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Startet ab 2010 in der Formel 1: Das GP-2-Team Campos Grand Prix © getty

Schlimme Vorwürfe in Richtung Weltverband: Die FIA soll die Motorenwahl für drei neue Teams verbindlich vorgeschrieben haben.

Von Marc Ellerich

München - In der kommenden Saison wird der Formel 1 frisches Blut zugeführt.

Drei neue Rennställe - USF1, Manor und Campos Grand Prix, werden 2010 in der Königsklasse starten - Neulinge ohne jede Tradition in der höchsten PS-Liga (Die Starterliste).

Andere mit mehr Formel-1-Vergangenheit blieben in dem Bewerbungsverfahren außen vor. Nicht zufällig offenbar, wie "Motorsport-Total.com" berichtet.

Chance nur mit Cosworth

Demnach hätten die Teamchefs einiger nicht angenommener Rennställe erklärt, dass ihnen seitens des Weltverbands FIA nahegelegt worden war, Cosworth-Motoren zu kaufen, um ihre Chance auf eine Aufnahme in den Elite-Zirkel des Motorsports zu wahren (Mit Cosworth-Power zu neuen Ufern).

"Uns wurde gesagt, dass wir einen Dreijahresvertrag mit Cosworth unterzeichnen müssten, wenn wir 2010 in der Startaufstellung stehen wollten", wird ein Teamchef in dem Bericht zitiert.

Ein anderer Manager berichtete von Auffälligkeiten bei einem FIA-Treffen in London: "Ich bin zur FIA-Kommission nach London gegangen, um unsere Bewerbung zu verteidigen", schrieb der Teamchef: "Ich habe nicht lange gebraucht, um zu merken, dass etwas überhaupt nicht stimmte."

"Verbindliche Bedingung"

Ihm sei dann deutlich gemacht worden, dass die Bewerbung seines Teams nur eine Chance habe, "wenn ich Cosworth als Motorenpartner für drei Saisons angeben würde".

Als er darauf hingewiesen habe, dass er womöglich mit Renault, Mercedes oder Ferrari abschließen wolle, wurde ihm nochmals klargemacht, "dass es eine verbindliche Bedingung sei, Cosworth als Motorenlieferant zu nennen."

Ein anderer Teamchef berichtete laut "Motorsport-Total.com" dasselbe.

Das Meeting fand einen Tag vor der Verkündung der Starterliste für 2010 statt.

FIA: Unabhängige Motorenwahl

Ein FIA-Sprecher begründete das Vorgehen ausgerechnet mit dem Argument, eine unabhängige Motorenwahl müsse gewährleistet sein.

"Ohne die Versorgung der Privatteams durch unabhängige Kundenmotoren würde die gesamte Startaufstellung einzig vom Wohlwollen der Automobilindustrie abhängen. Kein Team könnte in die Formel 1 einsteigen, ohne ihre Erlaubnis zu erhalten."

FOTA zurückhaltend

Die Teamvereinigung FOTA, die sich im Machtkampf gegen FIA-Präsident Max Mosley um die Budget-Obergrenze durchgesetzt hatte, wollte die Vorwürfe nicht abschließend kommentieren.

Nur soviel: "Sollten sich diese Gerüchte als wahr erweisen, wären sie nur ein Beispiel dafür, wie schlecht unser Sport reguliert wird", sagte ein Sprecher.

Cosworth erklärte, man habe nicht darum gebeten, dass die FIA die eigenen Motoren zur Pflicht für die Neulinge erhebt. Auch eine Mindestzahl an Kunden sei für die Motorenproduktion nicht notwendig.

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