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Das Renault-Team gewann 2005 und 2006 den Fahrertitel und die Konstrukteurs-Wertung © getty

Der Konzern verkauft einen Großteil seines Formel-1-Teams an einen Investor, bleibt aber weiterhin in der Königsklasse.

London - Der französische Automobilkonzern Renault wird einen Großteil seiner Anteile am Formel-1-Team an den Investor Gerard Lopez verkaufen 180745(DIASHOW: Fahrer und Teams 2010).

Gemeinsam mit dem Luxemburger will der Konzern den Rennstall 2010 dann unter dem Namen Renault weiterführen und in der Formel 1 an den Start bringen, wie Renault bekanntgab.

Motoren für Red Bull

Zugleich bestätigten die Franzosen, dass nicht nur der eigene Rennstall, sondern weiterhin auch das Red-Bull-Team von Vize-Weltmeister Sebastian Vettel mit Motoren beliefert wird.

Über die genaue Höhe des Anteils, den Lopez mit seiner Firma Genii übernimmt, machten weder Renault noch der neue Partner in ihren Pressemitteilungen keine Angaben. Zuvor war spekuliert worden, dass der Konzern eine Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent halten würde.

"Ich bin froh, Genii als unseren neuen strategischen Partner zu begrüßen, und ich bin sicher, dass ihr Enthusiasmus und ihre Geschäftstüchtigkeit eine neue Dynamik für das Team, die Mitarbeiter und unsere Partner schaffen wird", sagte Renaults Formel-1-Präsident Bernard Rey.

Rückzug vom Tisch

Mit der neuen Partnerschaft ist ein befürchteter kompletter Rückzug von Renault aus der Formel 1 - wie zuvor in diesem Jahr schon von BMW und Toyota - vom Tisch. Damit hat auch der von BMW-Sauber verpflichtete Pilot Robert Kubica Gewissheit über seine Zukunft.

Genii-Geschäftsführer Eric Lux erklärte, dass es die langfristige Vision sei, Renault wieder zurück an die Spitze der Formel 1 zu bringen.

2005 und 2006 hatten die Franzosen mit dem Spanier Fernando Alonso, der ab 2010 für Ferrari fahren wird, jeweils den Fahrer- und Konstrukteurstitel gewonnen und zuletzt 2008 zwei Rennsiege gefeiert.

"Phase des Wandels"

Lopez hatte bereits seit längerem sein Interesse an einer Übernahme bekräftigt. "Die aktuelle Situation in der Formel 1, diese Phase des Wandels, bietet Möglichkeiten für neue Teams und Investoren", sagte er.

Seine Pläne in der Formel 1 bestünden nicht darin, Geld verdienen zu wollen: "Eher darin, sie als Geschäftsplattform für andere Dinge nutzen zu wollen. Ich habe dort gesehen, wie sich die erfahrensten Geschäftsmänner in kleine Kinder verwandelt haben."

Drei weitere Interessenten

Angeblich hatte es noch drei weitere Interessenten für eine Übernahme gegeben.

Darunter auch die Firma Prodrive von David Richards, der früher einmal Teamchef beim Renault-Vorgängerteam Benetton sowie bei BAR war. Richards ist auch Geschäftsführer von Aston Martin und hätte durch die Übernahme den britischen Sportwagenhersteller in die Formel 1 bringen können.

Freude bei Red Bull

Red Bull freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit den Franzosen. Das sagte Teamchef Christian Horner, nachdem Renault am Mittwoch die Verlängerung des Motorendeals bestätigt hatte.

"2009 war Red Bulls bisher beste Saison. Wir haben sechs Siege und darunter vier Doppelsiege erreicht, von denen keiner ohne die exzellente Unterstützung von unserem Partner Renault möglich gewesen wäre", sagte Horner in einer Pressemitteilung des Teams: "Wir freuen uns, die fruchtbare Partnerschaft mit Renault 2010 fortzusetzen."

Zahlreiche Motorschäden

Im Laufe der Saison hatte es allerdings Probleme mit mehreren Motorschäden gegeben, die unter anderem Vettel im Kampf um die WM zurückgeworfen hatten.

Die zwischenzeitliche Befürchtung, sogar mehr als die laut Reglement erlaubten acht Motoren pro Fahrer verwenden zu müssen und dafür einen Abzug von zehn Startplätzen zu kassieren, bewahrheitete sich am Ende der Saison allerdings nicht.

Wechsel zu Mercedes platzt

Red Bull hatte lange mit dem Gedanken gespielt, zu Mercedes-Motoren zu wechseln. Ein Veto des Mercedes-Partners McLaren hatte eine Entscheidung darüber aber so lange hinausgezögert, dass ein weiteres Warten die Entwicklung des Autos für 2010 hätte nachhaltig beeinträchtigen können.

Jetzt wird der Zweite der Konstrukteurs-WM weiter Renault-Motoren verwenden, die auf dem gleichen technischen Stand sind wie die des Renault-Teams.

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