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Renault belegte 2009 in der Team-Wertung nur den 8. Platz © getty

Carlos Ghosn stellt bei einem Indien-Besuch das Engagement des französischen Automobilherstellers in der Formel 1 in Frage.

Von Rainer Nachtwey

München - Toyota, Honda und BMW sind schon weg - folgt nun Renault?

Die Spekulationen halten sich nicht erst seit "Crashgate", dass sich der französische Automobilhersteller aus der Formel 1 zurückziehen wird.

Renault-Präsident Carlos Ghosn hat die Gerüchte nun weiter angeheizt. Wie "auto motor und sport" berichtet, habe der Brasilianer bei einem Besuch in Indien eine Andeutung hinsichtlich eines Ausstiegs aus der Königsklasse gemacht.

"Der Sport wird keine Bedeutung mehr haben, wenn er nicht einige Fragen beantwortet", wird Ghosn zitiert. Und diese Fragen hätten bereits zum Ende der Engagements von Toyota, Honda und BMW geführt.

Probleme müssen geläst werden

"In einem Jahr sind drei Hersteller aus der Formel 1 ausgestiegen. Drei in einem Jahr. Das zeigt, dass viele Probleme gelöst werden müssen", sagte Ghosn.

Allen voran stehe das Thema Umwelt: "Kann die verwendete Technologie zu dem Ziel beitragen, die Emissionen auf Null herunterzuschrauben?"

Nur Ghosn für die Formel 1

Dennoch soll Ghosn derjenige im Renault-Vorstand sein, der sich weiterhin für den Verbleib in der Formel 1 ausspricht.

Auf einer Renault-Sitzung nach dem Ausstieg Toyotas soll es zu einer Abstimmung gekommen sein, bei der nur der Präsident für die Formel 1 stimmte. Der Rest habe auf einen Rückzug gedrängt.

Zwei Varianten beschlossen

Laut "auto motor und sport" habe sich der Vorstand daraufhin zu zwei Varianten durchgerungen:

1.) Der Rennstall wird verkauft

2.) Die Interims-Teamchef Bob Bell und Jean-Francois Caubet akquirieren Sponsoren, die einen Großteil der Kosten übernehmen und Renault entlasten.

Dabei soll es sich um eine Summe in Höhe von 30 Millionen Euro handeln. Allerdings räumen die Vorstände den Teamverantwortlichen nur einen Zeitraum bis Weihnachten ein - ein wahnwitziges Unterfangen.

Ein Interessent nimmt Abstand

Demnach scheint nur die erste Variante denkbar. Angeblich soll es mit Mangrove, einer Luxemburger Investmentgesellschaft, einen Interessenten gegeben haben. Allerdings sei dieser davon zurückgeschreckt, weil er die Deckung der laufenden Kosten nicht übernehmen wollte.

Von weiteren Interessenten seien bisher noch nicht an Renault herangetreten.

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