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Mario Theissen ist seit April 1999 Motorsportdirektor von BMW © getty

Nach dem überraschenden Rückzug von BMW aus der Formel 1 stellen sich viele Fragen nach dem Warum und wie es jetzt weitergeht.

München - Nach dem Ausstieg von BMW aus der Formel 1 zum Jahresende stellen sich etliche Fragen.

Wie reagieren die anderen Teams? Was bedeutet der Ausstieg für die Saison 2010? Was passiert mit den Fahrern Nick Heidfeld und Robert Kubica?

Sport1.de gibt Antworten.

Warum steigt BMW aus der Formel 1 aus?

Vorstandschef Norbert Reithofer betonte, der Ausstieg habe nichts mit dem schwachen sportlichen Abschneiden in dieser Saison oder mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation zu tun.

Klar ist aber auch: BMW opfert die Wettbewerbsfähigkeit in der Formel 1 zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Gelder, die bislang in das Formel-1-Projekt gesteckt wurden, sollen das Unternehmen (unter dem Stichwort Nachhaltigkeit) fit machen für die Zukunft. Die Formel 1 passt nicht mehr ins Konzept.

Was sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen zum Ausstieg?

Theissen, erst zu Beginn dieser Woche von den Plänen des Vorstandes informiert, zeigte sich am Mittwoch "persönlich sehr enttäuscht" und fügte hinzu:

"Aus sportlicher Sicht ist die Entwicklung enttäuschend, aber der Vorstand muss sich am Gesamtinteresse des Unternehmens orientieren. Aus Unternehmenssicht kann ich diese Entscheidung nachvollziehen."

Fährt BMW die Saison zu Ende?

Ja. "Wir wollen uns erhobenen Hauptes verabschieden", betonte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger.

Motorsportdirektor Theissen betonte: Alle Entwicklungsschritte und Ideen werden bis zum Saisonende weiterverfolgt.

Warum kündigt BMW den Ausstieg jetzt an?

In dieser Woche soll das neue Concorde Agreement, der Grundlagenvertrag der Formel 1 zwischen Rennställen, dem Rechteinhaber Formula One Management (FOM) und dem Automobil-Weltverband FIA, für die Jahre 2010 bis 2012 unterschrieben werden.

Reithofer erklärte, BMW habe sich für einen solch langen Zeitraum "nicht mehr binden wollen".

Welche Auswirkungen hat der Ausstieg auf die Formel 1?

BMW war als eines von 13 Teams (bisher 10) für die kommende Saison vorgesehen. Falls das Team nicht aufgekauft wird, kann ein anderes dessen Platz übernehmen.

Der Aufkauf des BMW-Teams ist laut Theissen "ein Szenario".

Werden auch andere Rennställe aussteigen?

Nein, behauptet Theissen. Er habe bei einem Treffen am Sonntag beim Großen Preis von Ungarn in Budapest "nicht den Eindruck gewonnen, dass ähnliche Entscheidungen bei anderen Herstellern anstehen."

Bleibt BMW als Motorenlieferant in der Formel 1?

Nein, sagt BMW-Entwicklungsvorstand Draeger: "Wir werden in der kommenden Saison nicht als Motorenhersteller zur Verfügung stehen."

Engagiert sich BMW weiter im Motorsport?

Ja, sagt Vorstandschef Reithofer: "Wir werden uns weiter aktiv im Motorsport engagieren und konzentrieren uns dabei auf den seriennahen Motorsport und die Nachwuchsförderung."

BMW kündigt außerdem pauschal "Engegements im Tourenwagensport" sowie "in der American Le Mans Serie (ALMS), bei Langstreckenrennen und im seriennahen Kundensport" an.

Auch die Aktivitäten im Motorradsport (Superbike-WM) werden fortgeführt. Theissen soll alle Aktivitäten weiter verantworten.

Was passiert mit den Fahrern?

Nick Heidfeld und Robert Kubica müssen hoffen, bei einem anderen Team unterzukommen. Denkbar wäre auch: Beide bleiben, wenn das BMW-Team aufgekauft würde.

Steigt BMW in die DTM ein?

Kein Dementi. BMW ist bislang in verschiedenen Bereichen im Torenwagensport aktiv (Tourenwagen-WM, ALMS, etc.), ist aber, sagt Theissen, mit der Entwicklung in der Tourenwagen-WM "unzufrieden".

Theissen erklärt auch: "Wir können uns auch andere Engagements vorstellen, die aber derzeit noch nicht spruchreif sind." Über einen DTM-Einstieg wird offensichtlich ernsthaft nachgedacht.

Was passiert mit den Formel-1-Mitarbeitern?

In Hinwil bei Zürich (420), München (250) und Landshut (70) waren insgesamt 720 Personen in das Formel-1-Projekt involviert.

Über ihre Zukunft ist noch entschieden, bis September soll eine Lösung gefunden werden.

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