis zu zwei Sekunden pro Runde. (FIA verabschiedet Budgetgrenze)

Die FIA will aber über eigene Eingriffe Chancengleichheit zu den Teams mit freiem Budget herstellen.

Gegen diese Pläne hatten sich zuvor bereits Ferrari und BMW ausgesprochen und offen ihre Zukunft in der Königsklasse in Frage gestellt. (Teams: Widerstand gegen den Sparzwang)

Gespräch mit Mosley

In den nächsten Tagen soll es in London ein Gespräch der Teamvereinigung FOTA mit Mosley geben, der wegen des Todes seines Sohnes Alexander am vorigen Dienstag seine geplante Reise zum Großen Preis von Spanien abgesagt hatte.

Um eine gemeinsame Linie für dieses Gespräch zu finden, saßen die Teamchefs am Sonntag vor dem Rennen in Barcelona zusammen, ohne danach Details zu verraten.

"Wir ziehen es vor, darüber nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, nach dessen Meinung eine Zwei-Kategorien-Serie "nicht tragbar" ist.

Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft gewünscht

Ähnlich äußerte sich Howett, der auch Vize-Präsident der FOTA ist. Der Brite kritisierte die fehlende Diskussionen zwischen der FIA und den Teams und mahnte an, dass eine Reduzierung der Budgets auch viele Arbeitsplätze kosten würde.

Dieser Reduzierung müsse man sich unterwerfen, weil die Autos innerhalb der Obergrenze schneller sein würden. "Als Hersteller geht es uns nicht nur ums Budget, sondern um den Wert der Formel 1. Eine Zwei-Klassen-Serie ist nicht der richtige Weg", sagte Howett.

"Aktuelle Situation ist unmöglich"

Für Toyota gäbe es auch andere Motorsport-Kategorien, in denen man unter deutlich anderen Voraussetzungen teilnehmen könnte, meinte Howett, stellte aber klar, dass die Formel 1 die erste Wahl ist:

"Wir würden am liebsten bleiben und auf dem höchsten Level des Motorsports teilnehmen. Aber in der aktuellen Situation ist es unmöglich, eine Anmeldung abzugeben."

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