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Der Brite John Howett (l.) ist seit 2003 Toyota-Motorsportpräsident © getty

Howett erklärt, die Konkurrenzserie sei noch nicht vom Tisch. Mosley drängt zur Eile und Whitmarsh will die Fans einbeziehen.

Von Julian Meißner

München - Nachdem das Szenario einer Konkurrenzserie lange wie ein Damoklesschwert über der Formel 1 schwebte, ist mittlerweile Ruhe eingekehrt im Machtkampf der Königsklasse.

Die Ankündigung May Mosleys, im Herbst nicht erneut für den Vorsitz des Automobil-Weltverbandes FIA zu kandidieren, hatte letzten Endes dafür gesorgt, dass die in der FOTA vereinigten Teams einlenkten und ihre Abwanderungspläne zunächst zu den Akten legten.

Doch völlig vom Tisch ist das Thema keineswegs. Bis man sich auf das Reglement für 2010 und ein neues Concorde Agreement, die Verfassung der Formel 1, geeinigt hat und die Tinte unter den Verträgen getrocknet ist, gehen die Diskussionen hinter den Kulissen weiter.

Howett: "Brauchen Alternativen"

"Die Teams haben die eigene WM noch nicht begraben", erklärte FOTA-Vizepräsident und Toyota-Teamchef John Howett in der "Financial Times Deutschland".

Er hoffe, dass die Beschlüsse von Paris Realität werden. "Aber falls in den kommenden Wochen nichts passiert, brauchen wir auch Alternativen", so Howett. Er rechne jedoch mit einer Unterzeichung des neuen Concorde Agreements: "Wir machen gute Fortschritte."

Post von Mosley

Mosley wandte sich nun in zwei verschiedenen Schreiben an alle Teams - eines für die FOTA-Mitglieder sowie eines für Williams, Force India und die Neulinge USGPE, Campos und Manor (Mosley: Fehler, auf meinem Grab zu tanzen).

Darin drängt er um die zeitnahe Aushändigung eines Regelwerks, das die Zustimmung aller Teilnehmer der WM 2010 findet. Am Mittwoch treffen sich erstmals alle 13 Teams gemeinsam am Nürburgring, um die Thematik zu besprechen.

Sollte man sich nicht in Bälde einigen, wird Mosley wohl den FIA-Senat einschalten. Auch wenn er betont, dass dies hoffentlich nicht nötig sein werde, kommt der Verdacht auf, Mosley könne erneut versuchen, die Allianz der Teams zu sprengen.

Whitmarsh will auf Fans hören

Unterdessen hat McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh vorgeschlagen, bei der Gestaltung des Reglements die Fans mit einzubeziehen (DATENCENTER: Die WM).

"Wir sollten ihnen aktiver zuhören", sagte der Brite, der vor der Saison die Geschäfte von Ron Dennis übernommen hatte.

"In den vergangenen Jahren wurden in der Formel 1 viele Regeländerungen eingeführt, bei denen die Wünsche der Fans nicht wirklich berücksichtigt wurden. Wir haben sie einfach nicht angemessen in den Denkprozess mit einbezogen", so Whitmarsh.

Die FOTA hatte eine Umfrage durchführen lassen, um herauszufinden, wie man die Formel 1 zuschauerfreundlicher gestalten könnte.

Was von den Vorstellungen der Fans am Ende im Reglement für 2010 wirklich auftaucht, wird man sehen. Im Vordergrund steht jedoch, dass sich die zwei Lager der Teams möglichst schnell einigen, um Mosley den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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