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Acht Teams wollen sich von der FIA abkapseln und ihre eigene Rennserie gründen © imago

Revolution in der Formel 1: Die acht FOTA-Rennställe brechen mit der Königsklasse und kündigen eine eigene Rennserie an.

Von Marc Ellerich

München - Die in der Teamvereinigung FOTA zusammengeschlossenen Formel-1-Rennställe sind im Machtkampf mit dem Automobil-Weltverband FIA und seinem Präsidenten Max Mosley über das Reglement für 2010 offenbar zum Äußersten bereit (FOTA will Mosley umgehen).

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gaben die Rennställe Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Red Bull, Toro Rosso, Toyota und Brawn GP den Bruch mit der FIA bekannt.

Die FIA habe im Regelstreit, der sich in erster Linie um eine finanzielle Limitierung der Königsklasse und die Zulassung neuer Rennställe drehte, "die Wünsche der Mehrheit der Teams ignoriert", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

"Keine Alternative"

Nun haben die Rennställe ihre formale Einschreibung für das kommende Jahr zurückgezogen (Teamliste draußen - Wirbel um Ferrari) und wollen eine Konkurrenzserie zur bisherigen Königsklasse gründen.

"Es ist deutlich geworden, dass die Rennställe nicht damit weitermachen können, Kompromisse mit den fundamentalen Werten des Sports einzugehen", hieß es nach vierstündigen Verhandlungen in der Renault-Fabrik in Enstone: "Diesen Teams bleibt deshalb keine Alternative als mit der Vorbereitung einer neuen Meisterschaft zu beginnen, die die Werte der Teilnehmer und Partner widerspiegelt."

Die bekanntesten Fahrer, Stars, Marken, Sponsoren, Vermarkter und Firmen würden an dieser neuen Serie teilnehmen, hieß es weiter.

"Transparente Führung"

"Die Serie wird eine transparente Führung, ein einheitliches Reglement haben und weitere Interessenten zu Teilnahme ermutigen", wird von den acht revoltierenden Rennställen in dem Papier weiter erklärt.

Zudem solle auf die Wünsche der Fans mehr Rücksicht genommen werden, indem etwa geringere Eintrittspreise zu den Rennen verlangt würden.

FIA reagiert "enttäuscht"

Der Weltverband reagierte am Morgen mit einer Erklärung: "Die FIA hat die Erklärung zur Kenntnis genommen. Die FIA ist enttäuscht, aber nicht überrascht von der Unfähigkeit der FOTA, einen Kompromiss im besten Sinne des Sports zu erreichen. Die FIA kann weder ein finanzielles Wettrüsten zulassen noch der FOTA erlauben, die Regeln zu diktieren."

Die Erklärung der FOTA stellt den vorläufigen Höhepunkt eines erbitterten, mehrwöchigen Ringens um das neue Regelwerk für die kommende Saison dar.

Bis zuletzt hatte FIA-Boss Mosley alle Forderungen der Teams abgewiesen und sie zur bedingungslosen Einschreibung für das nächste Jahr aufgefordert. Eine Frist, die der Brite den Rennställen gesetzt hatte, sollte am heutigen Freitag auslaufen.

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