Die bizarre Geschichte um den Unfall Piquets geht in die nächste Runde. Nun schaltet sich das World Motor Sport Council ein.

London - Der Unfall von Nelson Piquet junior in Singapur 2008 hat Folgen für Renault.

Der französische Rennstall muss sich nun vor dem World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA verantworten.

Dies gab die FIA am Freitag bekannt. Vertreter des Rennstalls von Teamchef Flavio Briatore werden demnach am 21. September in Paris angehört und müssen sich zu den seit langem im Raum stehenden Vorwürfen äußern, Fernando Alonso mit einem Trick zum Sieg verholfen zu haben.

Alonso mit vollem Tank vor dem Safety-Car

Im Zentrum der Ermittlungen steht der Unfall des inzwischen entlassenen Renault-Piloten Nelson Piquet junior beim Rennen am 28. September 2008 in Singapur.

Der Brasilianer krachte mit dem Renault genau in dem Moment in die Mauer, in dem sein Teamkollege Fernando Alonso frisch aufgetankt aus der Boxengasse fuhr.

Der Spanier war als einziger Pilot vor der Safety-Car-Phase zum Nachtanken in die Box gefahren. Alonso gewann das Rennen.

Verstoß gegen Artikel 151c

Die Verantwortlichen sind laut FIA geladen, um "sich zu Vorwürfen zu äußern, die unter anderem einen Verstoß gegen Artikel 151c des International Sporting Codes beinhalten.

Der Vorwurf lautet, dass das Team mit seinem Fahrer Nelson Piquet junior einen Plan geschmiedet hat, einen absichtlichen Unfall herbeizuführen mit dem Ziel, das Safety Car zum Vorteil des zweiten Fahrers Fernando Alonso auf die Strecke zu holen", hieß es in der FIA-Mitteilung.

Ecclestone fürchtet Renault-Ausstieg

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hatte Briatore bereits zur Rede gestellt, der Italiener bestritt jedoch, das Rennen manipuliert zu haben.

Vor wenigen Tagen äußerte Ecclestone die Befürchtung, Renault könne die Formel 1 verlassen, wenn es zu einer Verhandlung komme.

Spionage-Verdacht 2007

Erst vor wenigen Wochen hatte Renault vor dem Berufungsgericht der FIA eine Umwandlung einer Sperre für ein Rennen in eine Geldstrafe erreicht.

In Budapest hatte das Team Alonso nach einem Boxenstopp losfahren lassen, obwohl man wusste, dass es ein Problem an einem Vorderrad gab.

Ende 2007 stand der Rennstall um Teamchef Flavio Briatore unter Spionage-Verdacht, blieb aber im Gegensatz zum Konkurrenten McLaren-Mercedes (72 Millionen Euro Strafe) straffrei.

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