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Unfassbar: Bernie Ecclestone zollt Adolf Hitler für dessen Tatkraft Respekt © getty

Bernie Ecclestone bekennt sich als Demokratie-Gegner und findet gute Seiten an Adolf Hitler. Der sei aber kein Diktator gewesen.

Von Michael Spandern

München - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat Adolf Hitler in Teilen Anerkennung ausgesprochen.

"Auch wenn es vermutlich schrecklich ist, so etwas zu sagen: Soweit er Befehlsgewalt hatte, konnte Hitler die Dinge hinbekommen", zitiert die englische Tageszeitung "The Times" den 78-Jährigen.

Dabei sehe Ecclestone davon ab, dass Hitler mitgerissen und zu einigem überredet wurde, "von denen ich nicht weiß, ob er sie tun wollte oder nicht".

"Ich ziehe starke Anführer vor"

Nachdem sich der scheidende FIA-Präsident Max Mosley vor wenigen Tagen strikt dagegen gewehrt hatte, als Diktator bezeichnet zu werden (Frieden in Gefahr), ist Ecclestone einer Diktatur offenbar zugeneigt.

"Die Demokratie hat vielen Ländern - Großbritannien eingeschlossen - kaum etwas Gutes gebracht hat", urteilte Ecclestone. "Ich ziehe starke Anführer wie Margaret Thatcher vor."

Daher würde auch Mosley einen guten Prime Minister abgeben, schloss der Milliardär. (Mosley: Fehler, auf meinem Grab zu tanzen)

Ecclestone behauptete allerdings, dass Hitler kein Diktator gewesen sei. "Am Ende hat er die Orientierung verloren, er war kein sehr guter Diktator. Entweder wusste er, was vor sich ging und war stur, oder er hat einfach mitgemacht. So oder so war er kein Diktator."

Bestürzung und Abscheu

Ecclestone hatte bereits im Vorjahr Unmut hervorgerufen, als er sagte, die rassistischen Anfeindungen gegen Lewis Hamilton auf spanischen Websites seien waren anfangs "nur als Scherz gemeint".

Nun gehen Politik und die jüdische Presse gleichermaßen auf die Barrikaden: "Mr. Ecclestone ist entweder ein Idiot oder moralisch abstoßend. Entweder hat er keine Ahnung, wie dumm und beleidigend seine Ansichten sind, oder er weiß es und verdient es, von allen anständigen Leuten verachtet zu werden", so Stephen Pollard, Herausgeber der Londoner Zeitung "Jewish Chronicle".

Und Denis MacShane, Vorsitzender des parteiübergreifenden Ausschusses gegen Antisemitismus, ergänzt: "Wenn Ecclestone wirklich glaubt, Hitler habe überredet werden müssen, sechs Millionen Juden zu töten und jedes europäische Land anzugreifen, kennt er die Geschichte nicht und ihm fehlt jedes Urteilsvermögen."

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