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50 von 54 möglichen Punkten haben Vettel und Webber zuletzt geholt © imago

Ausgeglichenheit als Stärke: Sebastian Vettel und Mark Webber treiben sich zu Höchstleistungen an und kommen Jenson Button näher.

München/Nürburgring - Die Fans staunen, der Teamchef lobt das "vielleicht beste Fahrer-Duo" der Formel 1, und WM-Spitzenreiter Jenson Button wird langsam nervös.

Das Red-Bull-Traumpaar Sebastian Vettel und Mark Webber macht gemeinsam Jagd auf den Titel. "Wir werden weiter Gas geben", sagte der neue WM-Zweite Vettel.

50 von 54 möglichen Punkten holten Vettel und Webber, der durch den ersten Sieg seiner Formel-1-Karriere auf dem Nürburgring auf Platz drei kletterte, in den letzten drei Rennen, 24 mehr als Buttons zu Beginn der Saison noch überragendes Brawn-Team (NACHBERICHT: "Desaster, wenn Vettel gewonnen hätte"). Ad

Button warnt

"Wir müssen unbedingt in Ungarn in ein paar Hintern treten. Lasst uns beten, dass wir dort schneller sein werden. Wenn nicht, dann haben wir ein Problem", meinte der Brite, dessen Vorsprung noch komfortabel ist. 21 Punkte liegt Button vor Vettel, 22,5 vor Webber.

Für Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist die WM völlig offen. "Wenn wir diesen Lauf fortsetzen, können wir Jenson einholen", sagte der Brite nach dem zweiten Doppelsieg in Folge nach Silverstone.

"Brillante Fahrer"

Gegenspieler Ross Brawn sieht das ähnlich. "Das Problem ist, dass wir schneller werden müssen. Wenn wir das nicht schaffen, dann werfen wir die WM noch weg", sagt das einstige Ferrari-Superhirn vor dem nächsten Rennen in Budapest (26. Juli) (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Eitel Sonnenschein herrscht dagegen bei Red Bull, wo sich Horner keine Sorgen darüber macht, dass sich seine beiden Fahrer vielleicht gegenseitig bekämpfen könnten.

"In Mark und Sebastian haben wir möglicherweise die beste Paarung im ganzen Fahrerlager. Sie gehen sehr gut und professionell miteinander um", sagte er: "Es ist sehr positiv für das Team, zwei so brillante Fahrer zu haben, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen treiben."

Keine Nr. 1

Sich frühzeitig auf Vettel oder Webber zu konzentrieren, kommt für den Rennstall nicht infrage 128626(Die Sport1.de-Halbzeit-Bilanz).

"Möglicherweise kommt irgendwann der Punkt, an dem ein Fahrer noch mehr im Titelrennen ist als der andere. Aber bis dahin werden wir beide Fahrer gleich und fair behandeln. Vielleicht bis zum letzten Rennen ...", meinte Horner, für den Fairness und Transparenz das Wichtigste sind: "Das ist unsere Philosophie, der Wettbewerb sollte nur auf der Strecke stattfinden."

Webber ein Volksheld

Gefreut hatte er sich für Webber dennoch ganz besonders.

"Im November war seine Karriere fast zu Ende. Er lag im Krankenhaus in Tasmanien, mit einem schlimm gebrochenen Bein und einer gebrochenen Schulter, von der er vergessen hat, uns zu erzählen", sagt Horner: "Nach Silverstone sind ihm Schrauben entfernt worden, und er hat immer noch Schmerzen."

In Australien ist Webber jetzt ein Volksheld.

"Mark hat viele Rückschläge und viel Pech weggesteckt. Jetzt ist es fantastisch zu sehen, dass bei ihm alles zusammenpasst. Es wird sicher nicht sein letzter Sieg gewesen sein", sagte Ex-Weltmeister Alan Jones, der am 17. Oktober 1981 in Las Vegas den letzten Sieg nach "Down Under" geholt hatte.

Lob für Vettel

Lob gab es aber auch für Vettel, wie er nach einem schwachen Start die Nerven behalten und am Ende doch noch Platz zwei geholt hatte.

"Vettel hat gesehen, dass man auch aus so einer Situation das Beste machen muss. Du darfst dann nicht verrückt spielen und dir die Flügel abfahren, sondern musst schauen, wie du weiterkommst", sagte der frühere Formel-1-Pilot und heutige TV-Experte Christian Danner: "Auch das gehört dazu, wenn du am Ende des Jahres Erfolg haben willst. Diese Qualität hat er schon, sonst hätte er das nicht geschafft. Aber er lernt gerade, dass das manchmal komisch ist."

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