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Die Titelschmiede: Ross Brawn (l.) und Michael Schumacher zu Ferrari-Zeiten © getty

Der designierte Teamchef der Silberpfeile beendet die Spekulationen über eine Verpflichtung des deutschen Rekord-Weltmeisters.

Von Marc Ellerich

München - Das Dementi ließ an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig.

"Da ist nichts dran", würgte der designierte Mercedes-Teamchef Ross Brawn in einem Interview mit "bild.de" die neuerlichen Comeback-Spekulationen um den deutschen Rekord-Weltmeister Michael Schumacher ab: "Da basteln sich die Medien einen Traum zusammen."

Sein einstiger Top-Fahrer, mit dem er früher als Technischer Direktor bei Benetton und Ferrari Titel um Titel einfuhr, plane keine Rückkehr in die Königsklasse: "Auch nicht bei uns."

Jordan heizt Spekulationen an

Brawns Absage an die faszinierende Idee, Schumacher in der kommenden Saison in den neuen Silberpfeil zu setzen, ist die bisher deutlichste Aussage zu dem Thema, das seit Schumachers geplatzten Comeback-Plänen im Sommer Fans und Journalisten gleichermaßen elektrisiert. 149801(DIASHOW: Das Fahrerkarussell)

Am Wochenende hatten die Spekulationen, die zuerst von der italienischen "Gazzetta dello Sport" aufgebracht worden waren, durch einige kuriose Sätze des früheren Schumacher-Teamchefs Eddie Jordan eine neue Dynamik erhalten.

Jordan berichtete von einem Treffen Schumachers mit Brawn und dem Mercedes-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche beim Saisonfinale in Abu Dhabi. Und Weltmeister Jenson Button müsse sein Cockpit bei Brawn (Mercedes GP) räumen, um für Schumacher Platz zu schaffen.

Sein Fazit: "Die Möglichkeit, dass Michael für Mercedes fährt, wird aktiv verfolgt, und ich glaube, dass dies auch passiert." Schumacher werde das silberne Cockpit ein Jahr lang besetzt halten - so lange, bis Sebastian Vettel Vertrag mit dem Red-Bull-Rennstall ausgelaufen sei.

"Es gibt Träume"

Der Funke war in die Welt gesetzt und nicht jeder der Beteiligten bemühte sich nach Kräften, ihn wieder auszutreten.

Schumachers Sprecherin Sabine Kehm ließ Spekulationen zu mit dem Satz, im Moment sei eine Rückkehr in die Formel 1 unwahrscheinlich.

Mercedes-Motorsportchef Norber Haug ließ Interpretationen in der "Bild am Sonntag" ebenfalls freien Lauf. "Lassen Sie sich überraschen. Ich bin ziemlich sicher, dass unsere Wahl Ihnen und Ihren Lesern gefallen wird", sagte Haug und weiter: "Es gibt Träume, und das ist auch gut so. In Erfüllung gehen diese Träume deshalb noch lange nicht."

Brawn will keine Neulinge

Jetzt hat Ross Brawn den Comeback-Gerüchten um Schumi vorerst ein Ende gesetzt. Die letzten Worte zum Thema werden es wohl kaum gewesen sein. Denn Schumacher selbst, der derzeit zum Kart-Fahren in den USA ist, hat sich zu den Spekulationen noch nicht geäußert.

Brawn selbst entwarf in dem Interview ein Profil, das die Kandidaten für das Mercedes-GP-Team erfüllen müssten. Er wolle erfahrene Fahrer und zählte dazu ausdrücklich den früheren Williams-Piloten Nico Rosberg.

"Ich möchte keinen Neuling, der sich erst mal auf den Rennstrecken dieser Welt zurechtfinden muss. Denn wir haben kaum noch Möglichkeiten, die Fahrer mit den Autos testen zu lassen. Höchstleistung ohne großes Üben ist deshalb die Aufgabe", so Brawn.

Auch Nick Heidfeld, dessen Name im Zusammenhang mit Mercedes immer wieder auftaucht, dürfte diese Kriterien erfüllen. Michael Schumacher natürlich auch.

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