Steht ein spektakulärer Deal bevor? Laut Medienberichten will Mercedes sich von McLaren trennen und die Mehrheit bei Brawn GP.

Von Marc Ellerich

München - Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wiegelte jüngst nach Kräften ab, dennoch halten sich hartnäckige Gerüchte, wonach der Untertürkheimer Konzern den Einstieg beim derzeitigen WM-Führenden Brawn GP plant.

Als Spekulationen, die man nicht kommentieren wolle, hatte Mercedes das Brawn-Gerücht zuletzt bezeichnet und auf langfristige Verträge mit Partner McLaren verwiesen. Doch nun berichten Medien übereinstimmend von einem spektakulären Plan Steigt Mercedes bei Brawn ein?.

Übernahme von 75 Prozent-Anteil

Laut einem Bericht von "auto, motor und sport" will Mercedes den Honda-Nachfolger innerhalb der nächsten drei Jahre schrittweise mehrheitlich übernehmen. Die Rede ist von einem Anteil von 75 Prozent.

Da Mercedes bis zum Jahresende 2011 aber exklusiv an den britischen Partner McLaren gebunden sei, der sich gegen einen sofortigen Wechsel sperre, wolle man das Problem mit Hilfe des Großaktionärs AABAR Investment aus Abu Dhabi lösen.

Dieser solle die Brawn-Anteile zunächst für Mercedes übernehmen. Das Vorhaben sei auf dem Nürburgring zwischen Mercedes und AABAR-Vertretern besprochen worden.

Silberne Lackierung

Auch in der Schweizer Zeitung "Blick" wird von diesem Übernahmeplan des Autobauers berichtet. Demnach werde der Brawn-Bolide bereits 2010 mit silberner Lackierung und dem Mercedes-Stern auf der Front an den Start gehen.

Derzeit beliefert Mercedes den Rennstall von Formel-1-"Superhirn" Ross Brawn mit Motoren.

Das Brawn-Team hat sich nach eigenen Angaben finanziell für die nächsten drei Jahre abgesichert. Die Sponsoren sollen bei der Präsentation des neuen Boliden im Januar 2010 bekannt gegeben werden.

Gerüchten zufolge kommt der neue Hauptsponsor aus Deutschland. Brawn sagt: "Wir haben ein gutes Paket geschnürt."

Günstigere Lösung

Nach Darstellung von "auto, motor und sport" käme die Brawn-Lösung für Mercedes unter dem Strich deutlich günstiger, als die 1995 begonnene Zusammenarbeit mit McLaren, die schon seit längerem unter keinem guten Stern mehr steht.

Durch die Spionageaffäre um geklaute Ferrari-Daten, die 2007 die Formel 1 erschütterte und dem Rennstall eine Millionenstrafe eintrug, wurde das Verhältnis beider Partner schwer belastet. Auch die Lügen-Affäre um Weltmeister Lewis Hamilton sorgte zu Beginn der Saison für große Unruhe.

Zuletzt lehnte McLaren laut "auto, motor und sport" das Vorhaben der Silbernen per Veto ab, das Red-Bull-Team in der kommenden Saison mit Motoren auszustatten.

Trennung von McLaren?

Schon im 2007, während des Spionage-Skandals, wurde von Mercedes-Plänen berichtet, den deutsch-britischen Rennstall, an dem man mit 40 Prozent beteiligt ist, zu übernehmen. Dies lehnten die übrigen Anteilseigner ab.

Nun scheint ein Richtungswechsel möglich, nun lautet der Plan offenbar, den Briten vollends den Rücken zu kehren.

Das Stuttgarter Magazin zitiert den Mercedes-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche: "Wir sprechen über grundlegend andere, günstigere Dimensionen des finanziellen Engagements." In der Partnerschaft mit McLaren schultern die Deutschen einen großen Anteil des Etats, z. B. durch Motoren, Entwicklungsgelder und eine Beteiligung an den Fahrergehältern.

Rosberg zu Brawn?

Eng an das Übernahmegeschäft soll laut "Blick" auch die Fahrerplanung bei Mercedes respektive "Brawn-Mercedes" geknüpft sein.

Sportchef Norbert Haug hatte am Dienstag in einer Telefonkonferenz eingeräumt, dass man den derzeit noch für das Williams-Team startenden Deutschen Nico Rosberg "auf dem Zettel" für ein Cockpit im Jahr 2010 habe.

Allerdings, so spekuliert die Schweizer Zeitung, nicht, um ihn in den Silberpfeil zu setzen.

Vielmehr solle der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg bei Brawn-Mercedes zum Top-Piloten aufgebaut werden.

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