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Kommt BMW-Sportdirektor Mario Theissen mit McLaren ins Geschäft? © getty

Der Verbindung zwischen dem Team und Motorenlieferant Mercedes droht das Aus. Dagegen deutet sich ein Geschäft mit BMW an.

Von Andreas Kloo

München - Zunächst einmal klingt die Meldung sensationell. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll McLaren Interesse an BMW-Motoren haben.

Zwei Dinge scheinen dagegen zu sprechen. Erstens hat BMW seinen Rückzug aus der Formel 1 bereits beschlossen. Außerdem ist McLaren fest mit Mercedes verbandelt. Der Stuttgarter Automobilhersteller hält 40 Prozent an McLaren.

Doch wenn man die Lage der Dinge genauer betrachtet, würde eine Trennung von McLaren und Mercedes durchaus Sinn machen.

Mercedes flirtet mit Brawn

"Mercedes wird sich im nächsten Jahr neu sortieren und sich an Brawn GP annähern", ist sich Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck bei Sport1.de sicher.

In der Tat flirten Mercedes und Brawn schon länger heftig miteinander. Die "auto, motor und sport" berichtete zuletzt von einem konkreten Übernahmeplan. .

Über den neuen arabischen Konzern-Teilhaber AABAR Investment wolle sich der Automobilriese 75 Prozent der Brawn-Anteile sichern um diese dann 2011 für Mercedes selbst zu erwerben.

"Viel ist nicht mehr auf dem Markt"

Diese Pläne setzen Ex-Teamchef und McLaren-Mitbesitzer Ron Dennis wiederum unter Druck, wie Stuck erklärt: "Ron Dennis wurde mit Sicherheit schon die Streichung seines Budgets angekündigt, also muss er sich rechtzeitig umschauen, und viel ist nicht mehr auf dem Markt."

Teamchef Martin Whitmarsh dementierte die Gerüchte zwar am Rande des Japan-Grand-Prix: "Dieses Thema ist von außen an uns herangetragen worden, als mögliche Option für die Zukunft. Wir haben jedoch keine Pläne, BMW-Motoren zu kaufen." (SERVICE: Rennkalender und Kurse).

Aber die treibende Kraft bei der strategischen Ausrichtung McLarens soll ohnehin weiterhin Ron Dennis sein.

Stuck: "Für BMW kein Zurück mehr"

Ob das Geschäft mit BMW allerdings wirklich zustande kommt, da ist sich der frühere Formel-1-Fahrer noch nicht ganz sicher.

"Ich weiß nicht, ob Ron Dennis es schafft, BMW rumzukriegen. Denn wenn ich die BMW-Entscheidung über den Rückzug so verstehe, wie sie getroffen worden ist, gibt es kein Zurück mehr. Und mit einer Motorenlieferung würden sie rückfällig werden."

Stuck leuchtet die Handlungsweise von BMW sowieso nicht komplett ein: "Ich respektiere die Entscheidung über den Rückzug aus der Formel 1, aber dann müsste man auch die Motoren verkaufen. Momentan stehen die da einfach rum." (DATENCENTER: WM-Stand).

Entwicklung zum "Global Engine"

Die sich anbahnende Trennung von McLaren und Mercedes findet Stuck dagegen nicht ungewöhnlich. "Die Entwicklung zum 'Global Engine' wird weiter voranschreiten. Und McLaren hat ja ohnehin immer die Motoren gewechselt. Peugeot, Ford und was die alles hatten. So etwas ist völlig legitim."

Mercedes treibt die "Global Engine"-Entwicklung, also die Produktion eines Motors, der für von mehreren Teams verwendet werden kann, schon länger voran.

Vettel bald mit Mercedes-Motor?

"Wir können mit der Genehmigung der FIA maximal vier Teams ausrüsten - das eigene plus drei Kunden. Kapazitätsmäßig sind wir dazu in der Lage", bestätigte Sportchef Norbert Haug kürzlich.

Neben der Kooperation mit Brawn wird es wohl auch zu einer Motorenlieferung an Red Bull kommen. Sebastian Vettels Team ist mit den Renault-Motoren unzufrieden und sucht nach einem neuen Lieferanten.

Doch bislang scheitert das Geschäft wohl am Veto McLarens. Der Mercedes-Partner dürfte aber bald nichts mehr zu sagen haben.

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