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Timo Glock wird nach seinem Unfall im Qualifying von Helfern und Ärzten geborgen © getty

Der kapitale Crash des Deutschen überschattet das Qualifying in Japan. Sebastian Vettel holt die Pole. Es hagelt Strafen.

Suzuka - Sebastian Vettel hofft auf den Sieg, Timo Glock bangt um seinen Start: Zwei Deutsche haben der Qualifikation für den Großen Preis von Japan (So., ab 6.45 Uhr LIVE) ihren Stempel aufgedrückt.

Während Vettel in einem chaotischen Crash-Festival cool zur vierten Pole Position in dieser Saison raste und seine kleinen Titelhoffnungen nach einem verpatzten Auftritt seiner Rivalen Jenson Button und Rubens Barrichello doch wieder ein bisschen größer geworden sind, musste Glock nach einem heftigen Unfall ins Krankenhaus 158675(Die Bilder).

Hoffnung auf Glocks Start

Dort bestätigte sich aber, dass der 27-Jährige aus Wersau lediglich eine lange, aber nicht tiefe Schnittwunde am linken Bein erlitten hatte. Darüber hinaus klagte er lediglich über Rückenschmerzen.

Sein Toyota-Team hofft daher, dass er beim Heimspiel in Japan doch starten kann - aus der Boxengasse, weil sein Chassis gewechselt werden musste. Die Entscheidung darüber soll am Sonntagmorgen fallen (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

Ursache unklar

Unklar blieb allerdings zunächst die Unfallursache. Während Toyota erklärte, in den Datenaufzeichnungen von Glocks Auto gebe es keine Unregelmäßigkeiten, vermuteten unter anderem Kollegen wie Vettel oder Nico Rosberg möglicherweise einen Defekt an der Lenkung.

Glocks Crash war nicht der einzige in einem turbulenten Qualifying.

Fünf Piloten bestraft

Gleich zweimal der Schweizer Sebastien Buemi, einmal dessen Toro-Rosso-Kollege Jaime Alguersuari (Spanien) und der Finne Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes sorgten für viel Schrott und drei Abbrüche.

Das Missachten der gelben Flaggen (Achtung, Gefahr! Tempo verlangsamen!) bei Buemis zweitem Unfall kostete Button und Barrichello fünf Startplätze. Während Barrichello von Rang 9 ins Rennen geht, muss Button sogar von Platz 12 eine Aufholjagd starten.

"Das ist ihre Sache", meinte Vettel und freute sich mehr über seine eigene perfekte Vorstellung. In allen drei Durchgängen des Qualifyings war der 22-Jährige mit jeweils nur einem Versuch immer der Schnellste. "Wir haben alles richtig gemacht, stehen auf der Pole und sollten eine gute Strategie haben. Hoffentlich geht es so weiter", meinte Vettel: "Ich habe einen ziemlich großen Rückstand und muss jede Chance nutzen."

"Beste Ausgangsposition"

Vor dem 15. von 17 WM-Läufen hat Vettel 25 Punkte Rückstand auf Button und 15 Zähler auf Barrichello.

Der Heppenheimer, der in der Startaufstellung vor Glocks Teamkollegen Jarno Trulli (Italien) und dem McLaren-Mercedes von Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) steht, müsste mindestens sechs Punkte mehr holen als Button, um seine rechnerische Chance aufrecht zu erhalten.

"Wir wollen das Rennen gewinnen und haben dafür die beste Ausgangsposition. Es ist schön, dass wir nach Singapur auch hier in alter Stärke auftrumpfen konnten", sagte Vettel, der aber auch meinte: "Das Wichtigste war heute aber, dass es allen Fahrern nach den Unfällen gut geht."

"Schaue nicht auf Sebastian"

Ross Brawn trauerte schon vor der Rückstufung den verpassten Chancen seiner beiden Piloten nach. "Es war kein großartiges Qualifying. Wir haben bis Runde 17 Benzin an Bord, ich denke aber nicht, dass wir die Rundenzeit fuhren, die wir mit dieser Benzinmenge erwartet hatten."

Während Barrichello zumindest damit zufrieden war, bei gleicher Benzinmenge vor Button zu stehen, meinte der WM-Spitzenreiter lediglich: "Ich schaue nicht auf Sebastian."

Neben Barrichello und Button wurden unter anderem auch noch Renault-Pilot Fernando Alonso (Spanien) und Adrian Sutil aus Gräfelfing (Force-India-Mercedes) wegen Missachtens der Gelben Flaggen strafversetzt.

Webber im Pech

Sutil fiel am Ende auf Platz acht zurück, während Nick Heidfeld (Mönchengladbach) im BMW-Sauber als neuer Vierter und Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Toyota als Sechster profitierten. Die Rennkommissare verschoben durch das allgemeine Chaos die Bekanntgabe der vorläufigen offiziellen Startaufstellung auf Sonntag.

Pech hatte schon am Samstagvormittag Vettels Teamkollege Mark Webber. Nach einem Unfall im 3. freien Training wurde sein Auto nicht mehr rechtzeitig bis zum Beginn der Qualifikation fertig. Der Australier startet jetzt am Sonntag aus der Boxengasse.

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