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Offene Zukunft für Toyota? Jarno Trulli und Timo Glock © imago

Die Piloten schlagen sich nach einem Treffen mit der FOTA auf die Seite der Teams. Jarno Trulli droht der FIA mit Spaltung.

Istanbul - Im Machtkampf der Formel 1 schlagen sich immer mehr Fahrer auf die Seite der Teamvereinigung FOTA (FOTA vor der Spaltung?) und machen gegen den Automobil-Weltverband FIA mobil.

Sollte es zu einer Piratenserie kommen, "dann wissen wir Fahrer sehr genau, auf welcher Seite wir stehen müssen", sagte Toyota-Pilot Jarno Trulli als einer der Direktoren der Fahrergewerkschaft GDPA.

"Ich glaube, dass sich in den nächsten paar Wochen etwas bewegen muss, ansonsten wird es zur Trennung kommen", meinte der Italiener.

Massa kritisiert Mosley

"Was momentan passiert, ist ein Albtraum", sagte Vize-Weltmeister Felipe Massa (Ferrari) und kritisierte FIA-Chef Max Mosley: "Wir als Fahrer wollen für die besten Teams der Welt und gegen die besten Piloten fahren. Es muss eine Topklasse im Motorsport sein. Wenn wir das machen, was Mosley will, dann wären wir nicht mehr an der Spitze des Motorsports. Das wäre eine Zurückstufung."

Dagegen übt der Deutsche Timo Glock sich in Zurückhaltung, obwohl sein Team Toyota gemeinsam mit Ferrari Vorreiter der Proteste ist.

"Klar machst du dir deine Gedanken, aber als Fahrer hast du da nichts zu melden. Du bist der Sache ausgeliefert", sagte Glock: "Wenn ich etwas nicht ändern kann, will ich auch so wenig wie möglich darüber wissen."

Trulli: Sonst sind wir weg

Trulli äußerte sich unmittelbar nach einem Treffen aller acht FOTA-Teams mit allen 16 Piloten: "Mit den Regeln, so wie sie jetzt sind, sind wir weg."

Dem 12. Juni, an dem die FIA die 13 Teams für die WM 2010 benennen will, sieht der Teamkollege des Deutschen Timo Glock mit Spannung entgegen: "Wir müssen abwarten, denn die FOTA wünscht sich eine Einigung mit der FIA."

Die Teams trafen sich vor dem Rennen in Istanbul 114935(Die Bilder) im Motorhome von Toyota mit den Piloten.

Ohne Williams und Force India

Die wegen ihrer bedingungslosen Einschreibungen vorübergehend suspendierten Teams Williams und Force India und ihre Fahrer waren jedoch nicht eingeladen; Williams-Pilot Nico Rosberg und Force-India-Fahrer Adrian Sutil fehlten demnach.

"Es gab den Wunsch der Fahrergewerkschaft GPDA, einmal in der Gruppe genau informiert zu werden. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen", sagte Toyota-Teampräsident John Howett als FOTA-Vizepräsident und Gastgeber des Treffens: "Wir haben etwa 15 Minuten zusammengesessen, es war ein positives Treffen." Er fühle "hundertprozentige Einigkeit".

Gegen neue Teams

Trulli sagte, der Wunsch nach einem Gespräch sei von der Gegenseite ausgegangen.

"Wir wurden heute zum Gespräch gebeten, damit man uns informieren konnte, denn die Regeln sind nicht klar", sagte er: "Wir halten die Regeln, wie sie jetzt stehen, nicht für adäquat. Wir teilen die Meinung der FOTA. Mosley muss verstehen, dass einige Dinge nicht passieren können. Die Regeln für 2010 sind nicht gut, denn die Formel 1 muss die Königsklasse des Motorsports bleiben - mit der besten Technologie und mit den Herstellern."

Der Italiener sprach sich gegen leistungsschwächere neue Teams aus 113830(DIASHOW: Zwei Legenden und sechs Neue).

"Man kann nicht versuchen, neue Rennställe in die Formel 1 zu bringen, die keine Ahnung haben, wie es ist, mit solchen Autos zu fahren, auf so hohem Niveau", sagte Trulli.

Webber diplomatisch

Der Australier Mark Webber hatte als ein Vorsitzender zuvor verkündet, die GPDA wird sich in den Streit nicht einschalten.

"Die Situation verändert sich täglich. Es wäre Zeitverschwendung, sich da einzumischen, also sparen wir uns das", sagte der australische Teamkollege von Sebastian Vettel bei Red Bull: "Es ist absehbar, dass sich da noch einiges tun wird. Für mich ist das eine Angelegenheit zwischen den Teams und der FIA."

Die FIA will am Freitag die Teams für 2010 benennen.

Mosley schweigt

Die acht aktuellen Rennställe neben Williams und Force India haben ihre Einschreibungen an Bedingungen geknüpft. Auf eine Reaktion der FIA wartet die FOTA weiterhin.

"Wir haben noch nichts von Max Mosley gehört", sagte Howett: "Aber wir haben konstruktive Vorschläge gemacht und ich hoffe, dass sie angenommen werden."

Dass die FIA angesichts von 22 Team-Meldungen Neuzugänge akzeptiert und dafür beispielsweise Toyota ausschließt, ist für Howett "nicht ausgeschlossen".

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