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Viel Gesprächsbedarf in der Formel 1: Die Teams beraten über die Zukunft © getty

Sitzungs-Marathon für die Zukunft der Formel 1: Die Teams suchen in Monaco nach einer Lösung im Machtkampf mit dem Weltverband.

Monte Carlo - Erst im Motorhome bei Mercedes, dann auf der Luxus-Yacht von Renault-Teamchef Flavio Briatore und schließlich noch im Automobil-Club von Monaco:

Die Bosse der Formel-1-Rennställe mussten am Freitag einen wahren Sitzungsmarathon mit der Teamvereinigung FOTA bewältigen, eine Lösung im seit Monaten tobenden Machtkampf mit dem Automobil-Weltverband FIA fanden sie aber noch nicht.

"Es war ein langes und konstruktives Gespräch, bei dem es aber zu keiner abschließenden Einigung gekommen ist. Am Samstag und in den nächsten Tagen werden weitere Gespräche stattfinden", sagte ein Sprecher von Ferrari nach dem abschließenden Treffen der Teams mit FIA-Präsident Max Mosley.

Zuvor tagten die Entscheidungsträger der FOTA ab 14 Uhr zunächst für alle sichtbar und scheinbar vertraut auf dem Deck von Briatores Boot Blue Force. Anschließend wurde unter Deck zweieinhalb Stunden lang offenbar heftig debattiert.

Danach stellte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, zugleich auch Vorsitzender der FOTA, Optimismus zur Schau. Von einem Ausstieg war erst einmal keine Rede mehr. "Wir wollen die Formel 1, wir wollen nichts anderes", sagte er nach einem "sehr guten Treffen in guter Atmosphäre". Zu einer Einigung mit Mosley kam es anschließend aber nicht.

Höhere Budgetgrenze

Die grundsätzlichen Ziele waren im Vorfeld aber klar abgesteckt. Teams wie Ferrari dürfen auf keinen Fall verloren gehen, Nachrücker müssen eine Mindest-Qualität vorweisen, und die Budgetgrenze soll eingeführt werden.

Allerdings soll diese deutlich höher liegen als die von der FIA anvisierten 44 Millionen Euro.

Eine Mitteilung über das Ergebnis der zahlreichen Zusammenkünfte war für Freitag nicht geplant.

Ecclestone pocht auf das Concorde Agreement, mit dem Ferrari 2005 versicherte, bis 2012 in der Formel 1 zu bleiben: "Wir erwarten, dass Ferrari die Verträge respektiert. "

Die Italiener glauben, dass die FIA die Vereinbarung gebrochen und somit wertlos gemacht hat, als sie das sportliche Reglement geändert habe ohne die Teams zu befragen und Ferrari das vertraglich zugesicherte Veto-Recht einzuräumen.

Theissen: Kritische Lage

"Die Situation ist kritisch", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen: "So, wie die Rahmenbedingungen für 2010 auf dem Tisch liegen, gefallen sie keinem."

Nach zwei internen Sitzungen am Morgen und Mittag kommen die Teams am frühen Freitagabend noch mit FIA-Präsident Max Mosley zusammen.

Ferrari, Toyota, Renault, Red Bull und BMW hatten mit Ausstieg gedroht, falls die FIA keine Kompromissbereitschaft zeigt.

Bröckelnde Front

Mosley kündigte zuletzt an, zumindest nach einer einheitlichen Limitierung ohne Sonderrechte für die freiwillige Erfüllung zu suchen. Damit würde es zumindest keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben.

Gänzlich abgelehnt wird der Budget-Cap nur von Ferrari ("An einer Formel 3 nehmen wir nicht teil") .

Doch die anderen Rebellen stehen offenbar nicht mehr bedingungslos hinter der Scuderia. Zwar sei Ferraris harter Kampf "im Sinne der FOTA", wie Theissen betonte, doch die beim gescheiterten Eilantrag vor Gericht in Paris öffentlich gewordenen Sonderrechte der Italiener ärgern die Rivalen (Ferrari blitzt vor Gericht ab).

"Hätten wir das früher gewusst, wäre das nicht gut angekommen - vor allem nicht bei der Wettbewerbskommission in Brüssel", meinte Teamchef Sir Frank Williams: "Also sollten sie die Budgetobergrenze akzeptieren."

Teams für Kompromiss

Verlieren möchte das Zugpferd Ferrari aber niemand. "Das wäre ein großer Verlust", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Force-India-Teamchef Vijay Mallya versicherte: "Alle Teams wollen, dass Ferrari bleibt."

Die Teams sind offenbar für einen Kompromiss.

Die Budgetgrenze wird 2010 eingeführt, sie soll allerdings bei mindestens 80 bis 100 Millionen Euro liegen. Anschließend wird sie in zwei Stufen weiter gesenkt.

Mögliche Einsteiger haben somit drei Jahre Zeit, für 2012 ein Budget der dritten und letzten Limitierungsstufe auf die Beine zu stellen.

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