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Ayrton Senna wechselte 1985 nach seiner Debütsaison bei Toleman zu Lotus © getty

Nach 16 Jahren startet das Lotus F1 Team wieder in der Königsklasse - mit Mike Gascoyne soll ein "Top-Level" erreicht werden.

London - Eine Legende kehrt zurück: Das Lotus F1 Team hat für die Formel-1-Saison 2010 die Startzulassung erhalten und will sich nach 16 Jahren Pause wieder in der Königsklasse etablieren.

Lotus, das bereits von 1958 bis 1994 in der Formel 1 engagiert war, ist in der kommenden Saison der vierte "Neuling" in der Formel 1. Zuvor hatten bereits Campos, Manor und USF1 die Genehmigung erhalten.

Hinter dem "neuen" Lotus-Team stehen Malaysias Regierung und ein Unternehmer-Konsortium aus dem asiatischen Land.

Teamchef ist der millionenschwere Airline-Besitzer Tony Fernandes, Chefingenieur Mike Gascoyne, der über eine mehr als 20-jährige Formel-1-Erfahrung bei Jordan, Renault, Toyota und Force India verfügt.

Gascoyne will "Top-Level erreichen"

Motoren-Lieferant ist Cosworth.

Das zunächst nahe der Lotus-Werke in Norfolk angesiedelte Team soll seine endgültige Heimat künftig in unmittelbarer Nähe von Malaysias Formel-1-Kurs in Sepang finden.

"Es wird eine große Herausforderung. Aber ich denke, dass wir Mitte der Saison das beste der neuen Teams sein können", sagte Gascoyne.

"Und ich hoffe, dass wir Ende des Jahres in den Top 10 der Gesamtwertung stehen. Langfristig wollen wir ein Top-Level erreichen." Das Team habe bereits eine Vorauswahl von sechs möglichen Piloten getroffen. Welche beiden nominiert werden, soll am 31. Oktober bekannt gegeben werden.

Siebenfacher Konstrukteurs-Weltmeister

Die Formel-1-Geschichte ist untrennbar mit dem Namen Lotus verbunden.

Mit den Piloten Jim Clark (1963/1965), Graham Hill (1968), Jochen Rindt (1970), Emerson Fittipaldi (1972) und Mario Andretti (1978) gewann das Team mit den schwarz-goldenen Autos insgesamt sechsmal die Fahrer- und siebenmal die Konstrukteurs-WM.

Gegründet wurde das Team in den 50er Jahren von dem legendären Colin Chapman, dem Mann mit der Mütze, der 1982 im Alter von 54 Jahren einem Herzinfarkt erlag.

Das Risiko vergangener Tage

Um den Rennstall rankten sich immer wieder Geschichten und Gerüchte.

Chapman riskierte zugunsten neuer von ihm konstruierter Rafinessen allerdings auch oft die Gesundheit seiner Fahrer.

Nicht immer waren die Neuerfindungen des genialen Konstrukteurs wirklich sicher und renntauglich, was Graham Hill einmal in dem berühmten Satz zusammenfasste: "Wenn dich dein eigenes Hinterrad überholt, weißt du, dass du in einem Lotus sitzt."

Senna etabliert sich im Lotus

Jochen Rindt ging sogar noch einen Schritt weiter: "In einem Lotus kommt man um oder man wird Weltmeister."

Für ihn traf 1970 auf tragische Weise beides zu: Nach seinem tödlichen Unfall im Training zum Großen Preis von Italien 1970 in Monza wurde der Österreicher posthum Weltmeister.

Auch der legendäre Ayrton Senna (Brasilien), der 1987 in Monaco und Detroit im Lotus-Honda-Turbo für die bis dato letzten der insgesamt 79-Grand-Prix-Siege von Lotus gesorgt hatte, etablierte sich nach seiner ersten Saison im Toleman-Hart in seinen drei Lotus-Jahren als feste Größe in der Formel 1, ehe er 1988 zu McLaren ging und dort dreimal Weltmeister wurde.

Der Abstieg nach Chapmans Tod

Nach dem Tod von Chapman begann der langsame Abstieg des Teams, das von internen Querelen, Machtkämpfen und chronischem Geldmangel geplagt wurde.

Der Australien-Grand-Prix 1994 war das vorerst letzte Rennen von Lotus.

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