vergrößernverkleinern
Peter Sauber war von 1993 bis 2005 Teamchef des Sauber-Formel-1-Teams © imago

Der Weltverband vergibt den 13. und letzten Platz im Feld von 2010 an die Schweizer. Nun wartet ein Verhandlungsmarathon auf Sauber.

München - "Sauberes" Happy End: Der Automobil-Weltverband FIA hat dem Rennstall des Schweizers Peter Sauber am Donnerstag grünes Licht für die Formel-1-Saison 2010 erteilt und damit eine monatelange Zitterpartie beendet.

Seit der Ausstiegsankündigung von BMW am 29. Juli hatte die Zukunft des Rennstalls in den Sternen gestanden (BMW verkündet Ausstieg zum Saisonende)..

Nachdem der zunächst geplante Verkauf an die in der Schweiz ansässige Stiftung Qadbak gescheitert war, kaufte der 66 Jahre alte Sauber sein früheres Team am vorigen Freitag selbst von BMW zurück - unter der Voraussetzung der Startfreigabe durch die FIA als Ersatz für Toyota.

Verhandlungsmarathon steht an

"Das ist eine sehr gute Nachricht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hinwil. Über viele Wochen herrschte Ungewissheit, jetzt haben wir den Startplatz für 2010 endlich sicher. Wir können nun in konkrete Verhandlungen mit Fahrern und Sponsoren treten", sagte Peter Sauber am Donnerstagabend, nachdem die erlösende Nachricht aus Paris eingetroffen war.

Schon am letzten Freitag hatte sich Sauber allerdings sehr zuversichtlich gezeigt, den Platz zu bekommen. "Sonst hätte ich das Team nicht übernommen", sagte er.

Heidfeld, Klien oder Petrow?

Wer ab dem ersten Rennen am 14. März 2010 in Bahrain für den Schweizer fahren wird, ist noch offen. Als Kandidaten gelten der bisherige BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld, der aber auch mit dem künftigen Mercedes-Werksteam in Verbindung gebracht wird, der bisherige Testfahrer Christian Klien (Österreich) und GP2-Vizemeister Witali Petrow (Russland).

Die Entwicklung des Autos für die kommende Saison war beim bisherigen BMW-Sauber-Rennstall in den letzten Monaten wie geplant fortgesetzt worden. Die Motoren will Sauber wie vor der Übernahme durch BMW vor vier Jahren wieder von Ferrari beziehen.

Phase der Ungewissheit beendet

"Wir freuen uns, dass die FIA unserem Team den 13. Startplatz zugeteilt hat. Damit geht eine schwierige Phase der Ungewissheit zu Ende. Das Team kann sich nun voll auf die Saisonvorbereitung konzentrieren", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, der jetzt zum Jahresende den Rennstall wieder an Peter Sauber übergeben wird.

"Wir sind überzeugt, dass Peter Sauber und seine Mannschaft die Nominierung mit guten Leistungen rechtfertigen werden und wünschen allen für die Zukunft viel Erfolg."

Konventionalstrafe für Toyota?

Der 13. Platz im Starterfeld der Königsklasse war seit dem Rückzug von Toyota vakant. Noch am Montag hatte die FIA ihre erste offizielle Starterliste ohne Sauber veröffentlicht, nun hat der Verband eine Nachfolgeregelung gefunden.

Toyota hatte vor dem Ausstieg noch das neue Concorde Agreement unterschrieben und sich damit eigentlich bis 2012 zur Teilnahme verpflichtet. Über die Höhe einer möglichen Konventionalstrafe wurde noch nichts bekannt.

Sauber baut Stellen ab

"Die FIA hat in den vergangenen Wochen eng mit den Inhabern der kommerziellen Rechte und den betroffenen Teams zusammengearbeitet und bedankt sich für deren Unterstützung dafür, die beste Möglichkeit für den Sport erreicht zu haben", schrieb die FIA in einer Pressemitteilung.

BMW und Sauber hatten am Freitag neben dem Verkauf auch noch eine weitere Vereinbarung getroffen, die einen Stellenabbau von zuletzt 338 auf rund 250 Mitarbeiter vorsieht. Damit passt sich der Rennstall den neuen Rahmenbedingungen der Formel 1 an, die 2010 durch Beschränkungen von Materialien und Mitarbeitern deutlich kostengünstiger werden soll.

Mittelfristig sollen die Ausgaben in der Königsklasse auf das Niveau der frühen 90er-Jahre sinken.

BMW zieht sich zurück

BMW hatte am 29. Juli seinen Ausstieg zum Saisonende verkündet, vier Jahre nach der Übernahme des Sauber-Teams zum Beginn der Saison 2006.

Der Münchner Automobilkonzern will in Zukunft im Zuge einer "strategischen Neuausrichtung des Unternehmens" unter anderem mehr auf Nachhaltigkeit setzen.

Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel