Der BMW-Ausstieg schockt die Formel 1. Doch auch in anderen Sportarten sind die Engagements deutscher Autofirmen gefährdet.

Im internationalen Sport (und der Werbe-Industrie) herrscht Abbruch-Stimmung.

Nicht nur in der Formel 1: Nachdem Honda von den großen Automobilfirmen als erste die Reißleinen gezogen hatte, weil der Absatz bis zu 40 % einbrach, folgt nun BMW. (BMW: Ausstieg nach der Saison)

Die sündhaft teure Formel 1, in der die kleinsten Schräubchen zwar ultra-leicht, aber bis zu 1000 Euro pro Stück "schwer" sind, ist für die Münchner ihren Kunden gegenüber nicht mehr tragbar, seitdem nicht nur keine Erfolge zu vermarkten waren, sondern für die Werbung gar ein Anti-Effekt eintrat:

Die sportliche Marke fuhr in der Königsklasse des Motorsports nur noch hinterher. Spott statt Sport.

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Für BMW-Motorsport-Direktor Dr. Mario Theissen das Waterloo.

Die laufende Saison musste ihm eher wie eine Achterbahnfahrt anstatt einer Rennserie vorgekommen sein.

Mit viel Akribie und exorbitanten Kosten widmete sich sein Team zum Beispiel dem Energie-rückgewinnungssystem KERS ? weil es ideal zur Firmenphilosophie für die modernen Serienfahrzeugen passte.

Doch mitten in der Saison musste BMW seinen vermeindlichen Formel 1-Vorteil wieder einstampfen ? das System war zu schwer, Millionen verpulvert....

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich auch andere namhafte Hersteller aus der Formel 1 zurückziehen.

Mercedes soll sich bereits im letzten Jahr ? trotz des WM-Gewinns ? mit nur einer Mehrstimme im Aufsichtsrat noch auf den Rennstrecken "gehalten" haben.

Aber die Stuttgarter reagierten auf ihre Absatzeinbußen bereits schon ? im Golfsport.

Vor drei Wochen bekam kein Geringerer als Deutschlands Vorzeige-Golfer Bernhard Langer einen "blauen Brief" für sein Kölner Profi-Turnier ? im September findet es letztmalig mit Mercedes als Sponsor statt.

Die Stuttgarter, so ist zu hören, wollen sich dafür lieber den Amateuren widmen.

Und BMW grübelt seit Wochen darüber nach, ob man sich das teure Tennis-Profiturnier in München noch leisten kann.

Auch im Segelsport werden die deutschen Autofirmen wohl die Segel streichen....

Summa sumarum war Audi von den großen deutschen Autoherstellern noch am besten beraten, nie in die teure und von politischen Geplänkeln verseuchte Formel 1 eingestiegen zu sein.

Am Beispiel BMW sah man, was nicht funktionierte. Schon in den 80er Jahren ? als BMW-Brabham-Team ? gewann man keinen Konstrukteurs-Titel, 12 Jahre später in Zusammenarbeit Williams nicht ? und mit dem eigenen Team auch nicht.

Der Rückzug aus dem Königssport war die konsequente Notbremse.

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