vergrößernverkleinern
Alain Prost fuhr von 1980 bis 1993 in der Formel 1 © getty

Wird der Franzose nach dem Unfall-Skandal der neue Teamchef? Alain Prost findet, die Formel 1 müsse ihre Moral wiedergewinnen.

Paris - Der Alte ist kaum weg, da steht der Neue schon vor der Tür:

Der viermalige Formel-1-Weltmeister Alain Prost scheint für die Nachfolge des zurückgetretenen Renault-Teamchefs Flavio Briatore bereit.

"Während meiner Karriere habe ich mit Integrität gearbeitet, und die Formel 1 muss dringend ihre Moral wiedergewinnen", sagt der Franzose.

Prost ist überzeugt, dass Briatore und Renault-Technikboss Pat Symonds als mutmaßliche Drahtzieher des Unfall-Skandals beim Rennen in Singapur im September 2008 nie mehr in die Formel 1 zurückkehren werden.

"Es sollte für sie schwierig werden, einen Weg zurück in die Formel 1 zu finden, aber in diesem Sport weiß man nie. In einer moralischen Welt sollte es ihnen jedenfalls nicht möglich sein", sagt der 54-Jährige.

Renault muss sich ab Montag in Paris vor der FIA verantworten.

Verständnis für Piquet

Prost kann nicht verstehen, dass ein Teamchef einem Fahrer die Anweisung geben kann, absichtlich einen Unfall zu verursachen: "Was passiert ist, ist unglaublich. Ich will gar nicht daran denken, was als Konsequenz alles hätte passieren können."

Der Franzose nimmt den von Briatore im August entlassenen Piquet junior etwas in Schutz. "Man muss verstehen, dass ein junger Fahrer wie Piquet sehr zerbrechlich ist und unter großem Druck stand", sagt Prost.

Doch mit seinem absichtlichen Unfall sei der Brasilianer, der von Briatore auch gemanagt wurde, viel zu weit gegangen 152665(Diashow: Briatores Karriere).

Fragwürdige Doppelfunktion

Prost: "Das ist etwas, was es nicht mehr geben sollte. Wenn du die Hersteller in der Formel 1 halten willst, dann braucht es einen sauberen Sport mit mehr Integrität."

Der Ex-Rennfahrer spricht sich dafür aus, dass Teamchefs künftig keine Fahrer mehr managen sollten: "Das Problem beginnt, wenn du einen Teamchef hast, der ein großes Werk repräsentiert, einen großen Hersteller wie Renault, und der noch dazu Manager eines Fahrers ist."

Auch Richards und Pollock Kandidaten

Der viermalige Weltmeister war bereits von 1997 bis 2001 mit seinem eigenen Rennstall in der Formel.

Weitere Kandidaten für den Posten des Renault-Teamchefs sollen David Richards und der frühere BAR-Boss Craig Pollock sein.

Unvergessene Duelle mit Senna

Prost fuhr in seiner Formel-1-Karriere von 1980 bis 1993 insgesamt 199 Rennen, von denen er 51 gewann. Nur der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher hat mehr Siege auf dem Konto (91).

Unvergessen sind Prosts Duelle mit dem legendären Brasilianer Ayrton Senna, der damals sein Teamkollege beim McLaren-Rennstall war.

Mit absichtlichen Unfällen hat der Franzose übrigens auch seine eigenen Erfahrungen gemacht. Beim sogenannten Suzuka-Shootout 1990 wurde Prost von Senna bewusst gerammt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel