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Einer der Befürworter des 3-Auto-Plans: Ferrari- Teamchef Stefano Domenicali © getty

Ferrari lässt nicht locker und will die Top-Teams 2010 mit drei Boliden starten lassen. Die Idee kommt in Monza zur Sprache.

Von Julian Meißner

München - Luca di Montezemolo war der Erste, der die Idee offen äußerte: Die Top-Teams der Formel 1 sollen 2010 mit drei Autos an den Start gehen dürfen.

Der Ferrari-Präsident hatte natürlich den Gedanken an Michael Schumacher im Hinterkopf, als er den Plan Anfang des Monats an die Öffentlichkeit brachte.

Das Comeback des Rekordweltmeisters war gerade geplatzt, als di Montezemolo in der italienischen Presse offenbarte, dass er schon vor Felipe Massas Unfall an eine Rückkehr Schumachers gedacht habe - im ominösen dritten Auto.

Plan B wird nun ernsthaft diskutiert: Beim nächsten Rennen in Monza werden sich die in der FOTA vereinigten Teams zusammensetzen, um Verbesserungen für die Königsklasse zu diskutieren. Auf der Tagesordnung steht dann auch das dritte Auto.

Domenicali: "Das ist es, was die Leute wollen"

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali sagte der "Times": "Es stimmt, dass wir die Idee vorantreiben. Wir denken, dass es für die Formel 1 von Nutzen wäre. Es ist besser, wenn die größten Teams drei Autos haben, denn das ist es, was die Leute wollen."

Und: "Wenn alles in Ordnung ist, warum sollten wir Michael nicht in einem unserer Autos sehen?"

Domenicali erläuterte: "Bei allem Respekt für die kleineren Teams: Der Wert der Formel 1 sind doch gute Fahrer, große Persönlichkeiten in guten Autos mit einer starken Marke."

Williams und Tost nicht begeistert

Ob die Idee jedoch die nötige Zustimmung aller Teams findet, ist fraglich. Formel-1-Urgestein Frank Williams, der schon Testfahrten für Schumacher im aktuellen F60 blockiert hatte, kündigte bereits an, sein Veto einlegen zu wollen.

Auch Toro-Rosso-Boss Franz Tost ist nicht begeistert. "Bei 13 Teams wären das 39 Autos. Dafür sind die meisten Rennstrecken ja gar nicht ausgerichtet", sagte der Österreicher.

Unterstützung von Whitmarsh

McLaren-Mercedes dagegen würde die Idee unterstützen. Teamchef Martin Whitmarsh sagte: "Wir sind nicht dagegen. Die Priorität sollte aber darauf liegen, dass die Formel 1 eine gute Show und ein Spektakel bietet." Ferner müsse man sicherstellen, dass alle Teams "gesund" seien.

Schumacher selbst ist kein klares Statement zu seiner Zukunft abzugewinnen. Ein überzeugendes Dementi der Spekulationen, dass er 2010 in den Ferrari steigen könnte, gibt es jedenfalls bislang nicht.

Sollte Ferrari mit dem Plan vom dritten Auto durchkommen, würde das die Chancen auf eine Wiederkehr sicher nicht verschlechtern.

Badoer auf der Kippe

Die schwachen Leistungen Luca Badoers lassen unterdessen die Spekulationen über einen möglichen Fahrertausch bei Ferrari schon in der laufenden Saison ins Kraut schießen.

Auf der Hand läge ein Einsatz des zweiten Testfahrers Marc Gene. Ob man jedoch just zum Großen Preis von Italien einen Spanier ins F60-Cockpit hievt, scheint fraglich. Zumal man mit einem alt gedienten Tester ja schon einmal auf die Nase fiel.

Hoch gehandelt wird dagegen neben Williams-Youngster Nico Hülkenberg vor allem Routinier Giancarlo Fisichella.

Der 36-jährige Römer lieferte in Spa gerade ein perfektes Bewerbungsschreiben ab: Er stellte seinen Force India auf die Pole Position.

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