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Timo Glock konnte in dieser Saison bisher 24 Punkte für Toyota einfahren © getty

Angeblich haben drei Teams Interesse an einer Verpflichtung von Timo Glock für die Saison 2010. Toyota denkt über Abschied nach.

Tokio - Timo Glock wird trotz der Toyota-Absage auch 2010 in der Formel 1 an den Start gehen.

Davon ist sein Manager Hans-Bernd Kamps überzeugt. "Zu 100 Prozent", sagte Kamps im Vorfeld des Großen Preises von Japan in Suzuka und verriet: "Wir sind von drei Teams angesprochen worden, die großes Interesse an Timo haben."

Nach Glocks starkem zweitem Platz beim Nachtrennen in Singapur war seine Zukunft in der Königsklasse infrage gestellt worden, weil Toyota auf die Option verzichtet hatte, ihn für 2010 zu behalten.

"Sind im Moment gar nicht so aktiv"

Was Glock und Kamps nicht überraschte, da schon zuvor aufgrund der ungewissen Zukunft des Rennstalls vereinbart worden war, sich auch bei anderen Teams umschauen zu dürfen.

Von einem Rauswurf könne daher gar keine Rede sein, meinte Kamps.

"Das ist eine überinterpretierte Situation. Wir sind im Moment gar nicht so aktiv wie einige Menschen denken", sagte er und erklärte, dass zwei Interessenten sich schon vor einiger Zeit nach Glocks Vertragsverhältnissen erkundigt hatten.

Dritter Interessent nach Gala-Vorstellung

Der dritte kam jetzt nach der Glanz-Vorstellung des 27-Jährigen in Singapur dazu. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

"Es sind auch zwei alteingesessene Teams dabei", sagte Kamps. Dabei dürfte es sich um Qadbak, das Nachfolgeteam von Glocks früherem Arbeitgeber BMW-Sauber, sowie Renault handeln.

Ein Interessent, wahrscheinlich Lotus, komme aus dem Lager der vier Neulinge, die 2010 in die Königsklasse einsteigen.

Glock gibt sich entspannt

Auch Glock selbst sieht die Situation entspannt. "Der Markt ist im Moment voll mit Fahrern, aber meine Chancen stehen ganz gut. Der Podestplatz in Singapur hat gezeigt, was ich drauf habe", sagte der Hesse aus Wersau.

"Die Teams schauen sich um, die Piloten schauen sich um. Es ist eine sehr interessante Phase."

Laut Kamps sei jetzt erst einmal wichtig zu erfahren, welche Pakete die Interessenten anbieten können.

"Es geht nicht darum, das erstbeste Angebot anzunehmen. Wir sind nicht in Panik", meinte der Manager, der Glock schon seit Jahren betreut und ihn nach einem ersten Intermezzo 2004 über die Umwege USA und GP2-Serie 2008 in die Königsklasse zurückgebracht hatte.

Toyota erwägt Ausstieg

Auch Toyota ist nicht aus dem Rennen. "Wir haben Timo die Tür nicht zugeschlagen und er hat uns die Tür nicht zugeschlagen", erklärte ein Team-Sprecher: "Er ist weiter eine Option für 2010." Am Wochenende soll es weitere Gespräche geben.

Allerdings nährte Teamchef Tadashi Yamashina am Mittwoch in Tokio die Spekulationen, dass der größte Automobil-Hersteller der Welt angesichts der Weltwirtschaftskrise ernsthaft über einen Abschied aus der Formel 1 nachdenkt.

"Wir haben mehrere Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen und dabei auch die Verbindungen zu unserem Mutterkonzern zu beachten", erklärte Yamashina: "Wir müssen es schaffen, dass die Formel 1 nicht mehr so viel Geld kostet."

Aus Kostengründen war Toyota schon als Ausrichter des Japan-GP auf seiner Hausstrecke in Fuji zurückgetreten.

"Sieg in Suzuka wäre der Mega-Traum"

Vielleicht könnte allerdings ein weiteres gutes Resultat von Glock beim Heimspiel in Suzuka die Toyota-Bosse noch zum Umdenken bewegen. "Weiß ich nicht, warten wir mal ab", meinte Glock, der schon seit Montag in Japan unterwegs ist und vor allem angesichts eines möglichen Regenrennens auf ein erneutes Podium hofft.

"Im Nassen war ich immer gut, dann kommt es auf den Fahrer an", meinte Glock, der beim Regen-Chaos in Malaysia als Dritter sein erstes Podium in diesem Jahr geholt hatte.

"In Singapur auf dem Podium zu stehen, war großartig, in Malaysia auf dem Podium zu sein, war auch großartig. Aber in Suzuka aufs Podium zu fahren oder vielleicht sogar zu gewinnen, wäre der Mega-Traum", sagte er.

"Dann würde ich noch vier oder fünf Tage länger in Japan bleiben und mit den Toyota-Leuten eine große Party feiern."

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