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Giancarlo Fisichella bestritt 1996 für Minardi seinen ersten Formel-1-Grand-Prix © getty

Ferrari hat das Hinterherfahren von Massa-Ersatz Luca Badoer satt. In Monza übernimmt Giancarlo Fisichella das zweite Cockpit.

Rom - Ferrari gibt "Hinterherfahrer" Luca Badoer den Laufpass und erfüllt Giancarlo Fisichella den Traum eines jeden italienischen Rennfahrers.

Im Spätherbst seiner Karriere darf "Fisico" für den Rest der Formel-1-Saison die zweite "rote Göttin" steuern.

"Ich bin im siebten Himmel! Ich kann immer noch nicht glauben, dass mein Lebenstraum wahr wird", sagte der 36-Jährige.

Die Begründung des Ferrari-Teamchefs pro Fisichella war zugleich eine Ohrfeige für die Zwei-Rennen-Aushilfe Badoer. (Badoer kämpft um sein Cockpit) "Wir haben uns für Fisichella entschieden, weil wir von ihm einen wertvollen Beitrag für den Rest der Saison erwarten", erklärte Stefano Domenicali am Donnerstag.

Mallya legt Fisichella keine Steine in den Weg

Fisichella hatte von Force India nach zähen Verhandlungen die Freigabe erhalten, um ins zweite Ferrari-Cockpit zu steigen und den verletzten Felipe Massa zu ersetzen.

"Giancarlo und sein Management sind am Mittwoch mit dem Angebot von Ferrari auf mich zugekommen", sagte Force-India-Teamchef Vijay Mallya: "Für einen italienischen Fahrer ist ein Platz bei Ferrari ein Traum, dem sollte sich niemand in den Weg stellen."

"Immer mein Ziel"

Für das Einlenken bedankte sich Fisichella bei seinem bisherigen Boss: "Es ist wahr, dass das immer mein Ziel war, und dass Vijay (Mallya) es nun Realität werden lässt, ist sehr großzügig von ihm."

Beim Heimspiel am 13. September in Monza wird Fisichella vor den Augen des deutschen Rekordweltmeisters Michael Schumacher erstmals als Ferrari-Pilot auf die Strecke gehen.

Fisichella war in den vergangenen Tagen als der heißeste Kandidat auf die Nachfolge für den enttäuschenden Ersatzmann Badoer gehandelt worden. Er hatte in Spa die erste Pole Position für Force India geholt und das Rennen hinter seinem künftigen Teamkollegen Kimi Räikkönen auf dem zweiten Platz beendet. (zum Artikel: Bollywood in den Ardennen)

Bislang drei Grand-Prix-Siege

Domenicali setzt auf die Erfahrung des Routiniers, der in seiner Karriere bislang drei Grand-Prix-Siege feierte (Brasilien 2003, Australien 2005 und Malaysia 2006): "Giancarlo hat in seiner langen Karriere gezeigt, dass er schnell und konkurrenzfähig ist."

Für Fisichellas Landsmann Badoer ist die Bewährungsfrist dagegen abgelaufen. Der 38-Jährige war bei seinen beiden Einsätzen in Valencia und Spa als Letzter ins Ziel gekommen.

"Wir möchten uns bei Luca Badoer für seinen Teamspirit bedanken", sagte Domenicali, für den Badoer hinter seinen Möglichkeiten zurückblieb: "Es ist eine Schande, dass er seinen wahren Wert in den vergangenen zwei Rennen nicht unter Beweis stellen konnte."

Ab 2010 Testfahrer

Fisichella hatte seit seinem Einstieg in die Formel 1 1996 auf ein Engagement bei Ferrari gehofft. Er wird ab 2010 als Testfahrer in Maranello weiterbeschäftigt.

Force India wird in den kommenden Tagen Fisichellas Nachfolger bekanntgeben, der italienische Testfahrer Vitantonio Liuzzi steht bereit.

Der indische Milliardär Mallya stritt ab, dass sein Rennstall für den Deal eine Ablösesumme erhalten habe. Das Abkommen sei "in gutem Glauben und zum Wohle Giancarlos" getroffen worden. Außerdem profitiere die Formel 1 in schwierigen Zeiten davon, wenn ein starker italienischer Rennfahrer im Ferrari-Cockpit sitze, so Mallya.

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