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Anno 97: Wem die Sympathien der Fans in Buenos Aires gelten, ist ziemlich eindeutig © getty

Die Pläne für eine Rebellen-Serie sind offenbar weiter als angenommen. Sogar Name und Kalender sollen bereits feststehen.

Silverstone/München - Die Formel-1-Rebellen machen Ernst (Teams planen Konkurrenzserie).

Nach dem angekündigten Ausstieg zum Saisonende sind die Pläne für eine neue Rennserie offenbar weiter fortgeschritten als bisher angenommen (Piratenserie: Sport1.de klärt die wichtigsten Fragen).

So soll es beispielsweise einen konkreten Entwurf für einen eigenen Kalender mit insgesamt 17 Rennen geben, auch ein Name für die Piratenserie ist angeblich gefunden: "New Formula".

Eine offizielle Bestätigung dieser Gerüchte gibt es aber bisher nicht.

Whitmarsh: Frist bis Juli

Noch könne die Spaltung verhindert werden, sagte McLaren-Boss Martin Whitmarsh in Silverstone. Allerdings werde die Zeit für den angestrebten Formel-1-Frieden knapp.

Laut Whitmarsh müsse bis Ende Juli ein Kompromiss zwischen der Teamvereinigung FOTA und dem Automobil-Weltverband FIA gefunden werden. Danach gebe es kein Zurück mehr.

"Ende Juli wird jeder auf den auseinandergehenden Wegen weiter fortgeschritten sein. Was immer uns jetzt trennt, wird dann noch eklatanter sein", sagte Whitmarsh.

Klage von Mosley

Ein Einlenken von FIA-Präsident Max Mosley scheint in der verfahrenen Situation derzeit wenig realistisch, im Gegenteil: Mosley will die "Rebellen" verklagen, falls sie aus der Formel-1-WM aussteigen sollten (Mosley: "Nehme das nicht so ernst").

Derzeit prüfen die Anwälte beider Parteien die Möglichkeit einer juristischen Auseinandersetzung.

Verlierer Ecclestone

In der "New Formula" würden nach derzeitigem Stand der Dinge die acht abtrünnigen Rennställe Brawn, BMW-Sauber, Ferrari, McLaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Toro Rosso und Toyota 2010 in Konkurrenz zur bisher gewohnten Formel-1-WM starten.

Sollte tatsächlich kein Kompromiss gefunden werden, wäre Bernie Ecclestone der große Verlierer im Machtkampf.

Dem Formel-1-Promoter bliebe nach derzeitigem Stand nur eine Garagen-WM mit fünf Teams. Alle Top-Fahrer wie Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien), Fernando Alonso (Spanien) oder Kimi Räikkönen (Finnland) haben angekündigt, ihren Arbeitgebern in die neue Serie zu folgen.

Ecclestone will einlenken

Dem "BBC Radio" sagte Ecclestone bereits, er könne die Teams in ihrem Protest verstehen. Niemand habe es gerne, wenn ihm gesagt werde, wie er sein Geld ausgeben solle.

Ecclestones Vorschlag: "Wenn sich die Teams verpflichten würden, weitere fünf Jahre in der Formel 1 zu bleiben, können sie soviel ausgeben wie sie wollen."

"New Formula" in der Lausitz

Die deutschen Fans werden die Stars in jedem Fall wohl auch 2010 zu sehen bekommen, dann aber nicht in Hockenheim oder auf dem Nürburgring, sondern in der Lausitz.

Der hochmoderne EuroSpeedway, auf dem seit Jahren die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft fährt, soll am 15. August 2010 Schauplatz für ein Gastspiel der "New Formula" sein.

Das Datum wollten die Streckenbetreiber nicht bestätigen, aber in der Lausitz macht man kein Geheimnis aus dem Interesse für die neue Rennserie.

"Wir sind grundsätzlich offen für jegliche Art von interessanten und vielversprechenden Veranstaltungen, die bisher noch nicht auf dem EuroSpeedway platziert sind", sagte Frank Poensgen, Assistent der Geschäftsführung.

Ein möglicher Kalender

Insgesamt fünf Rennen aus dem aktuellen WM-Kalender würden im Falle einer Spaltung für die "neue Formel 1" zur Verfügung stehen: Monte Carlo, Silverstone, Monza, Suzuka und Abu Dhabi.

Der "Sport-Informationsdienst" hat den möglichen Fahrplan für die alternative Rennserie zusammengestellt:

7. März: Buenos Aires/Argentininien

21. März: Mexiko-Stadt/Mexiko

11. April: Jerez/Spanien

25. April: Portimao/Portugal

2. Mai: Imola/Italien

23. Mai: Monte Carlo/Monaco

6. Juni: Montreal/Kanada

13. Juni: Indianapolis/USA

11. Juli: Silverstone/England

25. Juli: Magny-Cours/Frankeich

15. August: EuroSpeedway Lausitz/Deutschland

29. August: Helsinki/Finnland

12. September: Monza/Italien

26. September: Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate

10. Oktober: Singapur

24. Oktober: Suzuka/Japan

7. November: Adelaide/Australien

Ersatzrennen: Surfers Paradise/Australien

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