Eine renommierte britische Detektei stattet Briatore und Co. einen Besuch ab und untersucht Funkverkehr und Telemetriedaten.

Von Julian Meißner

München - Neues in der Affäre um den Singapur-Grand-Prix 2008:

Das unter Verdacht der Manipulation geratene Renault-Team hat in Spa offenbar Besuch von einer renommierten Privat-Detektei bekommen.

Wie die britische "Times" berichtet, befragten Mitarbeiter der Firma "Quest" am Freitag vor dem Großen Preis von Belgien Teamchef Flavio Briatore, Chefingenieur Pat Symonds und auch Star-Pilot Fernando Alonso.

Auch Telemetriedaten und Funkverkehr des betroffenen Rennens sollen Gegenstand der Untersuchung gewesen sein.

Vorsätzlicher Crash?

In Belgien waren Gerüchte an die Öffentlichkeit geraten, der ehemalige Renault-Pilot Nelson Piquet jun. habe beim ersten Nachtrennen der Geschichte im südostasiatischen Stadtstaat vorsätzlich einen Unfall gebaut, um seinem Teamkollegen Alonso durch die folgende Safety-Car-Phase zum Sieg zu verhelfen.

Die Teamleitung soll den mittlerweile geschassten Brasilianer dazu angestiftet haben. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat sogar die Befürchtung, Renault könne die Formel 1 im Zuge der Affäre verlassen.

Mosley lässt grüßen

Alonso war in Singapur völlig überraschend von Startplatz 15 zum Sieg gefahren. Ihm zugute kam dabei, dass er nach Piquets Crash in Runde 14 gerade als erster Fahrer nachgetankt hatte.

Ob es dabei mit rechten Dingen zuging, soll nun die Detektei "Quest" klären, die in der Branche beileibe nicht unbekannt sind.

Die Firma ermittelt ebenfalls im Sex-Skandal um FIA-Boss Max Mosley und wird vom ehemaligen Scotland-Yard-Boss Lord John Stevens of Kirkwhelpington geführt. Mosley engagierte "Quest", um herauszufinden, wer in der Affäre hinter den Kulissen agierte.

Keine Beweise im Funkverkehr

Die Untersuchung im Falle Renault ergab nun offenbar, dass der Funkverkehr aus Singapur keinen direkten Beweis für eine Manipulation enthielt.

Doch Piquet soll sich mehrfach erkundigt haben, in welcher Runde er sich befinde. Dies könnte ein Indiz für einen vorsätzlichen Crash in einer zuvor festlegten Runde sein.

Alle Fakten kommen in zwei Wochen auf den Tisch: Am 21. September wird der Fall im World Council der FIA in Paris behandelt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel