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Peter Sauber (r.) stieg 1993 mit Mercedes als Motorenlieferant in die Formel 1 ein © imago

Der ehemalige Besitzer kauft den Rennstall zurück. Allerdings muss die FIA noch eine Bedingung erfüllen, damit der Deal gültig wird.

München - Sauber statt Qadbak: Der frühere Teameigner Peter Sauber hat das Formel-1-Team BMW-Sauber wieder selbst übernommen und damit den weiteren Bestand seines Lebenswerkes gesichert.

Der 66 Jahre alte Schweizer springt kurzfristig für die in der Schweiz ansässige Stiftung Qadbak ein, an die der Münchner Automobilhersteller BMW das Team eigentlich schon Mitte September verkaufen wollte.

"Ich bin sehr erleichtert, dass wir diese Lösung gefunden haben", sagte Sauber nach der Bekanntgabe des Deals: "Damit können wir den Standort Hinwil und einen Großteil der Arbeitsplätze erhalten."

Theissen bleibt bei BMW

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen kündigte in Hinwil an, dass die Münchner Peter Sauber bei der Suche nach Sponsoren unterstützen werden.

"Für mich selbst ist das jetzt hier zu Ende, hier beginnt eine neue Ära", sagte Theissen. Er wird noch bis Ende des Jahres beim Team bleiben und dann als Motorsportdirektor bei BMW weitermachen. Die Entscheidung über seine eigene Zukunft hatte er bis zum endgültigen Verkauf des Teams zurückgehalten.

Bekommt Sauber Toyotas Platz?

Wie ursprünglich bei Qadbak, hinter denen angeblich finanzkräftige Investoren aus dem Mittleren Osten stehen sollten, ist auch der Verkauf an Peter Sauber noch an die Bedingung geknüpft, dass das Team einen Startplatz für die Formel-1-Saison 2010 erhält.

Derzeit wartet Sauber auf die Entscheidung des Weltverbandes FIA über die Vergabe des frei gewordenen Platzes von Toyota.

Welche Fahrer im kommenden Jahr für Sauber starten sollen, ist noch nicht bekannt. Robert Kubica (Polen) wechselt zu Renault, der Mönchengladbacher Nick Heidfeld wird mit Mercedes in Verbindung gebracht.

Abbau von 138 Stellen

"Wir sind sehr froh über diese Lösung. Damit ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft des Teams erfüllt. Unser Verhältnis zu Peter Sauber war immer ausgezeichnet und von höchstem Respekt geprägt", sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger.

BMW und Sauber schlossen neben dem Verkauf eine weitere Vereinbarung, die einen Stellenabbau von derzeit 388 auf rund 250 Mitarbeiter vorsieht.

Damit passt sich der Rennstall an die neuen Rahmenbedingungen der Formel 1 an, die 2010 durch Beschränkungen von Materialien und Mitarbeitern deutlich kostengünstiger werden soll. Mittelfristig sollen die Ausgaben in der Königsklasse auf das Niveau der frühen 90er-Jahre sinken.

Strategische Neuausrichtung von BMW

BMW hatte am 29. Juli seinen Ausstieg zum Saisonende verkündet, vier Jahre nach der Übernahme des Sauber-Teams zum Beginn der Saison 2006.

Der Münchner Automobilkonzern will in Zukunft im Zuge einer "strategischen Neuausrichtung des Unternehmens" unter anderem mehr auf Nachhaltigkeit setzen.

Der ursprüngliche Verkauf an Qadbak zog sich allerdings nicht nur durch das Warten auf die Startberechtigung für 2010 hin.

Nur Nachrücker

Der Automobil-Weltverband FIA hatte kurz vor der Einigung zwischen BMW und Qadbak den 13. und letzten Platz für 2010 an das neue Lotus-Team vergeben und den BMW-Sauber-Nachfolger nur als Nummer 14 und damit ersten Nachrücker geführt.

Möglicherweise hat sich die Neuvergabe nach dem Toyota-Rückzug auch deshalb bislang verzögert, weil die FIA mit den Japanern noch über die Höhe der Konventionalstrafe verhandelt, die Toyota aufgrund des Ausstiegs aus dem erst im Sommer bis 2012 unterschriebenen Concorde Agreement verhandelt.

Mehr Sicherheit für die FIA

Zuletzt waren in der Schweiz Spekulationen aufgekommen, dass es die solventen arabischen Geldgeber hinter Qadbak gar nicht gibt.

Der Vermittler von Qadbak, der auf den britischen Jungfraueninseln ansässig ist, soll selbst das nötige Geld für den Kauf nicht zur Verfügung gehabt haben.

Durch den Verkauf an Sauber ist jetzt mehr Sicherheit für die FIA gegeben.

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