Michael Schumacher ist zurück in der Formel 1 - doch so richtig verabschiedet hat er sich vom Rennzirkus sowieso nicht.

Es ist eine Sensation, ein Paukenschlag - und doch darf Michael Schumachers Rückkehr in die Formel 1 in der zweiten Betrachtung nicht wirklich verwundern.

"Schumi" höchstselbst war es nämlich, der die Spekulationen um ein Comeback angeheizt hatte.

"Wenn Ferrari auf Michael zukommt, wird er sich damit auseinander setzen", hatte seine Sprecherin Sabine Kehm erklärt (Sensations-Comeback! Schumacher springt ein).

Dazu gab's die Appelle von Experten wie Niki Lauda, Ferrari-Boss Luca di Montezemolo und der internationalen Presse, doch bitte als Ersatz für den verunglückten Felipe Massa in die Bresche zu springen.

[image id="03f73906-6378-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Vor allem aber: Wer weiß, wie sehr den erfolgreichsten Piloten aller Zeiten immer die ganz großen Wagnisse in Bann gezogen haben, der mag auch erahnen, wie sehr Schumacher tief in seinem Inneren womöglich schon lange auf eine Herausforderung dieses Kalibers gewartet hat.

Schließlich verabschiedete sich Schumacher nach seinem F1-Rücktritt vor knapp drei Jahren mitnichten in den sportlichen Ruhestand.

Ganz im Gegenteil: Der 40-Jährige suchte den Geschwindigkeitsrausch fortan auf zwei Reifen, fuhr waghalsig Motorrad-Rennen - und maß sich dabei sogar mit der Weltspitze.

Selbst gefährlich Stürze und eine bisweilen besorgte Ehefrau konnten Schumacher nicht abhalten vom Thrill auf der Piste.

Dass das "Thema Formel 1 für mich seit langem und komplett abgeschlossen war", wie er nun erklärt, war Schumacher ohnehin nie ganz abzukaufen.

Denn: Der Kerpener ist seit seinem Rücktritt nicht bloß Berater der Scuderia, sondern auch deren Testfahrer - und mithin auch physisch nach wie vor in einem bemerkenswerten Zustand. Fit für Ferrari also.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass Schumacher die Rolle des Profi-Athleten nie völlig ablegte: "Als Wettkämpfer, der ich nun mal bin", sagt er nun, freue er sich auch auf diese neue Herausforderung.

Der ewige Draufgänger und Perfektionist Schumacher dürfte sich dabei nicht bloß aus reiner Gefälligkeit und alter Verbundenheit wieder hinters Cockpit setzen.

Wohl genauso reizen wird den 40-Jährigen wohl, den Jungspunden wie Lewis Hamilton und Sebastian Vettel zu zeigen, wo das Gaspedal sitzt - der "Tourminator" Lance Armstrong lässt grüßen.

Bloß hinterherzufahren, liegt Schumacher fern als siebenfacher Weltmeister mit 91 Renn-Siegen in der Vita.

Auch wenn die Zeit bis zum nächsten Grand Prix in Valencia in knapp drei Wochen knapp ist.

Zu spekulieren, Schumi könnte dort gar triumphieren, würde allerdings über's Ziel hinausschießen.

Aber war es nicht auch Schumacher, der 1999 nach einem Beinbruch in Silvestone und wochenlanger Zwangspause am Saisonende eindrucksvoll zurückschlug?!

Ein "roter" Coup in Spanien wäre die eigentliche Sensation. Ein Paukenschlag.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel