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Norbert Haug steht bei Mercedes seit 1990 als Motorsportchef auf der Kommandobrücke © imago

Im Streit mit der FIA fordert Mercedes-Sportchef Norbert Haug Zugeständnisse. Max Mosley rudert zurück, Schumi sorgt sich.

Von Andreas Kloo

München - Wenige Tage vor dem Grand Prix von Monaco (Training, Do., 10 Uhr LIVE) steigt die Spannung in der Formel 1.

Aber nicht nur die Duelle der Boliden auf der Strecke beschäftigen die Fans. Vor allem die weitere Entwicklung der Königsklasse ist unklar.

Nach den Ausstiegsdrohungen einiger Teams, insbesondere der von Ferrari, hatte FIA-Boss Max Mosley die Teams noch einmal eindringlich an den Einschreibetermin für nächste Saison, den 29. Mai erinnert.

Haug fordert konkrete Antworten

Aber Mercedes-Sportchef Norbert Haug stellt in einer Telefonkonferenz auf Nachfrage von Sport1.de klar, dass sein Team nur unter gewissen Bedingungen 2010 wieder an den Start geht:

"Wir haben noch Fragen zum Reglement und zum Concorde-Agreement. Diese Fragen sollten beantwortet werden, bevor man sich einschreibt. Das sollte aber innerhalb der Frist möglich sein."

Mosley: "Gleiche Regeln für alle"

Beim Regelwerk macht Mosley bereits Zugeständnisse und rückt von der Idee der Zwei-Klassen-Gesellschaft ab: "Der ursprüngliche Gedanke davon war: Wenn ein neues Team in die Formel 1 kommt und gewillt ist, unter dem Budget-Deckel anzutreten, dann soll es nicht hinterher fahren müssen, weil es gegen ein Team antritt, das 200 Millionen ausgeben kann." (44 Millionen Euro: FIA verabschiedet Budgetgrenze)

"Nun aber zeigt sich, dass eigentlich alle die Budget-Grenze begrüßen. Dann hätte ein solches Team einen unfairen Vorteil. Daher werden wir uns auf gleiche Regeln für alle einigen", verspricht Mosley im Fachmagazin "Speedweek". (Budget-Zoff: Ecclestone lenkt ein)

Verständnis für Ferrari

Auch McLaren-Mercedes gehört zu den Befürwortern der Budget-Grenze: "Man sollte sich auf eine Richtung verständigen. Die FOTA hat vernünftige Ideen. Wir unterstützen ganz klar die Sparmaßnahmen", hält Haug fest.

Aber auch für die Ferrari-Position zeigt der 57-Jährige Verständnis: "Man muss Ferraris Position mit speziellen Augen sehen. Das ist die Traditionsfirma der Formel 1. Die hat im Haus die Rennmannschaft mit 700 bis 1.000 Leuten. Das kann man nicht von heute auf morgen einfach halbieren."

Haug wünscht sich mehr Sachlichkeit

Weniger überzeugt ist Haug aber von der Art und Weise, wie Ferrari um seine Position kämpft. Der italienische Rennstall will per einstweiliger Verfügung die neuen FIA-Beschlüsse für 2010 stoppen.

"Wir wollen, dass die Diskussion versachlicht wird und man etwas Vernünftiges hinbekommt. Wir brauchen keine Drohgebärden" beschreibt Haug seine Sicht der Dinge.

Die von Ferrari ins Gespräch gebrachte "Piratenserie" hält er für unrealistisch: "Eine Konkurrenzserie ist nicht aktiv auf dem Plan. Das bringt nichts." (Formel-1-Teams drohen mit "Piratenserie")

Schumacher warnt

Auch Ferrari-Legende Michael Schumacher rät zur Gesprächsbereitschaft: "Sinnvoll wäre für alle, sich jetzt zusammen an einen Tisch zu setzen und einen Dialog zu führen, der es erlaubt, dass alle dabei bleiben", sagte der siebenfache Weltmeister bei "RTL".

Sollten doch einige Teams aussteigen, sieht Schumacher die Zukunft der Formel 1 allerdings ernsthaft in Gefahr.

"Die Formel 1 ohne die großen Werke ist dann irgendwie doch nicht mehr Formel 1, sondern irgendeine minderwertige Serie", warnt Schumi. "Gerade der Name Ferrari überstrahlt sicherlich viele Fahernamen."

Steigerung in Monaco erwartet

Dieser Dialog soll am Rande des Monaco-Grand-Prix stattfinden. Nicht nur bei den Ergebnissen dieser Gespräche erwartet Haug Positives.

Auch bei der Leistung seiner Fahrer auf der Strecke verspricht er eine Steigerung.

In den engen Kurven von Monte Carlo setzt er vor allem auf Lewis Hamiltons fahrerische Qualitäten: "Auf keiner anderen Strecke spielt der Fahrer eine so große Rolle", ist sich Haug sicher.

Auch die McLaren-Stärken Bremsen und KERS kämen auf dem Stadtkurs besser zur Geltung.

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