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Kimi Räikkönen holte vier seiner 18 Formel-1-Siege auf dem Traditionskurs von Spa © getty

Ausgerechnet Räikkönen versetzt die Tifosi in einen roten Rausch. Doch der "Iceman" muss wohl weichen - ebenso wie Luca Badoer.

Spa/Maranello - Rote Karte für "Schnecke" Luca Badoer, bald grünes Licht für Raser Giancarlo Fisichella, wilde Gerüchte um einen Blitztransfer von Fernando Alonso:

Bei Ferrari dreht sich vor dem Heimrennen am 13. September in Monza das Fahrerkarussell immer schneller.

Nach übereinstimmenden Berichten der italienischen Zeitungen "Il Giornale" und "La Repubblica" soll der zweimalige Weltmeister Alonso in Monza für den viel zu langsamen Ersatzfahrer Badoer im roten Renner sitzen.

Bislang wurde Alonso erst für die Saison 2010 als fester Ferrari-Zugang gehandelt.

Dementi zu Alonso

Ferrari und auch Alonsos Arbeitgeber Renault dementierten die Spekulationen umgehend.

"Diese Gerüchte machen keinen Sinn. Das ist etwas, was nicht passieren kann", sagte Renault-Teamchef Flavio Briatore.

Und Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali antwortete auf die Frage, ob Alonso schon in Monza für die Scuderia fahren könnte: "Absolut nicht."

Räikkönens Tage gezählt

Ausgerechnet Kimi Räikkönen, der seinen Platz aller Voraussicht nach zum Jahresende für Alonso räumen muss, versetzte die Tifosi mit der Triumphfahrt von Spa in einen roten Rausch 146029(DIASHOW: Bilder des Rennens).

"Räikkönen, König in Spa. Kimi zeigt, was er kann", schrieb der "Corriere della Sera". Doch die Tage des Finnen sind offenbar gezählt.

"Die einzige Hoffnung, dass Kimi Räikkönen bei Ferrari bleibt, wäre die Nicht-Genesung Massas", heißt es im "Corriere della Sera" weiter.

Vorfreude auf Monza

Ganz Italien freut sich derzeit aber erstmal auf die Festwoche von Monza. "Räikkönen und Fisichella - ein Traumduo", urteilte der "Corriere dello Sport". Die Leistung des Force-India-Piloten, der in Belgien Rang zwei hinter Räikkönen belegte, sei das Beste am ganzen Rennen gewesen, kommentierte das Blatt.

Für die Tifosi steht längst fest, dass es in Monza zum Fahrertausch kommen wird. "In drei Tagen wird Badoers Schicksal entschieden", schrieb der "Corriere dello Sport".

Schumacher in Verhandlungen

Traditionell werden bei Ferrari die Verträge in Monza gemacht, nicht nur für die Fahrer. So hält Michael Schumacher alle Trümpfe in der Hand, dass er auch 2010 als Berater für die Italiener arbeiten darf.

Noch vor sechs Wochen wollte Ferrari den mit geschätzten fünf Millionen Euro dotierten Vertrag offenbar nicht verlängern.

Dream-Team mit Alonso?

Sollte der Rekord-Weltmeister bleiben, könnte er dann 2010 an der Seite Alonsos ein Formel-1-Comeback geben.

Entweder als Teilzeitarbeiter in einem dritten Auto , falls die angestrebte Regeländerung von Ferrari abgesegnet wird, oder gar als Stammfahrer, wenn der verletzte Brasilianer Felipe Massa nicht mehr zurückkommt.

Der 40 Jahre alte Schumacher arbeitet nach dem geplatzten Comeback in Valencia mit Hochdruck an seiner Fitness .

"Man darf Ferrari nie abschreiben"

Nach Räikkönens Triumph in Spa gratulierte Schumacher dem Team sofort. Dieser Sieg bestätige, was Teamchef Stefano Domenicali immer sage: "Dass Ferrari ein Team ist, das man nie abschreiben darf und das selbst in harten Zeiten Kampfgeist und Motivation beweist."

Ferrari-Boss Luca di Montezemolo hatte gleich doppelten Grund zum Feiern. Der Italiener wurde am Montag 62 Jahre alt, da war Räikkönens Sieg natürlich das schönste Geschenk.

Montezemolo hatte aber auch an seinem Geburtstag alle Hände voll zu tun. Er braucht ein schnelles Fahrer-Duo zunächst für Monza, aber vor allem für 2010.

Entscheidung naht

Die italienischen Medien verstärken jedenfalls den Druck. "Badoers Abschied als Pilot gilt nun als unvermeidbar. Ferrari verhandelt auch mit Alonso für 2010", titelte "Tuttosport".

Für Monza kündigte Ferrari-Teamchef Domenicali bis Mittwoch oder Donnerstag eine Entscheidung an.

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