vergrößernverkleinern
Damon Hill gewann 1996 vor Jaques Vielleneuve und Michael Schumacher die WM © getty

Vor der Bekanntgabe der Teams für 2010 versucht Ecclestone den Teams Angst zu machen. Ex-Champion Hill nennt ein Negativbeispiel.

Von Matthias Becker

München - Der Machtkampf der Formel 1 hat einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Am Freitag benannte die FIA die 13 Teams, die im kommenden Jahr in der Königsklasse des Motorsports antreten sollen.

Mit Ferrari, Red Bull und Toro Rosso wurden zwar drei FOTA-Teams ohne Bedingungen für das kommende Jahr eingeschrieben. Diese wehren sich dagegen aber vehement.

Und auch die fünf unter Vorbehalt nominierten Teams McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Brawn GP und Toyota warten weiter auf Zugeständnisse bezüglich ihrer Bedingungen für eine Teilnahme.

Gut möglich also, dass die Teams ihre Idee, eine eigene Rennsierie zu gründen, weiterverfolgen. Für diesen Fall HAT Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone aber schon im Vorfeld angekündigt, die Teams aber mit allen Mitteln bekämpfen.

Millionenklagen angekündigt

"Wenn irgendwer aus Verträgen mit Firmen oder Fernsehen aussteigt, würden wir das als sehr ernst betrachten", sagte Ecclestone dem "Daily Express" und droht mit einem millionenschweren Rechtsstreit.

Ein Ausstieg würde einen Vertragsbruch bedeuten, und da er selbst so etwas nicht tue, werde er es auch nicht einfach geschehen lassen, kündigte Ecclestone an:

"Da könnte es um mehrere hundert Millionen gehen, wer weiß das schon?"

"Es kostet viel Geld, eine Rennserie aufzubauen"

Ohnehin traut er den Herstellern den Aufbau einer lukrativen Rennserie nicht zu, erklärte der Formel-1-Boss:

"Ich glaube nicht, dass die Vorstände von BMW oder Toyota, die schon in der Formel 1 Kosten sparen wollen, ihre Teams in einer anderen Serie starten lassen würden. Es kostet eine Menge Geld, eine Rennserie aufzubauen."

Die Teams hätten es nur ihm und seinem großen Einsatz für TV-Verträge, Rennstrecken und Personal zu verdanken, dass sie in der Königsklasse so viel Geld verdienen könnten.

Renault sorgt für Wirbel

Das sehen die Hersteller naturgemäß ganz anders.

"Wir sind diejenigen, die für die Show zuständig sind. Wir bezahlen die Fahrer, wir liefern die Technologie und die Motoren - deshalb sollten die Gewinne der Formel 1 auch uns zu Gute kommen", sagte Renault-Chef Carlos Ghosn laut "AFP" am Mittwoch vor der französischen Nationalversammlung.

Renault hatte zuvor schon dadurch für Aufsehen gesorgt, dass es seinen Zulieferern in einem Brief ankündigte: "Es besteht die Möglichkeit, dass wir 2010 nicht mehr in der Formel 1 vertreten sein werden." (Renault bereitet Ausstieg vor)

Alonso und Hamilton offen für neue Serie

Der prominenteste Renault-Mitarbeiter ist einer Teilnahme in der "Piratenserie" ohnehin nicht abgeneigt.

"Ich würde lieber in einer anderen Rennserie starten, als in der neuen Formel 1", sagte Fernando Alonso über die Sparpläne für das kommende Jahr.

Auch der aktuelle Champion Lewis Hamilton kann sich im Gespräch mit der "dpa" einen Abschied aus der Formel 1 durchaus vorstellen: "Ich gehe dorthin, wo mein Team hingeht", sagte er.

Hill warnt vor Spaltung

Eine deutliche Warnung vor der Spaltung der Formel 1 kommt allerdings von einem Ex-Champion:

Damon Hill, Weltmeister von 1996, sieht sowohl die Formel 1, als auch die neu zu gründende Rennserie vor Problemen, sollte es zum großen Knall kommen.

"Es ist schwierig genug, die Leute für einen einzigen Sport zu begeistern. Was passiert also bei zwei separaten Meisterschaften? Sie können sich nur schwächen", sagte Hill "autosport.com".

Negativbeispiel USA

Als Negativbeispiel nannte Hill die Aufspaltung des Formel-Sports in den USA in IRL- und Champ-Car-Serie.

"Man muss nur über den großen Teich gucken, dann sieht man was passiert, wenn eine solche Serie geteilt wird", sagte er.

Das Ergebnis in den USA: IRL- und Champ-Car-Serie hatten finanzielle Probleme - am Ende mussten sie wieder fusionieren.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel