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Jenson Button gelang in seiner Formel-1- Karriere zweimal die schnellste Rennrunde © getty

Während die Experten dem WM-Leader Schwächen im Endspurt attestieren, streitet sich Jenson Button mit seinem Chef ums Geld.

Von Julian Meißner

München - Was zu Saisonbeginn wie ein überlegener Siegeszug aussah, droht zu einer echten Zitterpartie zu werden.

Jenson Button und sein Team Brawn GP haben am Wochenende in Suzuka die ersten Matchbälle zum Gewinn der Fahrer- und der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft vergeben.

Und zwar ziemlich kläglich: Teamchef Ross Brawn musste zugeben, dass Button und Rubens Barrichello im Rennen von den Startplätzen zehn bzw. sechs nichts auszurichten vermochten.

"Wir haben für einen schlechten Samstag bezahlt", sagte das "Superhirn" und bewertete das Rennen an sich als "in Ordnung" (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

"Alte Männer mit verbundenen Augen"

Bekanntlich ist ein Fahrer in der Formel 1 immer nur so gut wie sein Auto. Doch gerade die beiden Piloten machen in der entscheidenden Phase der Saison keinen sonderlich souveränen Eindruck 159076(Die Bilder des Rennens).

Oder, wie es die britische "Times" formulierte: "Beide stolpern umher wie zwei alte Männer mit verbundenen Augen, die die Ziellinie nicht finden."

Rosberg fatalistisch

Ex-Weltmeister und TV-Experte Keke Rosberg sagte bei "Sky": "Das ist die nackte Angst vor der Meisterschaft."

Der Konstrukteurstitel dürfte dem Honda-Nachfolger bei nur einem halben fehlenden Punkt nicht mehr zu nehmen sein. Und auch in der Fahrerwertung hat Button immer noch stolze 16 Zähler Puffer auf Sebastian Vettel und 14 auf Barrichello.

"Beide müssten Pech haben, damit Sebastian noch eine realistische Chance hat", sagte Rosberg (NACHBERICHT: Geht doch noch was für Vettel?).

Landsmann als warnendes Beispiel

Doch warnende Beispiele gibt es genug: Erst 2007 schaffte es Buttons Landsmann Lewis Hamilton sogar, in zwei Rennen einen Vorsprung von 17 Zählern noch zu verspielen.

Und gerade Button, für den der Titelgewinn nach der ersten Saisonhälfte nur noch als eine Frage der Zeit erschien, ist aus der Erfolgsspur geraten.

Barrichello drückt

Seinen letzten Sieg feierte der 29-Jährige Anfang Juni in der Türkei, danach schaffte er es in acht Rennen gerade einmal auf das Podest.

Barrichello lief dem Dominator des Frühjahrs, der sechs der ersten sieben Saisonrennen gewann, nach und nach den Rang ab, klaute seinem Teamkollegen Punkt um Punkt.

Zähe Vertragsverhandlungen

Momentan widmet sich Button nicht einzig der Vorbereitung auf den großen Showdown, sondern reibt sich in Vertragsverhandlungen mit seinem Arbeitgeber auf.

Button fordert unabhängig vom Saisonausgang für 2010 eine satte Gehaltserhöhung, die sein Arbeitgeber nicht ohne Weiteres bezahlen will.

"Schockiert über das Angebot"

Angeblich will Button seine 3,4 Millionen Euro Jahresgehalt auf rund neun Millionen anheben lassen - und stößt damit nicht auf Gegenliebe. "Wir sind schockiert über das Angebot", ließ Buttons Manager Richard Goddard über den Stand der Verhandlungen im "Daily Star" verlauten.

Ross Brawn sagte zur Fahrerfrage: "Diese Entscheidungen wurden noch nicht getroffen. Aber wenn wir einen Weltmeister haben, der aus welchem Grund auch immer das Team verlässt, dann wäre es eine Schande."

Vorsichtige Kampfansage

Button hält sich, was das Sportliche betrifft, vor den zwei noch ausstehenden Saisonrennen in Brasilien und Abu Dhabi zurück.

"Natürlich wollen wir das bestmögliche Resultat, also den Sieg", sagte Button noch in Suzuka in Hinblick auf "Rubinhos" Heimspiel in Interlagos in zwei Wochen. Primär aber gehe es darum, keine Fehler zu machen.

Seine Theorie: "Je näher wir ans Saisonende kommen, desto lockerer wird es und desto mehr haben die, die mich jagen, den Druck."

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