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Norbert Haug (l.) steht bei Mercedes seit 1990 als Motorsportchef auf der Kommandobrücke © imago

Norbert Haug sieht schwierige Zeiten auf McLaren-Mercedes zukommen und spricht seinem Team vor dem Türkei-GP Siegchancen ab.

Von Jessica Pulter

München - Der Stachel vom Monaco-GP sitzt bei McLaren-Mercedes noch tief.

"Wir haben einige Fehler gemacht. In dem Fall waren es die Fahrer", erklärte Mercedes-Motorchef Norbert Haug gegenüber Sport1.de in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Doch gewichtsbereinigt fuhr Heikki Kovalainen die schnellsten Zeiten. Da haben wir eine gute Chance ausgelassen."

Keiner der beiden McLaren-Piloten kam in die Punkteränge: Weltmeister Lewis Hamilton landete nur auf Rang zwölf, Kovalainen setzte seinen Boliden in die Mauer.

Haug bezweifelt, dass sich sein Team beim kommenden Grand Prix in der Türkei (Freies Training, Fr., 9 Uhr LIVE) stark verbessert zeigen wird: "Ich sehe uns in nächster Zeit nicht als Siegesanwärter."

Probleme in schnellen Kurven

"Es wäre einigermaßen skurril, jetzt von Titelverteidigung zu sprechen", erklärte der Motorsportchef die nächsten Ziele. "Wir sprechen von der Rückerlangung der Konkurrenzfähigkeit."

In der Türkei kommt aber die Charakteristik der Strecke den Mercedes-Boliden nicht gelegen. "Da werden wir uns schwer tun. Mit der Leistungsfähigkeit von Monaco ist deshalb nicht zu rechnen", meinte Haug zu Sport1.de.

Vor allem die schnellen Kurven bereiten den Silberpfeilen Probleme, und die Türkei hält die schnellste Kurve des gesamten Rennkalenders parat.

Neue aerodynamische Teile für Istanbul

McLaren-Mercedes ist aber bemüht, den Rückstand auf die Spitzenreiter von Brawn GP möglichst bald aufzuholen.

Bereits in der Türkei werden "neue aerodynamische Teile" ausprobiert, wie Haug verriet.

Der Motorsportchef hofft auf Verbesserungen in Istanbul, die bei der Dichte der Konkurrenz eine große Wirkung haben könnten.

"Im ersten Qualifying in Barcelona lagen 15 Autos innerhalb von einer Dreiviertelsekunde. Wenn einem da ein Sprung von zwei, drei Zehnteln gelingt, ist man Fünfter bis Achter. Man muss also nicht eine Sekunde finden, um weiter vorne zu sein", so Haug.

"Sieht nach Durchmarsch aus"

Die Weltmeisterschaft möchte Haug trotz 42 Punkten Rückstand Hamiltons noch nicht völlig abschreiben.

"Der Punkteschnitt von Jenson Button ist einmalig, das sieht sehr nach einem Durchmarsch aus. Doch nach fünf Siegen kommen vielleicht fünf Ausfälle", sagte der 56-Jährige.

"Vom Kräfteverhältnis denke ich, dass Brawn auch auf den nächsten Strecken gut aussehen wird. Aber vielleicht macht ein Team ja einen Riesenschritt nach vorn, hoffentlich sind wir das."

Spekulationen um Rosberg

Über eine neue Besetzung der McLaren-Mercedes für die kommende Saison möchte Haug gar nicht öffentlich spekulieren.

Nachrichten, Nico Rosberg würde bei den Silberpfeilen auf dem Zettel stehen, relativierte er.

Mit Rosberg habe man schon vor langer Zeit mal über dieses Thema gesprochen, doch der Williams-Pilot sei ein Fahrer, "den viele Teams auf der Liste haben".

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