Bei der Mercedes-Präsentation zieht Schumi weltweites Medieninteresse auf sich: Eine Situation, in der man gern mal einsam wäre.

Die stolzgeschwellte Brust schrumpelt zusammen wie ein Ballon, aus dem die Luft entweicht.

Beim Durchschreiten der Drehtür des Mercedes-Benz Museums wird mir schlagartig klar, dass eine Menge Leute im Vorfeld dieses Termins härtere Prüfungen auf sich genommen haben als ein Weckerklingeln um 5:25 Uhr und drei Stunden Geradeausgucken auf einer durchschnittlich gefüllten deutschen Autobahn.

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Denn das multinationale Stimmengewirr im Foyer des turmhohen Gebäudes erinnert an die Lobby eines Flughafens - an diesem Montag ist Stuttgart der Nabel der Motorsport-Welt.

Gäste von allen Kontinenten, Journalisten verschiedenster Herkunft tummeln sich in der Schwaben-Metropole, um ihn zu sehen.

Nicht wenige scheitern. Ein Kollege bricht seine Anfahrt aus dem - ganz profan - Bayerischen Wald ab, als ihm trotz Weckruf vor dem Hahnenschrei sein Navigationsgerät dank Verkehrschaos eine Ankunftszeit von 12.30 Uhr prognostiziert. Schließlich ist der Beginn der Veranstaltung für elf angesetzt.

Er verpasst so einiges. Kaum trifft der Protagonist am Ort des Geschehens ein, bildet sich eine Menschentraube, wo er geht und steht.

Es ist nicht schwer nachzuvollziehen, warum Michael Schumacher sich über weite Strecke seiner Karriere abschottete und unnahbar wurde.

Ständig belagert zu werden UND dabei ohne Unterlass rund um den Globus zu reisen, muss furchtbar anstrengend sein.

Dann doch lieber früh aufstehen und mit 120 Stundenkilometern durch Süddeutschland zuckeln - Hauptsache anonym.

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