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Nelson senior (r.) wurde 1981, 1983 und 1987 Weltmeister in der Formel 1 © imago

Piquet sen. behauptet, den absichtlichen Unfall bereits beim Brasilien-GP gemeldet zu haben. Die FIA reagiert erst acht Monate später.

Von Rainer Nachtwey

München - Lange hat es mit Aufdeckung der "Crashgate"-Affäre in der Formel1 gedauert.

Fast ein Jahr nach den Ereignissen beim Grand Prix von Singapur hat es mit den Entlassungen Renault-Teamchef Flavio Briatore 152665(Die Bilder seiner Karriere) und Chefingenieur Pat Symonds die ersten Reaktionen auf den Unfall von Nelson Piquet junior gegeben.

Renault bestreitet nicht, den Brasilianer dazu aufgefordert zu haben.

Für Nelson Piquet senior, Vater von "Nelsinho" und dreimaliger Formel-1-Weltmeister, ein Unding. Denn nach Angaben des Brasilianers wusste die FIA bereits beim Großen Preis von Brasilien 2008 von der Verschwörung.

"Wollte Nelsons Karriere nicht ruinieren"

"Ich habe in Brasilien mit Renndirektor Charlie Whiting gesprochen. Ich sagte ihm: 'Was kann Nelson passieren, wenn ich das aufdecke?' Ich war schließlich besorgt darüber, Nelsons Karriere zu ruinieren", verrät der 57 Jahre alte ehemalige Rennfahrer.

Doch es dauerte demnach acht Monate bis die FIA auf die Anschuldigungen Piquets reagierte.

Spekulationen bereits zu Beginn

Für FIA-Präsident Max Mosley lag dies an den fehlenden Beweisen. Erst die vereidigte Aussage Piquets im Juli habe die FIA zu tiefgründigen Ermittlungen veranlasst.

Zwar seien bereits kurz nach dem Unfall Piquets in Singapur Spekulationen um eine Manipulation aufgekommen, allerdings fehlten handfeste Beweise.

"Ich weiß, dass es falsch ist"

Für Piquet senior ist der mit Absicht verschuldete Unfall seines Sohnes immer noch ein "Ding der Unmöglichkeit".

"Ich bin schon mein Leben lang im Motorsport und konnte es nicht glauben", beschreibt Vater Piquet jenen Moment, als sein Sohn ihn über den Unfall informierte. "Er sagte mir, sie hätten ihn gebeten, bei diesem und jenem zu helfen. Ich sagte: 'Okay, aber du hättest dich verletzen können - und wenn nicht dich selbst, dann jemand anderen!' Und er sagt: 'Ja, ich weiß, dass es falsch ist.'"

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