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Bernie Ecclestone (l.) war von 1971 bis 1987 Teamchef von Brabham © getty

Der Formel-1-Zampano glaubt an Siege von Schumi und hofft auf eine Fortsetzung der Karriere 2010. Die Konkurrenz zittert schon.

München - Michael Schumacher bereitet sich gerade erst auf sein großes Comeback-Rennen am 23. August in Valencia vor, da träumt Bernie Ecclestone schon vom ewigen Schumacher (SERVICE: Rennkalender und Kurse).

"Ich wäre froh, wenn Michael ewig fahren würde", sagte der 78 Jahre alte Brite der "Bild am Sonntag" und hätte den 40 Jahre alten Rekordweltmeister gerne auch noch 2010 als Zugpferd für seinen Formel-1-Zirkus.

Auch wenn er selbst darauf keinen Einfluss habe, hofft er auf die Scuderia. "Das wird mir nicht gelingen. Vielleicht gelingt es Ferrari. Ich bin sicher, sie würden ihn gerne weiter verpflichten."

Formel 1 schreibt Geschichte

Auf jeden Fall erwartet Ecclestone den prominenten Rückkehrer schnell wieder ganz vorne. "Ich bin ganz sicher, wir werden Michael auf dem Treppchen erleben. Er ist sehr stark. Er wird siegen", sagte der Promoter, der sich auf die Duelle des siebenmaligen Champions mit Sebastian Vettel und Lewis Hamilton freut (Hamilton ist ganz heiß auf Schumi) .

"Das, was jetzt zwischen den jüngeren Fahrern und Michael passieren wird, ist Formel-1-Geschichte. So etwas hat es in dieser Form in unserem Sport noch nie gegeben", sagte Ecclestone der "Welt am Sonntag".

Konkurrenz zittert schon

Seine künftigen Gegner haben Schumacher bereits auf der Rechnung. "Michael wird schnell wieder bei der Musik sein, ganz sicher. Man sollte nicht denken, dass er nur hinterherfährt", meinte WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien) (DATENCENTER: WM-Stand) .

Und dessen derzeit härtester Verfolger Mark Webber (Australien) geht sogar noch einen Schritt weiter. "Michael ist ein Weltklassepilot, und er wird noch in diesem Jahr ein Rennen gewinnen", sagte Vettels Red-Bull-Kollege der "BBC".

Schumi "schneller als Kimi"

Auch sein Bruder Ralf hat den erfolgreichsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten für absolut konkurrenzfähig.

"Michael wird einschlagen wie eine Granate. Da bin ich mir ganz sicher", sagte Schumi II und prophezeite Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen eine schwierige Zeit:

"Ich glaube, dass Kimi definitiv langsamer ist als mein Bruder. Das war er ja schon vor Michaels Pause und wirklich besser geworden ist er bei Ferrari auch nicht."

Räikkönen überschlägt sich

Perfekt im Griff hatte Räikkönen am Wochenende auch seinen Fiat nicht, mit dem er in seiner finnischen Heimat in der Rallye-WM "fremd ging".

Genau eine Woche nach dem Unfall von Felipe Massa in Budapest, der die Rückholaktion Schumachers erst nötig machte, ließ der "Iceman" mit einem spektakulären Überschlag Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo erneut zusammenzucken.

"So etwas passiert, das gehört zum Rallyesport dazu", meinte Räikkönen lapidar: "Es hat Spaß gemacht, und es hat sich ja niemand verletzt."

Bei Massa in der Klinik

Im Gegensatz zu Räikkönen ordnet Schumacher, von dem Montezemolo "keine Wunderdinge" erwartet, zurzeit alles der Formel 1 unter.

Dennoch fand er nach Simulator-Tests in Maranello am Donnerstag und Testfahrten mit Räikkönens zwei Jahre altem Weltmeisterauto von 2007 in Mugello am Freitag sogar noch Zeit, Massa am Samstag in Budapest einen Krankenbesuch abzustatten.

Froh und erleichtert

"Endlich konnte ich Felipe mal sehen, das hat gut getan. Ich bin überrascht, was für einen extrem positiven Eindruck er macht. Der Unfall ist ja gerade mal eine Woche her", berichtete Schumacher auf seiner Homepage: "Wir saßen zusammen und haben uns unterhalten. Ich bin richtig froh und erleichtert."

Er sei zwar durch Massas Manager Nicolas Todt ständig über den Gesundheitszustand des 28 Jahre alten Brasilianers informiert gewesen.

Es sei aber "einfach besser, sich selbst ein Bild zu machen", erklärte Schumacher,

Massa: "Ich habe Glück, dass ich noch lebe"

Sein einstiger Teamkollege will auf jeden Fall auf die Rennstrecke zurückkehren.

"Ich kann mich überhaupt nicht an den Unfall erinnern - aber ich werde wieder Rennen fahren", sagte Massa im Interview mit "News of the World".

Er räumte ein: "Ich habe Glück, dass ich noch lebe."

Schumi spürt alle Muskeln

Schumacher musste unterdessen nach den privaten Testrunden in Mugello - für einen offiziellen Test im aktuellen F60 bräuchte Ferrari die Zustimmung aller Konkurrenten - ein paar Nachwehen eingestehen.

Nach diesem Testtag "spüre ich natürlich Muskeln, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass sie existieren, vor allem rund um den Nacken", meinte Schumacher, den das aber nicht beunruhigt.

"War ja klar, dass man einen solchen Testtag nach so langer Zeit nicht einfach so weg steckt, und ich bin auch gespannt, was die nächsten Tage so bringen."

Beste Nachricht des Jahres

Zweifel an Schumachers Fitness oder dessen Fähigkeiten hat Ecclestone nicht. "Er ist wie immer topfit und war die ganze Zeit immer in bester Verfassung. Ich bin sicher, er wird sich auf Anhieb in seinem Auto sehr wohl fühlen", erklärte er der "WamS" und reibt sich die Hände über Schumachers Rückkehr.

"Es ist, was die Formel 1 betrifft, die beste Nachricht des Jahres. Wir haben diese Saison

schon so viele negative Schlagzeilen einstecken müssen. Da wurde es endlich Zeit für eine Supernachricht, etwas richtig Positives, das gut ist für den Sport.

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