Der Unfall-Skandal um das Renault-Team erschüttert die Formel 1 in ihren Grundfesten. Für die Beteiligten kann es nur eine Konsequenz geben.

Selbst die erfahrensten Formel-1-Experten sind schockiert.

Nach der Bestätigung des Unfall-Skandals von Singapur 2008 muss man sich ernsthaft die Frage stellen, wie viele Tiefschläge die Formel 1 noch verträgt.

Bislang galt: Immer wenn man denkt, der Tiefpunkt sei erreicht, kommt eine neue Ungeheuerlichkeit ans Licht. Doch diesmal liegen die Dinge anders.

Renault hat die schlimmsten Befürchtungen wahr gemacht.

Nach dem Quasi-Geständnis der Teamleitung und dem Rauswurf von Flavio Briatore und Pat Symonds steht fest: Nelson Piquet junior hat vorsätzlich einen Unfall gebaut, um seinem Teamkollegen Fernando Alonso zum Sieg zu verhelfen.

Damit ist nach unzähligen Betrügereien, die in der Spionage-Affäre um McLaren-Teamchef Ron Dennis gipfelten, eine neue Dimension erreicht.

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Der wahnwitzige Plan brachte nicht nur Piquet selbst in Gefahr, auch wurde in Kauf genommen, dass Zuschauer, Streckenposten und die konkurrierenden Fahrer Verletzungen oder Schlimmeres erleiden. Schäbiger geht's nicht mehr.

Die Konsequenz kann nur sein, alle Beteiligten lebenslang aus dem Motorsport zu verbannen. Wer so skrupellos handelt, sollte nicht einmal mehr Seifenkistenrennen fahren, geschweige denn organisieren dürfen.

Renault wird wohl seine Konsequenzen ziehen und den ohnehin angedachten Ausstieg aus der Formel 1 vollziehen.

Der Schaden für die Serie selbst ist noch nicht abzuschätzen. Bislang blieben die Fans und Sponsoren der Veranstaltung, die nicht zu Unrecht oft als Zirkus bezeichnet wird, weitgehend treu - trotz wildester Affären in steter Regelmäßigkeit.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat aber auf der IAA in Frankfurt betont, Vertreter der Teamvereinigung FOTA müssten sich zum Ende der Saison in einem Workshop zusammensetzen.

Die rückläufigen Zuschauerzahlen erforderten es, "diesen außergewöhnlichen Sport interessanter zu machen".

Das ist gut gemeint. Es hat aber nur Sinn, wenn die Formel 1 vorher einen glaubwürdigen Selbstreinigungsprozess vollzieht.

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