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Ferrari-Geschäftsführer Luca di Montezemolo zählt zu den mächtigsten FOTA-Männern © getty

Der Scuderia sei die Einigung zu verdanken, meinen Italiens Zeitungen. Dem FIA-Chef gebühre auch Anerkennung. Die Pressestimmen.

München: Die Spaltung ist abgewendet, die Piratenserie abgeblasen: Der 24. Juni geht als Tag, an dem die Formel 1 gerettet wurde, in die Geschichte ein. (Mosley dankt ab - Formel 1 gerettet)

Und die Teamvereinigung FOTA reklamiert einen Sieg für sich, da sie sich Max Mosleys Machtgebaren erfolgreich widersetzt hat. Der FIA-Präsident, der einen Tag zuvor noch eine Wiederwahl anstrebte, will nun im Oktober nicht mehr kandidieren - des lieben Friedens wegen.

Die Zeitungen in England und Italien atmen auf, bewerten Mosleys Werk aber differenziert. Spanien spricht von einem Burgfrieden.

Sport1.de stellt die wichtigsten Pressestimmen aus Europa zusammen:

ENGLAND

Times: "Formel-1-Spaltung beendet, als Max Mosley zurücktritt. Die Formel 1 und ihre Millionen Zuschauer rund um die Welt konnten einen tiefen Seufzer der Erleichterung ausstoßen, nachdem Max Mosley seine Macht als FIA-Präsident genommen wurde mit einem Deal, der die Aussicht auf eine mögliche Konkurrenzserie beendete. An einem dramatischen Tag im Hauptquartier der FIA stimmte Mosley zu, nach einer 16-jährigen Regentschaft zurückzutreten."

Daily Mail: "Mosleys Abschied rettet die Formel 1. Mosley stimmt Rücktritt zu nach einem Friedens-Deal mit den Rebellen-Teams. Max Mosleys öffentliches Leben endete in einer Niederlage, als er zum Rücktritt als Kopf des Motorsport-Dachverbandes gezwungen wurde, um die Formel 1 vor dem Zerfall zu retten."

The Guardian: "Max Mosley tritt zurück, um die abtrünnigen Formel-1-Teams zu besänftigen. Die drohende Spaltung der Formel-1-WM wurde abgewendet, als Max Mosley erklärte, im Oktober nicht mehr für eine Wiederwahl als FIA-Präsident zur Verfügung zu stehen. Mosley, dessen Führungsstil einer der Schlüsselpunkte für die Pläne der Teamorganisation FOTA für eine Trennung von der FIA war, stimmte nach Gesprächen in Paris zu, in vier Monaten zurückzutreten."

The Express: "Mosley geht, um die Formel 1 zu retten. Max ist glücklich, den Weg für den Frieden frei zu machen. Max Mosley stellte klar, dass er immer im Oktober gehen wollte und nicht von den Rebellen-Teams rausgedrängt wurde, die keine Budgetgrenze und seinen Abschied wollten." 116389(DIASHOW: Die Teams 2010)

The Star: "Formel-1-Krise endet. Frieden ist ausgebrochen, als ein Deal zur Vermeidung einer Konkurrenzserie vereinbart wird und die Teams weiteren Kostensenkungen zustimmen."

The Sun: "Formel-1-Teams beenden Drohung einer Spaltung. Max Mosley erklärt, es wird nur eine vereinigte Formel-1-WM 2010 geben. Die Formel-1-Rebellen sind zurück auf der Piste. Lewis Hamilton und Jenson Button werden im nächsten Jahr in der Formel 1 fahren, nachdem die Ängste vor einer Konkurrenzserie beendet sind."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ferrari siegt. Der Friede kehrt in die Formel 1 zurück. Mosley geht. Montezemolo und Ecclestone ("Sonst wäre sein Leben verpfuscht gewesen") sind die wahren Sieger. Das Tauziehen zwischen FIA und FOTA ist endgültig zu Ende. Jetzt gibt es klare und stabile Regeln und ein Abkommen zur Kostenreduzierung. Der große Diktator Mosley, dessen Verdienste für die im Bereich Sicherheit geleistete Arbeit anerkannt werden müssen, wird am Ende seines Mandats im Oktober die FIA verlassen. Jetzt kann man wieder von einer Formel 1 sprechen und an eine ruhigere Zukunft denken."

Corriere dello Sport: "Ferrari hat gewonnen, die WM ist gerettet, die alternative Meisterschaft verraucht. Die Vernunft hat gesiegt. Die Formel 1 bleibt das, was sie ist, mit einem Namen und einer Geschichte, die einmalig ist. Die großen Autobauer bleiben. Die Teams sind in die Regierung der Formel 1 eingestiegen. Man kann nur hoffen, dass sie der Formel 1 neue Erfolge bescheren oder ihr zumindest eine Phase der Ruhe und des Friedens garantieren."

Tuttosport: "Ferrari feiert einen Riesentriumph, Mosley kapituliert und geht. Es wird zu keiner alternativen WM kommen. Die Formel 1 setzt ihren Weg fort, sie wird sogar solider als bisher sein. Ferrari kann auf einen großen Erfolg stolz sein. Der Teamverband FOTA hat dank seines Zusammenhalts gewonnen. Ein derart langer und scharfer Kampf wäre jedoch ohne die Kraft, das Charisma und die Geschichte der Scuderia nicht erfolgreich gewesen. Ferrari hat seine Fähigkeit bewiesen, die Öffentlichkeit auf der ganzen Welt zur Rettung der Formel 1 mobil zu machen."

La Repubblica: "Die Formel 1 ist gerettet. Ferrari siegt, Mosley geht. Nach einem zermürbenden Krieg können wir nur hoffen, dass der wahre Sieger die Formel 1 der Zukunft sein wird, die nicht mehr von Machtspielen zerstört werden darf." (Mosley: "Nehme das nicht so ernst")

Corriere della Sera: "Montezemolo entscheidet sich für den Frieden, dafür erhält er Mosleys Kopf. Es wird also zu keiner alternativen Meisterschaft kommen, wie acht Teams angekündigt hatten. Mosley wird auf eine neue Kandidatur für die Präsidentschaft verzichten."

SPANIEN

AS: "Die FOTA schmeißt Mosley aus der FIA. Es kommt der Burgfriede in der WM."

Marca: "Die FIA und die FOTA beenden die Idee einer parallelen WM."

Sport: "Abkommen in der Formel 1. Ein langer Konflikt, der in einer Einigung endet."

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