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Die Scuderia Ferrari nimmt seit 1950 an der Formel 1 teil © imago

Nächste Runde im Machtkampf um die Budget-Obergrenze. Ferrari und Toyota legen mit neuen Drohungen nach. Ecclestone ist besorgt.

Monte Carlo - Nach der Niederlage vor einem Pariser Gericht hat Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo die Ausstiegsdrohung aus der Formel 1 erneuert (Ferrari kündigt Ausstieg an).

"Wenn die Formel 1 zu einer Formel 3 wird, werden wir nicht teilnehmen", sagte Montezemolo und läutete im Machtkampf mit dem Automobil-Weltverband FIA die nächste Runde ein.

Damit machte der Chef der Teamvereinigung FOTA vor dem Treffen des Gremiums am Freitag klar, dass sich Ferrari im Kampf gegen die für 2010 geplante Budgetobergrenze nicht geschlagen geben wird.

Probleme in der FOTA

Dennoch bedeutete das Urteil des Tribunal de Grande Instance in Paris einen Rückschlag für Ferrari (Ferrari blitzt vor Gericht ab).

Das Gericht lehnte den Eilantrag Ferraris ab, mit dem die Scuderia die Einführung der Budgetgrenze stoppen wollte.

In der FOTA drohen Ferrari zudem Probleme mit den Konkurrenten, weil durch die Anrufung des Gerichts Sonderrechte für die Italiener nachgewiesen wurden.

Räikkönen: WM der großen Teams

"Ferrari und die Formel 1 sind in einer Sackgasse", schrieb die Tageszeitung "Corriere dello Sport": "FIA-Präsident Max Mosley sucht in allen Ecke der Welt nach Hilfe."

Die Ferrari-Piloten unterstützen ihr Team dagegen öffentlich. "Ich stehe auf der Seite meines Teams", sagte Vize-Weltmeister Felipe Massa.

Ferrari sei nicht allein, erklärte der Brasilianer: "Sollte die Formel 1 Ferrari verlieren, wäre sie nicht mehr dieselbe. Neue Teams würden zwar dazu kommen, aber das wäre dennoch ein großer Unterschied."

Für Massas Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland) ist die Formel 1 die Weltmeisterschaft der großen Rennställe: "Ohne diese Teams macht die Formel 1 keinerlei Sinn. Wäre ich Zuschauer, würde ich nicht viel Geld für Rennen mit kleinen Teams aus der GP2-Serie ausgeben", sagte der ehemalige Weltmeister (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand).

"Im Sinne der FOTA"

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen unterstützte Ferrari im Machtkampf gegen den Automobil-Weltverband FIA unterstützt. "Ferrari nutzt seine Macht im Sinne der FOTA", sagte Theissen in Monte Carlo.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug sprach sich gegen den Einstieg nicht konkurrenzfähiger Teams aus. "Ich unterstütze es, wenn neue Teams in die Formel 1 einsteigen wollen. Aber sie müssen ein bestimmtes Niveau haben", sagte Haug: "Die Zuschauer wollen in der Formel 1 die besten Fahrer in den besten Teams sehen. Überrundungsmanöver möchte niemand sehen."

Ecclestone besorgt

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sieht die Chancen auf eine baldige Einigung im Machtkampf um die Budgetobergrenze weiter schwinden.

"Ich bin besorgt", sagte der Brite am Donnerstag in Monte Carlo: "Ich möchte Ferrari nicht verlieren, und ich denke niemand möchte das."

Ecclestone vermutet zudem, dass die rebellierenden Teams ihre Drohung wahrmachen und nicht bis zum Ende der Einschreibefrist am 29. Mai für die WM 2010 melden werden.

Toyota legt nach

Auch Toyota hat seine Ausstiegsdrohung erneuert.

"Wenn sich nichts ändert, wird es für die Firma nicht möglich sein, zuzustimmen. Und ich könnte es ihr auch nicht empfehlen", sagte Motorsportpräsident John Howett der Nachrichtenagentur "Reuters" zum Machtkampf über die geplante Einführung der Budgetobergrenze.

"Hohe Wahrscheinlichkeit"

In jedem Fall gebe es "eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir nicht vor Ende der Bewerbungsfrist am 29. Mai melden werden, weil ich denke, dass die Angelegenheit bis dahin nicht geklärt sein wird".

Toyota verfügt seit Jahren über das höchste Budget in der Formel 1.

Howett fordert Sicherheit

"Bei den Investitionen, die wir tätigen und der sozialen Verantwortung, die wir haben, brauchen wir für mindestens drei Jahre eine Sicherheit darüber, an was wir teilnehmen und wie wir die Summe wieder erwirtschaften können. Im Moment ist das zu unsicher", sagte Howett.

Und weiter: "Ich denke nicht, dass wir die Regeln diktieren können. Aber die Regeln müssen dahingehend geändert werden, dass sie eine feste Struktur haben und rechtlicht bindend sind. Und das ist im Moment nicht der Fall."

Auch Renault, Red Bull und BMW und damit die Hälfte der Teams haben mit Ausstieg gedroht.

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