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Mark Webber ist neben Pedro de la Rosa und Fernando Alonso einer der GPDA-Vorsitzenden © getty

Wer startet in Bahrain? Campos heißt nun Hispania, Stefan will den Platz von USF1. Webber findet die Situation "echt peinlich".

Von Julian Meißner

München - Neue Saison, neues Glück? Wer dachte, die Formel 1 würde im Jahr nach dem Crashgate-Skandal und dem Existenz bedrohenden Streit der Hersteller mit der FIA ein seriöseres Bild abgeben, sieht sich schon vor dem Saisonstart eines Besseren belehrt.

Eine gute Woche, bevor in Bahrain die Motoren aufheulen weiß niemand so recht, wer tatsächlich an den Start gehen wird (DATENCENTER: Die Saison 2010).

Vier neue Teams sollten es neben den arrivierten neun Rennställen sein, das war der Stand im Winter. Davon sind jedoch nur noch Lotus und Virgin bei den Testfahrten aufgetaucht.

USF1 hat mittlerweile offiziell seinen Rückzug erklärt und hofft nun auf 2011. Stefan GP will den Platz übernehmen, hängt aber in der Luft.

Campos heißt jetzt Hispania

Meta Campos F1 ändert seinen Namen kurzfristig nun in HRT F1 Team, Hispania Racing F1 Team, hat aber mit Bruno Senna nur einen Fahrer unter Vertrag .

Nach Informationen der spanischen "AS" kauft sich der Inder Karun Chandhok mit acht Millionen Euro als zweiter Pilot ein. Testfahrer soll der Argentinier Jose Maria Lopez werden, der jüngst seinen Vertrag mit USF1 aufgelöst hatte.

Villeneuve im Wartestand

Bei Stefan wurde am Dienstag in Köln der Sitz für Jacques Villeneuve angepasst, unterschrieben hat der Weltmeister von 1997 aber noch nicht. Gleiches war zwei Wochen zuvor für Kazuki Nakajima unternommen worden 180745(DIASHOW: Villeneuve-Comeback bei Stefan?).

Doch heißester Kandidat für das virtuelle Cockpit soll der mit starkem finanziellem Background ausgestattete Inder Narain Karthikeyan sein.

Webber: "Echt peinlich"

Angesichts dieses Hickhacks um die beiden Neulinge und den serbischen Aspiranten schütteln auch die Fahrer den Kopf, allen voran Red-Bull-Routinier Mark Webber.

"Das ist echt peinlich. Es ist unglaublich, dass Leute, die bis jetzt kein Auto haben, beim Rennen dabei sein sollen. Das sind Dinge, die man bei Micky Mouse oder Tom und Jerry erwartet", sagte Webber der "Gazzetta dello Sport".

Galgenhumor beim GPDA-Chef

Der Vorsitzende der Fahrergewerkschaft GPDA flüchtet sich in Galgenhumor: "Da würde es fast mehr Sinn machen, wenn Valentino Rossi mit seinem Motorrad in der Startaufstellung steht."

Dass der "Doctor" das Grid in Bahrain entert, ist mittlerweile ebenso wahrscheinlich, wie dass Stefan und seine serbische Crew die Reise in die Wüste antritt. Immerhin müssten für eine Übernahme der Lizenz von USF1 die FIA und die konkurrierenden Teams zustimmen.

Dass sich Leute wie Frank Williams freiwillig die Prämien mit blutigen Anfängern teilen wollen, erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Kolles unterstreicht "unglaubliche Mühen"

So wie es aussieht, wird neben Virgin und Lotus zumindest Hispania als drittes neues Team den Sprung nach Bahrain schaffen.

Am Donnerstag will sich das Team, bei dem nach dem Ausstieg des ursprünglichen Teamgründers Adrian Campos nun der spanische Geschäftsmann Jose Ramon Carabante die Fäden zieht, in Murcia präsentieren.

"Der neue Name unterstreicht die Neugeburt unserer Formel-1-Ambitionen und die unglaublichen Mühen, die wir investieren, um am 14. März in Bahrain am Start sein zu können", erklärte am Mittwoch der neue Teamchef Colin Kolles, der schon bei Midland, Spyker und Force India Erfahrung sammelte.

Lotus-Crew zuversichtlich

Wieweit Virgin und Lotus für die Saison gerüstet sind, wird sich ebenfalls erst im Laufe der Monate zeigen.

Timo Glocks Team musste schon bei den Wintertests in Jerez der fehlenden Erfahrung Tribut zollen: Wegen fehlender Ersatzteile legten die Briten eine Zwangspause ein.

Lotus dagegen präsentierte sich zumindest zuverlässig, wenn es auch noch am Speed mangelt. "Wenn ich daran denke, wie wenig Zeit wir für dieses Projekt hatten, dann war dieser Testwinter eine fantastische Leistung des gesamten Teams", fasste Technikchef Mike Gascoyne zusammen.

Von Statements wie diesem ist Hispania Racing noch weit entfernt, von Stefan GP ganz zu schweigen.

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