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Ferrari gehört seit Gründung der Formel 1 im Jahr 1950 zur Rennserie © getty

Angeblich gibt es auch bei Renault Überlegungen, aus der Formel 1 auszusteigen. Ferrari hat den Schuldigen bereits ausgemacht.

Von Sebastian Binder

München - Der Königsklasse des Motorsports kommen die Hersteller abhanden. Nach dem Ausstieg von Toyota verbleiben nur noch drei große Autobauer in der Formel 1: Mercedes, Renault und Ferrari.

Doch mittlerweile gibt es Anzeichen aus Frankreich, dass auch der Verbleib Renaults in der Formel 1 keineswegs gesichert ist. Aus Italien vernimmt man derweil drastische Töne, wer am Abgang der Automobil-Hersteller die Hauptschuld trägt.

Wie die britische "BBC" berichtet, beriet der Konzernvorstand von Renault am Mittwoch über die Zukunft des Formel-1-Teams. Bei dem Treffen in Paris sollen auch die beiden Interims-Chefs Bob Bell und Jean-Francois Caubet vor Ort gewesen sein.

Beide nahmen dem "BBC"-Bericht zufolge jedoch nicht an der Diskussion über einen möglichen Ausstieg teil.

Konkrete Ergebnisse gab es nach der Sitzung jedoch nicht. "Wir werden vor Ende des Jahres ein Statement zu unserer weiteren Teilnahme an der Formel 1 abgeben", teilte Renault-Vorstand Carlos Ghosn mit.

All das erinnert an die Ausstiegsverkündung von Toyota, die zwar an sich nicht überraschend, aber zu diesem Zeitpunkt doch unerwartet kam.

Sollte sich Renault nun ebenfalls aus der Formel 1 zurückziehen, wäre dieser Schritt angesichts der niederschmetternden Saison 2009 in gewisser Weise nachvollziehbar.

"Krieg gegen die Hersteller"

Bei Ferrari ist die Lage eine andere. Vom Volumen der auf dem Weltmarkt verkauften Autos kann man die Edelmarke nur schwerlich mit Renault vergleichen.

Umso wichtiger ist für die Italiener die Formel 1 als Werbeplattform. Schon deshalb hat die Scuderia nicht vor, aus der Königsklasse zu verschwinden.

Für den Abgang der anderen Hersteller hat Ferrari die Schuldigen bereits ausgemacht. Nicht die Wirtschaftskrise sei der Hauptgrund für den Rücklauf an Herstellern, heißt es in einer Stellungnahme aus Maranello.

Sondern: "Der stetige Abschied weiterer Teams ist das Ergebnis eines Krieges gegen die großen Autohersteller, angezettelt von jenen, die den Sport managen", fahren die Italiener in dem Statement zum Toyota-Ausstieg heftige Geschütze auf.

Von Skandalen geprägte Saison

Der Ausstieg von Renault ist keineswegs beschlossene Sache, doch klar ist: Der Rennstall fiel in dieser Saison weniger mit starken Rennergebnissen auf denn mit Skandalen.

Der traurige Höhepunkt war die Crashgate-Affäre, die in der Entlassung von Teamchef Flavio Briatore gipfelte.

Gegen einen Ausstieg Renaults spricht allerdings die Verpflichtung von Robert Kubica, der in der kommenden Saison für den Rennstall an den Start gehen soll. Für das zweite Cockpit ist Timo Glock im Gespräch 149801(Bilder: Das Fahrerkarussell).

Mercedes-Verbleib wohl sicher

Als letzter großer Automobilhersteller im Bunde bliebe noch Mercedes-Benz. Derzeit gibt es wohl keinerlei Überlegungen, das Formel-1-Engagement zu beenden.

Vielmehr tendieren die Stuttgarter dazu, sich von McLaren zu trennen und durch die Übernahme von Brawn GP ein eigenes Werksteam zu gründen.

Dass die Stimmung im Umfeld des Konzerns allerdings schnell kippen kann, hat sich im Sommer gezeigt. Infolge der Wirtschaftskrise mussten die Mitarbeiter des Autokonzerns massive Gehaltseinbußen hinnehmen. Den Angestellten war indes nur sehr schwer zu vermitteln, warum Millionen in den Formel-1-Auftritt gesteckt werden, während ihre Bezüge gekürzt werden.

Zu dieser Zeit soll es auch von Seiten des Konzernvorstands ernsthafte Überlegungen gegeben haben, aus der Formel 1 auszusteigen.

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