vergrößernverkleinern
Nico Rosberg hat für das Williams-Team bisher 7,5 WM-Punkte erobert © imago

Schlechte Karten für das Team von Nico Rosberg: Nach der Einschreibung für die nächste Saison schließt die FOTA Williams vorerst aus.

London - Im Machtpoker hat Nico Rosberg mit dem Williams-Team derzeit ganz schlechte Karten.

Als Reaktion auf die erfolgte Einschreibung (FIA und FOTA nähern sich an) für die Saison 2010 ist der Rennstall von Sir Frank Williams mit sofortiger Wirkung aus der Teamvereinigung FOTA ausgeschlossen worden.

Dieser Ausschluss sei allerdings nur vorläufig, teilte Williams am Mittwoch mit.

"Auch wenn die FOTA-Entscheidung bedauerlich ist, so ist sie doch nachvollziehbar", sagte Frank Williams nach dem Rauswurf.

"Wir haben Verpflichtungen"

Man sei ein Rennteam, dessen einziges Geschäft die Formel 1 sei, meinte der Teamchef weiter und bat um Verständnis.

"Wir haben schließlich Verpflichtungen gegenüber Partnern und Angestellten. Daher stand unsere Nennung für die kommende Saison außer Frage."

Williams ist mit seiner Haltung in der Formel 1 aber isoliert.

"Piratenserie" als Konkurrenz?

Im seit Monaten andauernden Streit mit dem Automobil-Weltverband FIA um eine geplante Budgetgrenze für 2010 hatten Ferrari, BMW, Toyota, Renault und Red Bull mit dem Ausstieg aus der Königsklasse gedroht. (Toyota-Ausstieg schon fix?)

Diese Teams wollen ohne eine Einigung mit der FIA die noch bis zum 29. Mai laufende offizielle Einschreibefrist verstreichen lassen.

Sogar eine "Piratenserie" als Konkurrenz zur FIA-Serie hatten die Hersteller als letzte Konsequenz nicht ausgeschlossen.

Kritik wird laut

Williams hatte am Mittwoch zunächst noch an einem weiteren FOTA-Meeting am Londoner Flughafen Heathrow teilnehmen dürfen.

Doch anscheinend wurde im Rahmen der Besprechung Kritik am Verhalten des Briten laut.

Als Konsequenz verweigerte man Williams die Teilnahme an den weiteren Verhandlungen.

Teams hoffen auf Kompromiss

Die Teams um den Rebellenführer Ferrari erhoffen sich nach einem Einlenken von FIA-Präsident Max Mosley einen Kompromiss (Mosley schlägt Kompromiss vor) und letztlich eine Einigung bezüglich des Regelwerkes für 2010.

"Wir haben einen Vertrag mit der FOM und der FIA, dass wir bis Ende 2012 an der Formel 1 teilnehmen werden", sagte Williams und rechtfertige damit sein Vorpreschen, das offenbar ohne vorherige Absprache mit der FOTA erfolgte.

Welche Auswirkungen dieser Ausschluss auf die FOTA haben wird, ist derzeit noch nicht abzuschätzen.

Einigkeit von großer Bedeutung

Die eigene Einschreibung will Williams aber nicht als Abrücken von der gemeinsamen Linie der FOTA gewertet wissen.

"Die Einigkeit der FOTA ist für Williams von überragender Bedeutung", hatte zuvor Williams-Geschäftsführer Adam Parr gesagt.

So habe man sich Sonntag vor dem Rennen in Monaco den anderen Teams bei einem Schreiben an die FIA angeschlossen, in dem weitere Bemühungen gefordert werden, einen Kompromiss im Regelstreit für 2010 zu finden.

100-Millionen-Euro-Grenze?

Nachdem Mosley am Sonntag eine Einführung der Budgetgrenze in zwei Schritten vorgeschlagen hatte, klafft zwischen der von den Rennställen erhofften und der FIA angestrebten Höhe der Grenze allerdings noch eine große Lücke.

Für das erste Jahr sollen die Rennställe laut der Zeitung "auto, motor und sport" eine Grenze von 100 Millionen Euro fordern.

Der ursprüngliche Vorschlag der FIA lag bei rund 44 Millionen Euro. Immerhin: Der erste Schritt in dem Dauerstreit ist jetzt gemacht

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel